Stadt will Begegnungsorte in den Quartieren stärken

(V. l.) Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, OB Dr. Stephan Keller, Marion Warden, Vorstandsvorsitzende der AWO, und Stephan Glaremin, Leiter des Amtes für Soziales und Jugend, stellten die Broschüre am Montag, 28. September 2026, im Düsseldorfer Rathaus vor © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert
Die Landeshauptstadt Düsseldorf will die sogenannten „Sozialen Orte” in ihren Stadtteilen gezielt fördern. Am Montag hat die Stadtspitze im Rathaus eine neue Broschüre des Amtes für Soziales und Jugend vorgestellt, die unter dem Titel „Soziale Orte – Wir gemeinsam in Düsseldorf” erscheint. Sie soll zeigen, wie vielfältig das Angebot an Treffpunkten in der Stadt bereits ist, und zugleich als Grundlage dienen, die soziale Infrastruktur in den Quartieren künftig besser zu planen.
Wenn klassische Treffpunkte verschwinden
Hintergrund ist eine Entwicklung, die viele Städte kennen: Gaststätten und Vereinsheime erfüllen die Rolle als Ort der Begegnung immer seltener. Auch die Kirchengemeinden haben ihre Angebote in den Quartieren zurückgefahren. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, der die Broschüre gemeinsam mit Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Amtsleiter Stephan Glaremin und der AWO-Vorstandsvorsitzenden Marion Warden präsentierte, verwies zudem auf ein wachsendes gesellschaftliches Problem. „Einsamkeit wird über alle Altersgruppen hinweg zunehmend als Herausforderung wahrgenommen”, sagte Keller. In einer lebendigen Stadt müsse es deshalb gut erreichbare Orte und Räume für Begegnung und Diskurs geben.
Mehr als nur ein Treffpunkt
Hintzsche machte deutlich, was die Stadt unter einem Sozialen Ort versteht. Gemeint seien Einrichtungen im Quartier, die Austausch, Teilhabe und Integration ermöglichen, oft über Generationen hinweg. Viele von ihnen seien fest verankert und werden von der Kommune gefördert, dennoch seien sie bewusst niedrigschwellig angelegt. Dazu zählen Kindertageseinrichtungen und Familienzentren, Häuser für Kinder, Jugendliche und Familien, Jugendfreizeiteinrichtungen, Stadtteil- und Familientreffs, Zentren plus, Bürgerhäuser und Quartierstreffs. Insgesamt nimmt die Broschüre 196 Einrichtungen und Angebote in den Blick. Weil Förderung und Betrieb je nach Einrichtungsart auf ganz unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben beruhen, ordnet sie diese getrennt nach Typen ein.
Zahlen zeigen die Bedeutung
Wie stark die Angebote genutzt werden, belegen die Zahlen für das Jahr 2025. Die acht Bürgerhäuser zählten 206.040 Besucher und Teilnehmende sowie 7.925 Raumvermietungen. Die Familien- und Stadtteiltreffs kamen auf 155.406 Besuche, davon 60.238 von Kindern und Jugendlichen, und organisierten 86.695 Veranstaltungen und Kurse. Die Zentren plus registrierten sogar 501.799 Besuche und Teilnahmen. Im Schnitt engagierten sich dort außerdem 1.124 Menschen pro Monat ehrenamtlich. Bürgerhäuser sowie Stadtteil‑, Familien- und Quartierstreffs stehen grundsätzlich allen offen und sollen Nachbarschaft und Zusammenhalt stärken. Die Broschüre soll diese Orte bekannter machen und Menschen jeden Alters ansprechen.
Kampagne gegen Einsamkeit und neue Ansätze
Amtsleiter Glaremin sieht sein Amt als Motor, solche Orte zu unterstützen, zu etablieren und weiterzuentwickeln. Bereits im vergangenen Jahr habe das Amt eine umfangreiche Kampagne gegen Einsamkeit gestartet. Nun kämen neue Ansätze hinzu, etwa das sogenannte Social Prescribing, bei dem soziale Aktivitäten und Begegnungsmöglichkeiten gewissermaßen „auf Rezept” vermittelt werden.
Datenbank für GemeinschaftsräumeErgänzt wird die Broschüre durch die neue Datenbank „Gemeinschaftsräume”. Sie informiert über verfügbare Räume, erleichtert den Zugang und soll bürgerschaftliches Engagement sowie nachbarschaftliche Aktivitäten unterstützen. Zu finden ist sie unter gemeinschaftsraeume-duesseldorf.de. Alle weiteren Angebote des Amtes für Soziales und Jugend gibt es unter www.duesseldorf.de/soziales.