
Christoph Wintgen und Ulrich Müller stellten die Preisträgerin vor
Klaudia Zepuntke wird mit der Jakob-Faasen-Plakette 2026 ausgezeichnet. Die gebürtige Düsseltalerin ist seit mehr als 30 Jahren Gemeindeschwester der evangelischen Kirche in Düsseltal/Flingern. Nach ihrem Eintritt in die SPD übernahm sie das Amt der Düsseldorfer Bürgermeisterin, das sie von 2014 bis 2025 mit großem Erfolg ausübte. Zudem engagiert sich Zepuntke ehrenamtlich als stellvertretende Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf. Ihr Einsatz für Sozial- und Gesundheitspolitik, insbesondere für den Pflegebereich, das Leben im Alter und die Integration, prägt ihren Werdegang.
Ihre Nähe zu den Menschen habe Zepuntke zu einer authentischen Sozialpolitikerin und einer starken Unterstützerin des Brauchtums sowie des Ehrenamts gemacht, betonen Ulrich Müller, Chef der Bilker Schützen, und Christoph Wintgen, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Düsseldorf. „Klaudia Zepuntke berührt die Menschen. Weil sie zuhört, weil sie versteht, weil sie handelt. Sie setzt sich mit viel Herzblut für die Themen der Menschen aus unserer Region ein und stärkt sie in schwierigen Phasen“, sagt Müller. Wintgen ergänzt, Zepuntke habe viele Projekte gefördert, die das soziale Leben bis heute in Düsseldorf verbesserten – nicht nur während ihrer Zeit als Bürgermeisterin, sondern weit darüber hinaus. Sie sei eine begabte Brückenbauerin, die Menschen verbinde und eine.
Pragmatischer, bodenständiger Auftritt mit Hingabe für das Brauchtum
Klaudia Zepuntke ist ausgebildete Krankenschwester. Aus der Praxis kennt sie den Bedarf und die Anforderungen der Menschen an Gesundheitsversorgung und Pflege bestens: Bei ihren Hausbesuchen kümmert sie sich um Seelsorge und Seniorenarbeit. Als Gemeindeschwester der evangelischen Kirche nimmt sie die Menschen unabhängig von Herkunft und Lebenssituation ernst und kümmert sich vertrauensvoll um ihre Anliegen. Mit ihrem pragmatischen, bodenständigen Auftritt erreicht sie die Menschen und bewirkt in bedeutenden Handlungsfeldern wichtige Fortschritte.
Die Liebe zum Brauchtum liegt in der Familie: Ihr Vater war Mitglied bei den Bilker Schützen. Auch Zepuntke selbst ist seit vielen Jahren eine verlässliche Begleiterin und Unterstützerin des Düsseldorfer Brauchtums. So hat sie die Stadt Düsseldorf häufig bei Veranstaltungen von Schützen- und Karnevalsvereinen sowie Heimat- und Bürgervereinen vertreten. Bis heute lässt sie keine Gelegenheit aus, um die Bedeutung des Brauchtums als identitätsstiftendes Kulturgut zu unterstreichen.
Ehrenamt als Herzensthema
Klaudia Zepuntke verkörpert das ehrenamtliche Engagement wie kaum eine andere. Ihr gesamter Lebenslauf, von den sportlichen Anfängen in der Jugend über ihre berufliche Praxis bis hin zu ihren politischen Ämtern, ist von unbezahlter, freiwilliger Arbeit durchzogen. Ihre freie Zeit jenseits von Politik und Beruf stellte sie der evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde zur Verfügung, als ausgebildete Trauerbegleiterin und Trauerberaterin. Gemeinsam mit der Ortspfarrerin leitet sie das gemeindeeigene Sonntagscafé sowie das Trauercafé.
