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Die Titanic geht in Rath vor Anker: Immersive Schau startet am 2. Dezember

Präsentierten die Titanic-Ausstellung für Düsseldorf (v. l.): Michael Brill (D.Live), Kulturdezernentin Miriam Koch, Malte Fiebing-Petersen (Deutscher Titanic-Verein 1997) und Veranstalter Oliver Forster. Koch und Fiebing-Petersen halten nachgebildete Bordkarten im Stil der White Star Line in den Händen. © Lokalbüro

Prä­sen­tier­ten die Tita­nic-Aus­stel­lung für Düs­sel­dorf (v. l.): Michael Brill (D.Live), Kul­tur­de­zer­nen­tin Miriam Koch, Malte Fie­bing-Peter­sen (Deut­scher Tita­nic-Ver­ein 1997) und Ver­an­stal­ter Oli­ver Fors­ter. Koch und Fie­bing-Peter­sen hal­ten nach­ge­bil­dete Bord­kar­ten im Stil der White Star Line in den Hän­den. © Lokalbüro

 

Wer im Win­ter die Story Hall in Rath betritt, wird zum Pas­sa­gier: Ab dem 2. Dezem­ber zeigt die Halle am Rather Kreuz­weg 106 die Aus­stel­lung „Tita­nic: Eine immersive Reise“. Bis April 2027 soll die Schau lau­fen, danach sind in der Halle andere Aus­stel­lun­gen geplant. Bei einem Pres­se­ter­min stell­ten Ver­an­stal­ter, Tita­nic-Experte, Betrei­ber und Stadt das Pro­jekt vor.

Der Rund­gang beginnt mit einer Bordkarte
Jeder Besu­cher bekommt zu Beginn eine nach­ge­bil­dete Bord­karte im Stil der White Star Line, der Ree­de­rei der Tita­nic. Sie gehört zu einem ech­ten Pas­sa­gier oder Crew­mit­glied und nennt unter ande­rem Name, Alter und Her­kunft. Beim Pres­se­ter­min wur­den die Kar­ten erklärt und gezeigt. Aus der berühm­ten Kata­stro­phe wird so eine per­sön­li­che Geschichte, denn wer die Karte in der Hand hält, folgt dem Schick­sal eines Menschen.

Wie der Rund­gang auf­ge­baut ist, zei­gen die bis­he­ri­gen Sta­tio­nen. In Dres­den führt er nach Anga­ben von Radio Dres­den durch die Klas­sen an Bord, über die Brü­cke bis zum Krä­hen­nest und am Ende in ein Ret­tungs­boot. Zum Schluss steht man dort vor vier Glas­wän­den, in die die Namen aller Pas­sa­giere und Crew­mit­glie­der ein­gra­viert sind.

Kes­sel­raum, Funk­raum und ein Tauch­gang zum Wrack
In Düs­sel­dorf sol­len rund 300 Expo­nate zu sehen sein, fünf davon stam­men nach Anga­ben vom Ter­min von der Tita­nic selbst. Vie­les haben eng­li­sche Samm­ler zur Ver­fü­gung gestellt, dar­un­ter sind Ori­gi­nal­stü­cke vom Schwes­ter­schiff Olym­pic. An ande­ren Sta­tio­nen kamen zudem Stü­cke der Bri­tan­nic, des Ret­tungs­schiffs Car­pa­thia und des Frach­ters Cali­for­nian hinzu, der trotz sicht­ba­rer Not­ra­ke­ten nicht zu Hilfe kam.

Die Aus­stel­lung setzt auf nach­ge­baute Räume wie den Kes­sel­raum mit sei­nen glü­hen­den Feu­er­klap­pen und einen detail­reich ein­ge­rich­te­ten Funk­raum. Dazu kom­men 360-Grad-Pro­jek­tio­nen, die den Unter­gang in einem immersi­ven Raum erleb­bar machen. Den Abschluss bil­det an den bis­he­ri­gen Sta­tio­nen eine zwölf­mi­nü­tige Vir­tual-Rea­lity-Fahrt zum Wrack. Berich­ten aus Ham­burg zufolge kann die rasante Fahrt durch das sin­kende Schiff schwind­lig machen, dann hilft es, kurz die Augen zu schlie­ßen oder abzu­bre­chen. Wer möchte, kann auf einem nach­ge­bau­ten Son­nen­deck die berühmte Film­szene mit Jack und Rose nach­stel­len. Die Schau erzählt aber mehr als den Mythos. Sie fragt, warum so viele Ret­tungs­boote nicht voll besetzt waren, klärt Legen­den auf und zeigt, was sich nach dem Unglück in der Schiff­fahrt änderte.

