Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Vize-Bürgermeisterin von Suzhou, Ji Jing, trafen sich im Congresscentrum von Suzhou zum Austausch. © Landeshauptstadt Düsseldorf

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Vize-Bürgermeisterin von Suzhou, Ji Jing, trafen sich im Congresscentrum von Suzhou zum Austausch. © Landeshauptstadt Düsseldorf
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hat in den vergangenen zwei Tagen in China für den Wirtschaftsstandort Düsseldorf geworben. Gemeinsam mit Messechef Wolfram Diener und Mitarbeitern des Amtes für Wirtschaftsförderung besuchte er Shanghai und Suzhou. Auf dem Programm standen die Messeeröffnung, Gespräche mit Vertretern von Stadtregierungen und Generalkonsulat sowie Besuche bei Henkel, GEA, Sinexcel und Huawei. Die Reise soll bestehende Kontakte pflegen und neue Unternehmen für die Landeshauptstadt gewinnen. Nach Angaben der Stadt haben sich in Düsseldorf bereits mehr als 700 chinesische Firmen niedergelassen, vom Marktführer bis zum Start-up. Umgekehrt unterhalten auch Düsseldorfer Unternehmen Standorte in Asien. Keller sagte, ihm sei der Austausch mit etablierten Konzernen ebenso wichtig wie das Gespräch mit möglichen Neuansiedlern. Dabei helfe das Chinakompetenz-Zentrum der Wirtschaftsförderung, das Interessierte auch in ihrer Muttersprache berate.
Shanghai: Messeeröffnung und Henkel-Besuch
In Shanghai eröffnete Keller zusammen mit Diener die All-in Print China, eine der führenden Druck- und Verpackungsmessen Asiens und eine chinesische Kooperation mit der drupa. In seinem Grußwort zum drupa Connect hub lud der Oberbürgermeister chinesische Firmen ausdrücklich zur drupa 2028 nach Düsseldorf ein. Die Messe zeige, so Keller, dass der in Düsseldorf gesetzte Standard auch international bestehe. Die Delegation besichtigte zudem das 2025 eröffnete Innovation Center von Henkel. Es ist dem Düsseldorfer Vorbild nachempfunden, beschäftigt rund 600 Menschen und erstreckt sich über etwa 30.000 Quadratmeter. Damit zählt es zu den größten Einrichtungen seiner Art im Konzern, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert. Im Bezirk Hongkou, wo die Messe Düsseldorf in Shanghai ihren Sitz hat, sprach Keller unter anderem mit Li Qian, dem Sekretär des Bezirkskomitees der Kommunistischen Partei. Der war bereits im Mai 2024 in Düsseldorf zu Gast. Hinzu kamen ein Austausch mit Generalkonsul Dr. Norbert Riedel und ein Empfang mit Vertretern namhafter Unternehmen.
Suzhou: Maschinenbau, Energiespeicher und Chips
In Suzhou besuchte die Delegation die Produktion des Düsseldorfer DAX-Konzerns GEA. Das Unternehmen stellt dort Ventile, Pumpen und Abfüllanlagen sowie maßgeschneiderte Lösungen für die Lebensmittel‑, Getränke‑, Arzneimittel- und Tierfutterbranche her. GEA ist außerdem ein wichtiger Aussteller der Düsseldorfer Verpackungsmesse interpack. Beim chinesischen Hersteller Sinexcel ging es um gewerbliche Energiespeicher und Ladestationen für Elektroautos. Die Firma unterhält seit 2024 ein Büro in Düsseldorf, das sich auf den Vertrieb von Ladetechnik konzentriert. Auf dem 2025 eröffneten Forschungscampus von Huawei standen Chiptechnologie, Künstliche Intelligenz, 5G und das Internet der Dinge im Mittelpunkt. Der Konzern ist seit 2005 in Düsseldorf präsent und hat dort seit 2023 seine Europazentrale.
Politisch war Suzhou der wichtigste Termin der Reise. Die Stadt zählt zu den wirtschaftsstärksten Standorten Chinas, mehr als 700 deutsche Unternehmen sind dort ansässig. Von Vizebürgermeisterin Ji Jing sei er mit großer Ehre empfangen worden, sagte Keller. Gemeinsam mit Wang Yu, dem Bürgermeister von Taicang, habe man erreicht, dass die Stadtregierung die in Suzhou stattfindenden Messen Medical Fair China und REHACARE China weiter unterstützt. Ji Jing wird im Herbst die Medica in Düsseldorf besuchen. Keller lud sie zusätzlich zu einem Spiel von Borussia Düsseldorf ein, bei dem der chinesische Tischtennisstar Fan Zhendong auftritt. Er sehe Potenzial für eine partnerschaftliche Zukunft mit Suzhou, so der Oberbürgermeister.
Nächste Station Istanbul
Von China aus reist die Delegation weiter nach Istanbul. Dort sind Unternehmensbesuche, ein Roundtable mit Firmenvertretern, eine Investorenkonferenz und der Besuch eines Start-up-Innovationszentrums geplant. Auch in der Türkei will die Stadt bestehende Wirtschaftsbeziehungen festigen und neue Kontakte knüpfen.