Ihr politisches und repräsentatives Wirken im Düsseldorfer Rathaus zielte darauf ab, die Bedingungen für freiwillig engagierte Menschen zu verbessern und deren gesellschaftliche Anerkennung zu festigen. Systematisch nutzte sie ihre übergeordnete Rolle, um das Ehrenamt aus der reinen Nische der privaten Gefälligkeit in den Fokus der städtischen Gesamtstrategie zu rücken. Im städtischen Büro förderte Zepuntke zudem aktiv die Arbeit der zuständigen Dienststelle, um bürokratische Hürden für Vereine und Initiativen zu senken.
Unterstützerin von Austausch und Orten der Begegnung
Von der Weihnachtsfeier alleinstehender Frauen über den Awo-Aktiv-Treff bis hin zum bürgerschaftlich organisierten Gruppensingen im Nordpark: Wo Menschen zueinander finden, um sich auszutauschen und zu vernetzen, ist Klaudia Zepuntke anzutreffen. Teils als Sprecherin, teils als Gast steht sie den Menschen zur Seite und hat stets ein offenes Ohr für ihre Anliegen. Ihre starke Motivation, nach Kräften zu helfen, macht sie zu einer wertvollen Kümmererin. Ein Ort der Begegnung, der ihr besonders am Herzen liegt, ist der Zoopark: Dort setzte sie sich für den Ausbau der Radwege sowie für Initiativen ein, die Menschen zusammenbringen, ebenso wie für den Austausch der Einzelhändler in der Rethelstraße.
Einsatz für Gleichberechtigung
Als Bürgermeisterin hat Klaudia Zepuntke die Gleichberechtigung von Frauen vorangetrieben. Der Internationale Frauentag etwa erhielt dank ihres Engagements eine deutlich breitere öffentliche Plattform. Darüber hinaus setzte sie sich für zahlreiche gesellschaftliche Initiativen ein: In ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin führte sie den Dialog mit der Initiative „Elternprotest Düsseldorf“, würdigte Veranstaltungen für Kinderschutz und Kinderrechte und richtete den Fokus auf bezahlbaren Wohnraum, der zugleich Gemeinschaftsräume und ‑flächen bietet – wissend, wie wichtig der Austausch gerade für ältere, insbesondere alleinstehende Menschen ist.
„Mit Klaudia Zepuntkes Engagement lassen sich Bücher füllen. Viele Menschen profitieren bis heute von ihrem gesellschaftlichen Einsatz, insbesondere im sozialen Bereich. Es ist sehr beeindruckend, wie stark sie das Ehrenamt verkörpert und gestärkt hat. Solche Menschen brauchen wir in Düsseldorf, heute mehr als je zuvor. Es ist uns daher eine große Freude, dass wir Klaudia Zepuntke mit der Jakob-Faasen-Plakette auszeichnen dürfen“, sagt Wintgen. Die Verleihung erfolgt im Rahmen eines Festakts zur Krönung des Bilker Regimentskönigs Christian Hecker am 26. September 2026.
Hintergrund: Die Jakob-Faasen-Plakette
Seit 2010 zeichnen der Traditionsverein „St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf-Bilk von 1445“ (Bilker Schützen) und die Kreissparkasse Düsseldorf mit der Jakob-Faasen-Plakette Menschen aus, die sich in besonderem Maße für gesellschaftliche Belange in Düsseldorf und der Region einsetzen. Namensgeber ist Jakob Faasen, dessen beruflicher Werdegang bei der Kreissparkasse sich kurz zusammenfassen lässt: vom Lehrling zum Direktor. Am 20. Dezember 1950 wurde er Sparkassendirektor und gehörte bis zu seiner Pensionierung im September 1968 dem Vorstand an. In seiner Freizeit widmete sich Faasen neben Sommer- und Winterbrauchtum vor allem mit viel Herzblut den Bilker Schützen, denen er ab 1952 als erster Chef bis 1975 vorstand. Nach seinem altersbedingten Rücktritt ernannte ihn die Generalversammlung zum Bilker Ehrenchef.