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Schwein gehabt zum Saisonfinale

Dr. Alexander Bethke-Jaenicke und Dr. Stephan Keller  © Lokalbüro

Dr. Alex­an­der Bethke-Jae­ni­cke und Dr. Ste­phan Kel­ler © Lokalbüro

 

 

Von Man­fred Fammler

Mit dem „Gro­ßen Preis der Lan­des­haupt­stadt“ endet am Sonn­tag die Renn­sai­son auf dem Geläuf in Gra­fen­berg. Eine Sai­son, an die sich der Rei­ter- und Renn­ver­ein bestimmt noch lange erin­nern wird. Wild­schweine hat­ten sich zum nächt­li­chen Diner auf der Renn­bahn ver­sam­melt und fan­den den Geschmack des Rasens exquisit.

Dem einen Freud, des ande­ren Leid. Weil das Geläuf nach dem schwei­ni­schen Din­ner große Löcher auf­wies, muss­ten zwei Renn­tage ersatz­los gestri­chen wer­den. Der Scha­den ist dabei noch nicht abzu­schät­zen. „Zwi­schen 50.000 und 100.000 Euro“, schätzt Alex­an­der Bethke-Jae­ni­cke. Die Fol­ge­kos­ten sind eben­falls noch nicht abzu­se­hen. „Wir müs­sen wohl einen Zaun bauen“, sagte der Prä­si­dent des Düs­sel­dor­fer Rei­ter- und Renn­ver­eins, wobei er diese Inves­ti­tion auf „einen sechs­stel­li­gen Betrag“ schätzte.

Doch der Ver­an­stal­ter blickt opti­mis­tisch in die nähere Zukunft, und die reicht bis Sonn­tag. Schließ­lich hat sich bis­her keine Sau auf dem Geläuf sehen las­sen. Bis­her dem­nach: „Schwein gehabt“.

10.000 Besu­cher erwar­tet der Rei­ter- und Renn­ver­ein auf Deutsch­lands wohl schöns­ter Galopp­renn­bahn bei bes­ten kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen und mit einem ziem­lich star­ken Ass im Ärmel. Denn: Die Tau­sen­den an Frei­kar­ten für den aus­ge­fal­le­nen Spar­kas­sen­renn­tag blei­ben gültig.

Und für die Wet­ter: Das fast best­do­tierte Topren­nen (30.000 Euro) – vom Ver­an­stal­ter als „zwei­tes Haupt­ren­nen“ aus­ge­lobt – steht unter dem Namen des Geld­in­sti­tuts und heißt „Gro­ßer Spar­kas­sen-Fami­lien-Cup“. Dadurch wird der letzte Turf-Tag in Düs­sel­dorf frei­lich aufgewertet.

Der Preis der Lan­des­haupt­stadt bleibt an die­sem Tag natür­lich im Fokus. Das Ren­nen star­tet gegen 15 Uhr und führt über eine Distanz von 1.700 Metern. Das Gruppe-3-Ren­nen ist mit 55.000 Euro dotiert. Darum kämp­fen sie­ben der zehn Top­jo­ckeys in Deutschland.

Wem das an einem Tag mit zehn Wett­be­wer­ben in Gra­fen­berg nicht aus­reicht, bekommt noch einen Zusatz­kick: Das bedeu­tendste Galopp­sport­er­eig­nis der Welt, der „Prix de l’Arc de Triom­phe“, wird zwi­schen­durch live auf die Galopp­renn­bahn übertragen.

Von Frank­reichs Metro­pole Paris ist es dann auch nur ein klei­ner Schwenk nach Sizi­lien, genauer gesagt Palermo, Part­ner­stadt Düs­sel­dorfs. „Ita­lie­ni­sches Flair“, ver­spricht Düs­sel­dorfs Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Kel­ler des­we­gen auf der Renn­bahn bei den Fei­ern zur zehn­jäh­ri­gen Städtepartnerschaft.

Dazu gibt es ein beglei­ten­des Bon­mot: Der Düs­sel­dor­fer Vespa-Club „Sau­hau­fen“ orga­ni­siert einen Corso des kul­ti­gen Klas­si­kers zur Renn­bahn. Start­punkt ist nicht der Burg­platz, wie ursprüng­lich geplant, son­dern der Nord­park, weil sich zu viele Teil­neh­mer ange­mel­det haben – der­zeit weit über 500.

Doch zurück zu dem Renn­tag, der in den letz­ten Jah­ren mehr als den Turf­s­port umfasste. Viel­mehr haben sich die Renn­tage in Gra­fen­berg als Fami­li­en­aus­flug eta­bliert. Die­ser Umstand fin­det sich auch im Rah­men­pro­gramm wieder.

Die Spar­kasse lockt mit einem XXL-Kin­der­land mit kos­ten­freien Spiel- und Schlem­mer­stän­den, schau­ins­land rei­sen wird durch ein Spiel­mo­bil ver­tre­ten und der Schau­stel­ler­ver­band Düs­sel­dorf – erst­mals Spon­sor eines Ren­nens – wirbt für die Herbst­kir­mes am Tonhallenufer.

Stellt sich ange­sichts des bes­ten Jah­res­er­geb­nis­ses bis zur „Turf-Sabo­tage“ durch Obe­lix’ Leib­speise die letzte Frage: Wird es am Sonn­tag Wild­schwein im Bröt­chen auf der Galopp­renn­bahn geben?

Alex­an­der Bethke-Jae­ni­cke lacht: „Wenn über­haupt an Weihnachten.“

Mit der Vespa zum Pferderennen Sibylle Vogt und Andrea Höngesberg © Anne Orthen

Mit der Vespa zum Pfer­de­ren­nen Sibylle Vogt und Andrea Höngesberg © Anne Orthen

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