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Sehnsucht nach Wien: Bernhard Paul verwandelt das Apollo in sein Traum-Kaffeehaus

Bernhard Paul © Roncalli’s Apollo Varieté

Der Vor­hang öff­net sich für ein Stück Hei­mat: Bern­hard Paul lädt ins Wie­ner Kaf­fee­haus. © Roncalli’s Apollo Varieté

Kaf­fee­duft, Plüsch und das leise Klap­pern von Tas­sen: Ab dem 23. Okto­ber wird Roncalli’s Apollo Varieté zum Wie­ner Kaf­fee­haus. Unter dem Titel „Leise rie­selt der Schmäh – Wie­ner Kaf­fee­haus­ge­schich­ten” lädt Bern­hard Paul sein Publi­kum an sei­nen ganz per­sön­li­chen Sehn­suchts­ort ein. Der Grün­der des Cir­cus-Thea­ter Ron­calli, das in die­sem Jahr sein 50-jäh­ri­ges Bestehen fei­ert, führt beim Zir­kus bis heute selbst Regie. Zum Ende des Jubi­lä­ums­jah­res über­nimmt er nun mal wie­der auch im Apollo die Regie und bringt ein Stück sei­ner Hei­mat an den Rhein.

Ein Heim­weh-Wie­ner auf der Apollo-Bühne
Vor genau 50 Jah­ren ver­ließ Paul seine Hei­mat­stadt Wien. Was ihm seit­her am meis­ten fehlt, ist das Wie­ner Café. „Kaf­fee­häu­ser sind für Men­schen, die allein sein wol­len, aber dazu Gesell­schaft brau­chen”, sagt er. Die­ses Gefühl begleite ihn bis heute: „Ich bin ein Heim­weh-Wie­ner, der bereits Sehn­sucht bekommt, kurz nach­dem er die Stadt­grenze ver­las­sen hat.” Dass er nun Wien nach Düs­sel­dorf holen darf, nennt er eine beson­dere Freude, die er mit einem Augen­zwin­kern „auch dem eige­nen Ego­is­mus” verdankt.

Eine Liebe, die schon lange währt
Neu ist diese Lei­den­schaft nicht. Schon mit dem „Café des Artis­tes” brachte Paul Kaf­fee­haus­kul­tur zum Cir­cus-Thea­ter Ron­calli, wo es seit­her Treff­punkt für Gäste und Artis­ten ist. Spä­ter folgte das Ron­calli Grand Café im Her­zen Ham­burgs, in dem his­to­ri­sche Expo­nate aus der Wie­ner Kaf­fee­haus- und Cir­cus­ge­schichte auf zwei Eta­gen für Salon-Atmo­sphäre sor­gen. Das Apollo ist die jün­gere Bühne in Pauls Reich: Der Zir­kus wird in die­sem Jahr 50, das Varieté in Düs­sel­dorf grün­dete er 1997. Nun ist es die nächste Sta­tion sei­ner Kaf­fee­haus-Liebe. Wäh­rend das berühmte Cha­pi­teau des Ron­calli noch vor dem Wie­ner Rat­haus gas­tiert, ver­wan­delt sich das Apollo am Rhein in ein roman­ti­sches Kaffeehaus.

Kai­ser­zeit aus der Privatsammlung
Für das Büh­nen­bild öff­net Paul seine pri­vate Samm­lung Wie­ner Kaf­fee­haus. Tho­net-Stühle, guss­ei­serne Tische, The­ken aus der Kai­ser­zeit, his­to­ri­sche Kaf­fee­ma­schi­nen und alte Wer­be­schil­der sol­len das Publi­kum in die gol­dene Zeit der Wie­ner Kaf­fee­häu­ser ver­set­zen, in der Künst­ler, Schrift­stel­ler und Intel­lek­tu­elle zusam­men­ka­men. Im Apollo ereig­nen sich nun aller­hand wun­der­same „G’schichten”: Tanz, Artis­tik, Musik und Kaba­rett ver­schmel­zen zu einer Wie­ner Melange aus Ele­ganz, inter­na­tio­na­ler Büh­nen­kunst und poe­tisch-nost­al­gi­schem Charme.

Der Urur­en­kel von Sisi bit­tet zu Tisch
Durch den Abend führt ein Mann, dem Wien buch­stäb­lich im Blut liegt: Leo­pold Alten­burg, Urur­en­kel von Kai­se­rin Eli­sa­beth, bes­ser bekannt als „Sisi”, und von Kai­ser Franz Joseph I. Als Ober­kell­ner beglei­tet er das Publi­kum durchs Pro­gramm. Der Schau­spie­ler, Regis­seur und Clown bringt fein­sin­ni­gen Humor und gro­ßes schau­spie­le­ri­sches Kön­nen mit, und mit ihm betritt auch echte Wie­ner Geschichte die Apollo-Bühne. Wer könnte einen Abend im Kaf­fee­haus stil­vol­ler eröff­nen als ein Nach­fahre des berühm­tes­ten Kai­ser­paars der Stadt?

Auch auf den Tel­lern wird es wienerisch
Zum Abend gehört ein Drei-Gänge-Menü der öster­rei­chi­schen Küche. Den süßen Abschluss bil­det ein Ori­gi­nal Sacher Wür­fel, der eigens für das Apollo frisch aus der Sacher-Manu­fak­tur in Wien im Fia­ker, gezo­gen von zwei Lipiz­za­nern, auf die Reise nach Düs­sel­dorf geht. Wie die berühmte Torte wird auch der Wür­fel nach dem Ori­gi­nal­re­zept von Franz Sacher aus dem Jahr 1832 in 34 Arbeits­schrit­ten von Hand gefertigt.

Spiel­zeit und Karten
„Leise rie­selt der Schmäh” läuft vom 23. Okto­ber 2026 bis zum 10. Januar 2027. Geplant sind 70 Vor­stel­lun­gen an 60 Show­ta­gen, gespielt wird von Don­ners­tag bis Sonn­tag sowie an jedem zwei­ten Mitt­woch. Regie füh­ren Bern­hard Paul und Tho­mas Bruch­häu­ser, die Cho­reo­gra­fie stammt von Hea­ther Gould, das Licht­de­sign von Ste­fan Rausch.

Kar­ten gibt es online unter apollo-variete.com, über die Hot­line 0211–8289090, an der Thea­ter­kasse sowie an allen bekann­ten Vor­ver­kaufs­stel­len. Die Thea­ter­kasse ist mon­tags, diens­tags und sonn­tags von 10 bis 18 Uhr sowie mitt­wochs bis sams­tags von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

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