Ein Aus­stel­lungs­er­folg mit Vorgeschichte
Die Tita­nic hatte am 10. April 1912 Sout­hamp­ton ver­las­sen und sank in der Nacht zum 15. April nach der Kol­li­sion mit einem Eis­berg. Von den mehr als 2.200 Men­schen an Bord über­leb­ten nur rund 700. Die Geschichte fas­zi­niert bis heute. Nach Anga­ben der Ver­an­stal­ter haben knapp drei Mil­lio­nen Men­schen die Aus­stel­lung gese­hen, unter ande­rem in Atlanta, Bar­ce­lona, Sin­ga­pur und Ham­burg. In Deutsch­land star­tete sie im Februar 2025 in Köln-Ehren­feld und wurde dort wegen der gro­ßen Nach­frage ver­län­gert. In Ham­burg füllte sie 3.000 Qua­drat­me­ter. Der­zeit läuft sie noch in Dresden.

Stadt freut sich auf Gäste von aus­wärtsFür die Stadt nahm Kul­tur­de­zer­nen­tin Miriam Koch teil, die Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler ver­trat. Die Stadt freue sich auf die vie­len auch aus­wär­ti­gen Besu­cher, sagte sie. Düs­sel­dorf sei immer bereit, sei­nen Gäs­ten etwas zu bie­ten. Als aktu­el­les Bei­spiel nannte Koch die der­zeit lau­fen­den Kon­zerte der Back­street Boys.

Als Ver­an­stal­ter trat Oli­ver Fors­ter auf, des­sen Pas­sauer Firma COFO Enter­tain­ment die Aus­stel­lung in Deutsch­land zeigt. Wis­sen­schaft­lich beglei­tet wird die Schau von Malte Fie­bing-Peter­sen, dem Vor­sit­zen­den des Deut­schen Tita­nic-Ver­eins 1997. Betrei­ber der Story Hall ist D.Live, die in Düs­sel­dorf unter ande­rem auch die Mer­kur Spiel-Arena betreibt. Deren Geschäfts­füh­rer Michael Brill war beim Ter­min dabei.

Fas­sade wird zum Schiffsrumpf
Auch von außen soll die Halle auf das Thema ein­stim­men. Ein beim Ter­min gezeig­ter Ent­wurf sieht an der Ein­gangs­seite ein gro­ßes Tita­nic-Motiv mit Mond und Eis­berg vor, dazu einen Pfeil mit dem Schrift­zug „Ein­gang“. Die Haupt­fas­sade soll wie die Bord­wand eines Oze­an­rie­sen gestal­tet wer­den, mit Ret­tungs­boo­ten, Fens­ter­rei­hen, Bull­au­gen und dem Schrift­zug „White Star Line“. Vor dem Gebäude ist eine Rasen­flä­che mit einem Plat­ten­weg zum Ein­gang geplant.

Eine Halle auf Zeit
Die Halle ist nur als Zwi­schen­nut­zung gedacht. Die übri­gen Gebäude auf dem Gelände sind teils bereits abge­ris­sen, der Abbruch wird noch Jahre in Anspruch neh­men. Was dort lang­fris­tig ent­ste­hen soll und wer die Flä­che ent­wi­ckelt, ist noch nicht bekannt.

Park­plätze ja, Bahn eher schwierig
Für die Anreise sol­len vor Ort Park­plätze geschaf­fen wer­den. Die Anbin­dung an den öffent­li­chen Nah­ver­kehr ist dage­gen nicht beson­ders gut. Die Ein­tritts­preise sol­len je nach Besuchs­zeit zwi­schen 12 und 28 Euro lie­gen. Tickets und wei­tere Infor­ma­tio­nen gibt es unter titanic-experience.com.

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