Musikfest der Bundeswehr im PSD BANK DOME in Düsseldorf © Lokalbüro

Musik­fest der Bun­des­wehr im PSD BANK DOME in Düs­sel­dorf © Lokalbüro

 

Gän­se­haut, Fun­ken­re­gen und ste­hende Ova­tio­nen: Mit einer Nach­mit­tags- und einer Abend­show hat sich das Musik­fest der Bun­des­wehr am Sams­tag von Düs­sel­dorf ver­ab­schie­det. Nach zehn Jah­ren in der Lan­des­haupt­stadt zieht die Mili­tär­mu­sik­schau künf­tig wei­ter nach Dres­den – und der letzte Auf­tritt im PSD Bank Dome geriet zu einem emo­tio­na­len Abschied, bei dem selbst hart­ge­sot­tene Stamm­be­su­cher sicht­lich gerührt waren.

Zwei Shows, ein Bild
Um 14 Uhr und um 19.30 Uhr öff­ne­ten sich die Türen des Doms an der Theo­dor­straße für jeweils tau­sende Besu­cher. Beide Ter­mine waren nach Anga­ben der Ver­an­stal­ter rest­los aus­ver­kauft. Rund 700 Mit­wir­kende aus meh­re­ren Natio­nen sorg­ten über zwei Stun­den für ein dicht getak­te­tes Pro­gramm aus Marsch­mu­sik, Big-Band-Sound, Show­tanz und mili­tä­ri­scher Prä­zi­sion. Wenn die Mili­tär­mu­sik­ka­pel­len im Gleich­schritt durch die Dun­kel­heit mar­schier­ten, wäh­rend Schein­wer­fer über die Ränge tanz­ten, wurde spür­bar, warum diese Show längst Kult-Sta­tus in Düs­sel­dorf genießt.

Ernst führt sou­ve­rän und mit Herz durch beide Shows
Durch beide Shows führte, wie schon im ver­gan­ge­nen Jahr, Stabs­haupt­mann Tho­mas Ernst. Der Show­pro­du­zent und Mode­ra­tor bringt reich­lich Erfah­rung mit hoch­ka­rä­ti­gen Bun­des­wehr­Ver­an­stal­tun­gen mit: Er mode­rierte in die­sem Jahr bereits die Haupt­ver­an­stal­tung des Natio­na­len Vete­ra­nen­tags in Ber­lin, führte durch den Tag der Bun­des­wehr und den Tag der offe­nen Tür der Bun­des­re­gie­rung und beglei­tete den Fest­akt zum 90. Geburts­tag von Bun­des­kanz­ler a. D. Hel­mut Schmidt an der Uni­ver­si­tät der Bun­des­wehr in Ham­burg. Auch die ZDF-Über­tra­gung des Gro­ßen Zap­fen­streichs zum 50. Geburts­tag der Bun­des­wehr vor dem Reichs­tag kom­men­tierte er. Mit Humor, Wärme und spür­ba­rer Ver­bun­den­heit zu sei­nem Publi­kum führte Ernst nun auch die Düs­sel­dor­fer Zuschauer durch ein Pro­gramm, das musi­ka­lisch weit über den Tel­ler­rand der klas­si­schen Marsch­mu­sik hinausblickte.

Zwei Kin­der star­ten die Show
Für einen beson­ders herz­er­wär­men­den Auf­takt sorg­ten zwei Kin­der aus Bay­ern: Gemein­sam mit Tho­mas Ernst durf­ten sie auf der Bühne einen gro­ßen Buz­zer drü­cken und gaben damit offi­zi­ell den Start­schuss für die Show. Als Dan­ke­schön über­reichte ihnen der Mode­ra­tor Ted­dy­bä­ren im Bun­des­wehr-Tri­kot – ein klei­ner, aber lie­be­vol­ler Moment, der von Beginn an zeigte, dass das Musik­fest längst nicht nur ein Fest für Erwach­sene ist. Auch sonst leg­ten die Ver­ant­wort­li­chen sicht­lich Wert dar­auf, junge Men­schen für die Musik der Bun­des­wehr zu begeis­tern. Immer wie­der war auf der Flä­che die Freude jun­ger Musi­ke­rin­nen und Musi­ker zu spü­ren, die mit sicht­li­chem Spaß bei der Sache waren und dem Publi­kum vor Augen führ­ten, wie viel Lei­den­schaft hin­ter den Uni­for­men steckt.

