
Der Abschnitt der Radleitroute 1 entlang des neuen Standortes des Luisen-Gymnasiums ist pünktlich zum Schuljahresbeginn fertiggestellt und ermöglicht den 1.000 Schülerinnen und Schülern ein komfortables und sicheres Erreichen mit dem © Landeshauptstadt Düsseldorf/ David Young
Rechtzeitig zum Start des neuen Schuljahres ist ein zentraler Abschnitt der Nord-Süd-Radleitroute 1 in Düsseldorf weitgehend fertiggestellt worden.
Die neue Radverkehrsführung entlang der Völklinger Straße verbindet den Südring nun sicher und komfortabel mit der Innenstadt. Davon profitieren vor allem rund 1.000 Schülerinnen und Schüler des Luisen-Gymnasiums, das an seinen neuen Standort an der Völklinger Straße gezogen ist und über die Leitroute gut angebunden ist. Am Montag stellten Planungsdezernentin Cornelia Zuschke, der stellvertretende Leiter des Amtes für Mobilität, Holger Odenthal, sowie IPM-Geschäftsführer Michael Köhler den Radweg vor und nahmen ihn offiziell in Betrieb.
Der fertiggestellte Abschnitt gehört zum ersten, 2,2 Kilometer langen Bauabschnitt der Nord-Süd-Radleitroute 1 zwischen Rheinkniebrücke und Südring. Damit ist ein weiteres Teilstück der insgesamt mehr als zehn Kilometer langen Nord-Süd-Achse fertig, auch wenn an einzelnen Punkten noch Restarbeiten anstehen.
Wachsender Radverkehr braucht mehr Platz
Der Ausbau kommt nicht von ungefähr: Der Radverkehr in Düsseldorf nimmt weiter zu. Mittlerweile werden 21 Prozent aller Wege in der Stadt mit dem Rad zurückgelegt. Auch die städtischen Dauerzählstellen bestätigen den Trend – bis zum 20. August wurden dort knapp vier Millionen Radfahrende registriert, rund zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark ist der Zuwachs an der Zählstelle Mannesmannufer/KIT, an der die Nord-Süd-Route entlangführt: Dort wurden bereits 749.086 Radfahrende gezählt, ein Plus von mehr als drei Prozent. Insgesamt legen die Düsseldorfer inzwischen 76 Prozent ihrer Wege zu Fuß, mit dem Rad oder mit Bus und Bahn zurück.
Breitere Wege, eigene Ampelsignale
Entlang der Völklinger Straße wurde die bestehende Radverkehrsanlage verbreitert und klarer vom Fußverkehr getrennt, zudem wurden Querungen optimiert. An der Gladbacher Straße und der Ernst-Gnoß-Straße erhielten die Ampelanlagen im Zuge ihrer Modernisierung eigene Radverkehrssignale. Zwischen Fürstenwall und Stadttor verläuft ein drei Meter breiter Zweirichtungsradweg, an der Völklinger Straße misst die Führung bis zu 2,50 Meter. Über die Fahrradstraße Moselstraße besteht außerdem eine komfortable Anbindung an die Rheinuferpromenade, über die die Route weiter Richtung Norden führt.
Bevor die letzten Bauarbeiten beginnen konnten, mussten zwischen Fährstraße und Südring umfangreiche Fernwärmearbeiten abgeschlossen werden – dabei wurde unter anderem das neue Luisen-Gymnasium ans Fernwärmenetz angeschlossen. Erst danach ließ sich die Radverkehrsführung bis zum Südring fertigstellen.
Nächster Schritt am Knoten Fährstraße/Völklinger Straße
Der Ausbau des Knotenpunkts Fährstraße/Völklinger Straße folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Für mehr Sicherheit und Übersicht soll der bestehende freie Rechtsabbieger zurückgebaut werden. Die Planung dieses komplexen Kreuzungsumbaus wird mit der geplanten Feuer- und Rettungswache an der Völklinger Straße abgestimmt. Eine weitere Lücke besteht zwischen dem S‑Bahnhalt Völklinger Straße und der Hausnummer 24 – hier muss zunächst ein privates Bauvorhaben abgeschlossen werden, bevor der neue Geh- und Radweg entstehen kann.
