
Olympiabewerbung © Lokalbüro
Die Entscheidung ist gefallen: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat am Samstag bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden München als deutschen Bewerber für Olympische und Paralympische Spiele ausgewählt. Die gemeinsame Bewerbung der Region KölnRheinRuhr, an der auch Düsseldorf als eine von 15 beteiligten Kommunen mitgewirkt hatte, unterlag im internen Auswahlverfahren knapp. Beide Konzepte waren von den DOSB-Experten zuvor gleichermaßen mit der Bestnote „sehr gut“ bewertet worden, letztlich entschieden die 144 stimmberechtigten Mitglieder des Verbandes. München geht damit ins internationale Rennen um die Ausrichtung der Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.
Wüst: Exzellente Bewerbung, knappe Entscheidung
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigte trotz der Niederlage die Arbeit der Region und kündigte volle Unterstützung für München an. Es sei eine nationale Aufgabe, Olympische und Paralympische Spiele nach Deutschland zu holen, so Wüst, KölnRheinRuhr habe seine Hausaufgaben gemacht und eine exzellente Bewerbung vorgelegt – am Ende hätten Nuancen entschieden. Die Landesregierung wolle nun mit voller Überzeugung hinter der deutschen Bewerbung stehen.
Köln zieht positive Bilanz trotz Absage
Auch Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester, dessen Stadt als Leading City fungierte, reagierte mit gemischten Gefühlen. Er gratulierte München und sicherte volle Unterstützung für den weiteren internationalen Prozess zu, betonte zugleich aber, der eingeschlagene Weg ende für Köln nicht. Die Bewerbung habe Menschen zusammengebracht, neue Partnerschaften geschaffen und eine Aufbruchstimmung für den Sport erzeugt, die die Stadt nun nutzen wolle – etwa über die Initiative „Veedel in Bewegung“, mit der Sport und Bewegung stärker in die Stadtteile getragen werden sollen.
Düsseldorf: Keller und Hintzsche bedauern Ausgang
In Düsseldorf, das als eine der zentralen Austragungsstädte Teil des Rhein-Ruhr-Konzepts gewesen wäre, fiel die Reaktion ähnlich aus. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller erklärte, man bedauere sehr, dass die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region nicht den Zuschlag erhalten habe, man habe mit großer Überzeugung für das gemeinsame Konzept geworben. München gratulierte er zur erfolgreichen Bewerbung und wünschte für den weiteren Weg viel Erfolg. Die Begeisterung für den Sport und die Bereitschaft, internationale Großveranstaltungen auszurichten, blieben in Düsseldorf davon unberührt, so Keller.
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche verwies auf die Erfahrung, die Düsseldorf als Sport- und Veranstaltungsregion in den vergangenen Jahren gesammelt habe. Diese bleibe der Stadt erhalten und werde künftig helfen, weitere große Veranstaltungen nach Düsseldorf zu holen.
SPD Düsseldorf: „Rückenwind darf nicht verpuffen“
Kritischer äußerte sich die Düsseldorfer SPD. Die sportpolitische Sprecherin der SPD/Volt-Ratsfraktion, Eva Lingen, nannte die Entscheidung enttäuschend, gerade weil sich die Düsseldorfer beim Ratsbürgerentscheid im Frühjahr mit klarer Mehrheit für eine Beteiligung an der Rhein-Ruhr-Bewerbung ausgesprochen hätten. Dieses Votum bleibe aus Sicht der SPD ein starkes Signal, unabhängig vom aktuellen Ergebnis. Düsseldorf könne Olympia und Paralympics, man wolle sich die Begeisterung für ein solches Großereignis bewahren, so Lingen.
Die Fraktion fordert zugleich, dass die im Zuge der Bewerbung angestoßenen Vorhaben nicht auf Eis gelegt werden. Vorhaben wie die Sanierung und Modernisierung von Sportstätten, der barrierefreie Ausbau sowie Verbesserungen im Nahverkehr seien auch ohne Spiele für die Stadt sinnvoll und notwendig. Der Rückenwind für den Sport dürfe jetzt nicht verpuffen, mahnte Lingen.