
Dirk Geuer und Heribert Klein © Lokalbüro
Talk mit Heribert Klein über Kunst und Netzwerke – Galerist, Kurator und Verleger Dirk Geuer gilt als „Kunst-Ideen-Genie“
Eine „Sternstunde“ der guten und informativen Unterhaltung rund um die Kunst erlebten rund 90 Besucher beim 26. Kaffee-Klatsch im restlos voll besetzten Mutter Ey Kunst Kaffee in der Düsseldorfer Altstadt. Düsseldorfs UNICEF-Kultmoderator Heribert Klein begrüßte diesmal den Galeristen, Kurator, Verleger und Kunst-Netzwerker Dirk Geuer zu einem ebenso unterhaltsamen wie informativen Talk im Andreas Quartier der Frankonia Eurobau.
Auf der Bühne begegneten sich nicht nur zwei erfahrene Netzwerker aus unterschiedlichen Bereichen – dem sozialen Engagement und der Kunst –, sondern auch zwei langjährige Freunde. In lockerer Atmosphäre entlockte Klein seinem Gast zahlreiche persönliche Erinnerungen, Begegnungen und Hintergrundgeschichten aus dessen Leben, die das Publikum spürbar fesselten.
Dirk Geuer stammt aus einem Elternhaus in Grevenbroich, in dem Kunst stets eine bedeutende Rolle spielte. So verwundert es kaum, dass beide Söhne beruflich diesen Weg einschlugen. Doch schon früh zeigte sich, dass Dirk Geuer eigene Wege gehen würde. Von Beginn an entwickelte er Ideen, die er unbedingt verwirklichen wollte – auch wenn diese nicht immer sofort auf Zustimmung bei den Künstlern stießen, denen er begegnete. Seine Konzepte schwammen selten im Strom der Mitbewerber, sondern oft bewusst dagegen. Es waren Visionen, die er in der Kunst realisierte.
Eine seiner frühen und prägenden Begegnungen war der Künstler Jörg Immendorff, einer der bedeutenden Vertreter der deutschen Kunstszene. Wie viele Künstler mit eigenständigem Erfolgsweg war auch Immendorff anspruchsvoll und kritisch – doch gerade außergewöhnliche Ideen konnten ihn überzeugen. Solche brachte Dirk Geuer bereits früh in seine Arbeit ein.
Im Laufe der Jahre folgten Kooperationen mit international renommierten Künstlern. Namen wie Julian Schnabel, Günther Uecker oder Tony Cragg stehen stellvertretend für eine lange Liste bedeutender Persönlichkeiten der Kunstwelt. In Geuers Galerie gegenüber der Deutschen Oper am Rhein sind regelmäßig viel beachtete Ausstellungen zu sehen.
Gleichzeitig engagiert sich Geuer stark für junge Künstler. Dennoch betont er immer wieder, dass Erfolg auch Bescheidenheit erfordert. Sein Rat an den Nachwuchs: sich ständig weiterbilden, offen für Erfahrungen bleiben und den Blick über nationale Grenzen hinaus richten. Wer zu früh abhebt, so Geuer, riskiert schnell Rückschritte.
Heute sei es für Künstler kaum noch möglich, allein erfolgreich zu sein. Neben Talent brauche es Management, Wissen, Ideen, ein starkes Netzwerk und langjährige Erfahrung. Sichtbarkeit in internationalen Ausstellungen, Projekten und medialer Präsenz sei entscheidend, um in der Kunstwelt wahrgenommen zu werden.
Genau hier setzt Geuers Arbeit an. Ob beim geplanten Skulpturenpark auf dem ehemaligen Henkel-Privatgelände in Düsseldorf, den er gemeinsam mit Uwe und Manuela Schmitz realisiert, bei Kunstprojekten im Andreas Quartier oder bei internationalen Initiativen – immer steht eine besondere Idee im Mittelpunkt.
Auch im Vatikan fanden seine Konzepte Aufmerksamkeit. Dort wird Dirk Geuer heute langfristig als Berater geschätzt und erhielt für seine Arbeit sogar eine Auszeichnung, die ihn selbst überraschte, aber sehr bewegte.
Besonders eindrucksvoll ist ein Projekt mit Michael Patrick Kelly: die Entstehung der „Peace Bell“. Die Glocke wurde aus Bronze von ehemaligen Kriegswaffen neu gegossen und steht symbolisch für den Frieden. Bei Kellys Konzerten erklingt sie eine Minute lang – als stille Mahnung und Zeichen der Hoffnung.
Solche Projekte zeigen, wie stark hinter vielen Initiativen die besondere „Geuer-Idee“ steht. Zahlreiche weitere Beispiele sorgten an diesem Nachmittag für Begeisterung im Publikum.
Der Talk entwickelte sich zu einem lebendigen Gespräch zweier Freunde, in dem deutlich wurde, wie außergewöhnliche Kunstideen entstehen – und mit Mut, Netzwerk und Engagement Wirklichkeit werden.
Oder, wie es an diesem Nachmittag treffend formuliert wurde:
„Kunst kommt eben doch von Können.“
Der nächste Talk im Mutter Ey Kunst Kaffee findet am 21. Mai 2026 statt. Gast ist Andreas Sistig, Vorsitzender der BINELLA Cosmetic AG (Schweiz) sowie der PERICO COSMETIC’s GmbH in Dorsten.
Anmeldungen sind ab sofort möglich unter: info@mutter-ey-cafe.de

Heribert Klein stellt Dirk Geuer ein Kunstwerk einer jungen Nachwuchskünstlerin vor © Lokalbüro