Weitere Abschnitte auf der Nord-Süd-Achse
Auch an anderen Stellen der Nord-Süd-Radleitroute 1 geht es voran. Zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Rheinkniebrücke wurden Hofgartenrampe und Oederallee bereits für den Radverkehr ausgebaut, was die Anbindung an den Rheinradweg und die West-Ost-Radleitroute 2 verbessert hat. Auf dem rund 3,6 Kilometer langen Abschnitt an der Rheinuferpromenade sind nach der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Sanierung derzeit keine weiteren baulichen Maßnahmen geplant.
Der anschließende, rund 1,6 Kilometer lange Abschnitt über die Rotterdamer Straße verbindet die Route mit Messe und Arena. Seine Umsetzung hängt eng mit der geplanten Sanierung der Theodor-Heuss-Brücke sowie den Anforderungen des Messe- und Veranstaltungsverkehrs zusammen und wird eng mit der Messe Düsseldorf und D.LIVE abgestimmt.
Weiter nördlich ist der 2,9 Kilometer lange Abschnitt zwischen Reeser Straße und Alter Flughafenstraße bereits weit fortgeschritten. Auf der Kaiserswerther Straße und der Niederrheinstraße sind Bauarbeiten und Markierungen auf rund zwei Kilometern nahezu abgeschlossen, offen sind noch Beschilderung und einzelne Arbeiten an Fahrradabstellanlagen. Im Herbst 2026 startet zudem die Neugestaltung des Freiligrathplatzes. Für die Stockumer Höfe und den weiteren Abschnitt der Niederrheinstraße läuft die Planung noch. Perspektivisch soll auch die Reeser Straße zur Fahrradstraße werden – vorausgesetzt, die Rotterdamer Straße wird zuvor so optimiert, dass ein sicherer Anschluss möglich ist. Insgesamt soll dieser Bereich bis 2027 fertig sein.
West-Ost-Radleitroute 2 auf der Zielgeraden
Parallel zur Nord-Süd-Achse kommt auch die West-Ost-Radleitroute 2 voran. Der erste, rund 3,6 Kilometer lange Bauabschnitt vom Areal Böhler über Hansaallee, Belsenplatz und Luegallee bis zum Luegplatz ist nach dem Baustart im Juni 2025 in den meisten Bereichen fertig. Offen sind noch einzelne Markierungsarbeiten, etwa an Ladezonen, sowie die Signalanlagen an den Knotenpunkten Lankerstraße/Belsenplatz und Quirinstraße/Belsenplatz sowie am Knotenpunkt Schorlemerstraße. Die vollständige Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Noch in diesem Herbst starten die Arbeiten am nächsten, rund drei Kilometer langen Abschnitt der West-Ost-Route. Er schließt an die Fahrradstraße Am Wehrhahn an und führt über Grafenberger Allee und Cranachstraße bis zur Dieselstraße/Hellweg. Die Planungen sind abgeschlossen, derzeit laufen die verkehrsrechtlichen Genehmigungsverfahren.
Ausblick auf weitere Routen
Neben den beiden großen Achsen setzt die Stadt weiterhin zahlreiche kleinere Verbesserungen im Radhauptnetz um. Mit einer in diesem Jahr beauftragten Machbarkeitsstudie bereitet das Amt für Verkehrsmanagement zudem die Radleitroute 3 vor, die perspektivisch Angermund im Norden mit Urdenbach im Süden verbinden soll. Ob und wie schnell weitere Routen umgesetzt werden, hängt von der Haushaltslage und den verfügbaren Fördermitteln ab.
Die Nord-Süd-Radleitroute 1 verbindet auf mehr als zehn Kilometern die Stadtteile Lohausen, Golzheim, Stadtmitte, Unterbilk und Hamm. Die Gesamtkosten liegen bei rund 21,8 Millionen Euro brutto, für Teilabschnitte gibt es rund 2,9 Millionen Euro Förderung vom Bund. Die West-Ost-Radleitroute 2 verbindet auf rund zwölf Kilometern den Düsseldorfer Westen mit Gerresheim im Osten und ist mit geschätzten Gesamtkosten von rund 20 Millionen Euro veranschlagt. Auch hier fließen mehrere Millionen Euro an Förderung von EU, Land und Bund in einzelne Abschnitte. Umgesetzt werden beide Routen von der Immobilien Projekt Management Düsseldorf GmbH (IPM).