
Symbolbild Rathaus Düsseldorf © Lokalbüro
Ausgleichsrücklage federt Fehlbetrag von 390 Millionen Euro ab – Investitionen in Schulen und Nahverkehr gesichert
Die Landeshauptstadt Düsseldorf kann ihren Haushalt für das Jahr 2026 wie geplant umsetzen. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat die Prüfung abgeschlossen und die Haushaltssatzung zur Veröffentlichung freigegeben. Damit steht fest: Der städtische Etat sieht Erträge von rund 3,93 Milliarden Euro und Aufwendungen von rund 4,40 Milliarden Euro vor.
Fehlbetrag wird vollständig ausgeglichen
Unter dem Strich bleibt ein Jahresfehlbetrag von rund 390,4 Millionen Euro, selbst wenn man einen pauschal eingeplanten Minderaufwand von 80 Millionen Euro berücksichtigt. Dieses Minus kann die Stadt jedoch komplett aus ihrer Ausgleichsrücklage decken. Damit erreicht Düsseldorf den sogenannten fiktiven Haushaltsausgleich, ohne im laufenden Jahr auf die Allgemeine Rücklage zurückgreifen zu müssen.
Regierungspräsident Thomas Schürmann würdigte die Anstrengungen der Stadt. Düsseldorf bleibe 2026 finanziell handlungsfähig und habe bereits konkrete Einspar- und Konsolidierungsmaßnahmen ergriffen, so Schürmann. Zugleich seien in den kommenden Jahren gezielte Investitionen vorgesehen, etwa in Schulen, Verkehrsflächen und den öffentlichen Personennahverkehr. Der Regierungspräsident begrüße es ausdrücklich, dass die Landeshauptstadt trotz der angespannten finanziellen Rahmenbedingungen wichtige Aufgaben im Blick behalte und ihre Investitionen priorisiere.
Angespannte Lage bis 2029
Für die Folgejahre zeichnet sich allerdings ein deutlich schwierigeres Bild ab. Laut mittelfristiger Finanzplanung werden die Aufwendungen von 2027 bis 2029 weiterhin über den Erträgen liegen, mit Fehlbeträgen von jeweils mehr als 300 Millionen Euro pro Jahr. Da die Ausgleichsrücklage voraussichtlich nicht mehr ausreicht, um diese Lücken zu schließen, muss die Stadt ab 2027 auf die Allgemeine Rücklage zurückgreifen. Die städtischen Haushalte werden dadurch voraussichtlich genehmigungspflichtig. Eine bilanzielle Überschuldung ist nach derzeitigem Stand jedoch nicht erkennbar.
Zu den Belastungsfaktoren zählen steigende Sozialtransferaufwendungen, die Landschaftsumlage sowie ein wachsender Zuschussbedarf bei städtischen Beteiligungsunternehmen. Besonders ins Gewicht fällt dabei die Verlustdeckung bei der Rheinbahn AG.
Sparkurs bei Oper und Rathaus-Neubau
Um gegenzusteuern, hat die Stadt bereits mehrere Konsolidierungsmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehören personalwirtschaftliche Schritte zur Senkung der Personalkosten. Der ursprünglich geplante Neubau der Oper wurde aufgegeben, stattdessen soll das bestehende Gebäude saniert werden. Auch das Projekt „Technisches Rathaus“ wird nicht in seiner ursprünglichen Form weiterverfolgt.
1,56 Milliarden Euro für Investitionen bis 2029
Trotz der angespannten Lage will Düsseldorf in den kommenden Jahren kräftig investieren. Für den Zeitraum 2026 bis 2029 ist ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 1,56 Milliarden Euro vorgesehen. Der überwiegende Teil davon, 59 Prozent, entfällt auf die Fortführung bereits begonnener Maßnahmen. 32 Prozent fließen in wiederkehrende Investitionen, neun Prozent sind für neue Vorhaben eingeplant.