
Kuratorin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin Astrid Hirsch-von Borries der Ausstellung Queeres Leben in der NS-Diktatur © Lokalbüro
Wer die Sonderausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945” noch sehen möchte, sollte sich beeilen: Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf zeigt die Schau nur noch bis einschließlich Sonntag, 30. August 2026. Der Eintritt ist kostenfrei.
Vielfältige Lebensgeschichten queerer Menschen
Anhand von Dokumenten, Grafiken, Fotografien und Zitaten zeichnet die Ausstellung die vielfältigen Lebensgeschichten queerer Menschen zwischen 1933 und 1945 nach. Gezeigt wird dabei auch bislang unveröffentlichtes Material. Die Besucher erhalten so sowohl einen breiten Überblick über die Zeit als auch tiefere Einblicke in einzelne Biografien.
Verfolgung und Selbstbehauptung
Deutlich wird in der Schau, wie das Leben zahlreicher queerer Menschen durch die nationalsozialistische Verfolgung gebrochen und zerstört wurde. Unter Einbeziehung aktueller Forschungsergebnisse erzählt die Ausstellung jedoch nicht nur die Geschichte der Verfolgung, sondern auch von Wegen der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität, die bis in die Nachkriegszeit hineinreichten.
Erweiterung um Düsseldorfer Perspektive
Die Wanderausstellung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld wurde für Düsseldorf um die Schau „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945” ergänzt. Sie macht deutlich, dass sich Emanzipation, Bürgerrechtsbewegung und die Entwicklung einer eigenen Szene keineswegs nur in Berlin abspielten. Auch in Düsseldorf fasste der „Freundschaftsbund” Fuß, es etablierten sich entsprechende Lokale, und Zeitschriften wie „Die Freundin” oder „Der Freund” waren am Zeitschriftenstand erhältlich. Der „Tosca-Palast” war seinerzeit in aller Munde, ein liberaler Rückenwind machte sich bemerkbar.
Öffnungszeiten und Adresse
Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29, zu besichtigen: sonntags sowie dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr.