Die Stadtwerke Düsseldorf haben am Donnerstag ihren neuen Elektrolyseur am Höherweg in Betrieb genommen und damit einen wichtigen Schritt in Richtung klimafreundliche Mobilität in der Landeshauptstadt vollzogen. Erstmals wird in Düsseldorf Wasserstoff direkt vor Ort erzeugt und unmittelbar genutzt – eine durchgängige Verbindung von Energieerzeugung und ‑verbrauch, wie sie es in dieser Form bislang nicht gab.
Besonders bemerkenswert ist die Herkunft des benötigten Stroms: Er stammt aus dem biogenen Anteil des Abfalls, der in der Müllverbrennungsanlage in Düsseldorf-Flingern verwertet wird, und gilt damit als gleichgestellt mit Strom aus erneuerbaren Energien. Über eine Direktleitung gelangt der Strom vom Kraftwerk Flingern zum Elektrolyseur, der wiederum den erzeugten Wasserstoff direkt an die benachbarte öffentliche Wasserstofftankstelle von H2 MOBILITY liefert. Diese Anlage zählt zu den leistungsstärksten ihrer Art in Deutschland und versorgt unter anderem die Brennstoffzellenbusse der Rheinbahn.
Das Projekt geht auf ein gemeinsames Bekenntnis der Stadtwerke, der Rheinbahn und von H2 MOBILITY aus dem Jahr 2023 zurück, mit dem eine regionale Wertschöpfungskette für Wasserstoff aufgebaut werden sollte. Mit der Inbetriebnahme des Elektrolyseurs ist dieses Ziel nun erreicht: Die Stadtwerke erzeugen den Wasserstoff, H2 MOBILITY stellt die Tankinfrastruktur bereit, und die Rheinbahn setzt ihn im Betrieb ihrer Wasserstoffbusflotte ein. Damit greifen Produktion, Infrastruktur und Anwendung erstmals vollständig ineinander.
Rund 5,5 Millionen Euro investieren die Stadtwerke Düsseldorf in das Projekt. Gefördert wird es mit etwa 1,2 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Koordiniert wird die Förderung von der NOW GmbH, umgesetzt durch den Projektträger Jülich.
Technisch handelt es sich um einen Elektrolyseur vom Typ gL400 des Herstellers FEST GmbH mit einer Leistung von 2 Megawatt, der auf dem PEM-Verfahren basiert. Die Rheinbahn setzt bereits seit einiger Zeit auf einen technologieoffenen Ansatz und ergänzt ihre batterie-elektrische Busflotte gezielt durch Brennstoffzellenfahrzeuge, die vor allem dort zum Einsatz kommen, wo größere Reichweiten und ein flexibler Einsatz gefragt sind.
Aus Sicht der Projektbeteiligten hat das Düsseldorfer Vorhaben Modellcharakter für andere Städte, da es zeigt, wie Energieerzeugung, Infrastruktur und öffentlicher Nahverkehr sektorübergreifend miteinander verknüpft werden können. Zugleich stärkt die lokale Produktion die regionale Wertschöpfung und reduziert den Aufwand für den Transport von Wasserstoff.