Inter­na­tio­na­les Auf­ge­bot auf der Fläche
Neben meh­re­ren For­ma­tio­nen der Bun­des­wehr – dar­un­ter das Stabs­mu­sik­korps, das Mari­ne­mu­sik­korps Kiel, das Luft­waf­fen­mu­sik­korps Erfurt sowie die Big Band der Bun­des­wehr unter der Lei­tung von Oberst­leut­nant Tobias Ter­hardt – stan­den zahl­rei­che Gast­for­ma­tio­nen aus dem Aus­land auf dem Pro­gramm. Die USAF Honor Guard aus den USA begeis­terte mit einer atem­be­rau­ben­den Gewehr-Exer­zier-Kür, bei der die Gewehre förm­lich durch die Luft zu tan­zen schie­nen, und The Band of His Majesty’s Royal Mari­nes Ports­mouth aus Eng­land sorgte in ihren tra­di­ti­ons­rei­chen Para­de­uni­for­men mit wei­ßen Tro­pen­hel­men für mari­time Klang­far­ben und bri­ti­sches Flair. Eine Sän­ge­rin in Royal-Mari­nes-Uni­form trat als Solis­tin ans Mikro­fon und setzte gesang­li­che Glanz­punkte zwi­schen den instru­men­ta­len Blö­cken. Die OzScot Dancers aus Aus­tra­lien brach­ten schot­tisch geprägte Tanz­kunst auf die Flä­che, und eine chi­ne­si­sche Stan­gen­akro­ba­tik-Truppe setzte akro­ba­ti­sche Akzente abseits der Mili­tär­mu­sik. Auch The Force aus Ita­lien war mit von der Par­tie. Die litaui­sche Streit­kräf­te­ka­pelle, die eigent­lich eben­falls ange­kün­digt war, musste den Auf­tritt in Düs­sel­dorf hin­ge­gen absa­gen: Die Musi­ke­rin­nen und Musi­ker wur­den wegen dienst­li­cher Ver­pflich­tun­gen der Bun­des­wehr in ihrer Hei­mat gebraucht und muss­ten kurz­fris­tig im Land blei­ben – ein Umstand, den Tho­mas Ernst dem Publi­kum mit sicht­li­chem Bedau­ern erklärte.

Gro­ßes Finale mit Fahnenparade
Den emo­tio­na­len Höhe­punkt bil­dete, wie es sich für ein Musik­fest die­ser Grö­ßen­ord­nung gehört, das große Finale. Sämt­li­che teil­neh­men­den For­ma­tio­nen ver­sam­mel­ten sich noch ein­mal gemein­sam auf der Flä­che, wäh­rend ein inter­na­tio­na­ler Gast­künst­ler im wei­ßen Anzug gemein­sam mit Tän­ze­rin­nen und Tän­zern in schot­ti­scher Tracht für Par­ty­stim­mung sorgte. Dazu bewegte sich die fei­er­li­che Fah­nen­pa­rade durch die Halle: Neben der Euro­pa­flagge und der Bun­des­flagge weh­ten die Fah­nen sämt­li­cher Gast­na­tio­nen – dar­un­ter Ita­lien, Aus­tra­lien, Groß­bri­tan­nien, Irland, Litauen, Schott­land und die USA – vor­bei an den in Habacht­stel­lung ver­har­ren­den Ehren­for­ma­tio­nen des Wach­ba­tail­lons. Beglei­tet vom Fan­fa­ren­klang des Stabs­mu­sik­korps und einem Fun­ken­re­gen, der die Trom­pe­ter auf ihrem Podest in gol­de­nes Licht tauchte, sorgte die­ser Schluss­ak­kord noch ein­mal für Gän­se­haut auf den voll­be­setz­ten Rän­gen. Zum Abschluss erklang die Natio­nal­hymne, wor­auf­hin sich sämt­li­che Besu­cher wie selbst­ver­ständ­lich von ihren Plät­zen erho­ben – ein stil­ler, wür­de­vol­ler Moment, der dem emo­tio­na­len Abend die pas­sende Klam­mer gab.

Abschied nach zehn Jahren
Was die Shows in die­sem Jahr beson­ders machte: Es war, so hieß es vor Ort, die letzte Aus­gabe des Musik­fests in Düs­sel­dorf. Nach zehn Jah­ren in der Lan­des­haupt­stadt soll das For­mat künf­tig in Dres­den fort­ge­setzt wer­den. Für viele Stamm­be­su­cher, die dem Event seit den Anfän­gen im PSD Bank Dome die Treue gehal­ten haben, war das spür­bar mehr als nur eine Rand­no­tiz – manch einer wischte sich beim Schluss­ap­plaus sicht­lich eine Träne aus dem Augen­win­kel. Zehn Jahre, in denen aus einer ein­ma­li­gen Ver­an­stal­tung eine feste Größe im Düs­sel­dor­fer Kalen­der gewor­den war, gin­gen damit zu Ende.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zur Ver­an­stal­tung gibt es unter musikfestbw.de.

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