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Gleich zwei Tage innerhalb einer Woche müssen Düsseldorfer auf Busse und Bahnen verzichten. Die Gewerkschaft ver.di hat für Dienstag und Donnerstag zu Warnstreiks aufgerufen – und macht damit den Druck auf die Arbeitgeber in der festgefahrenen ÖPNV-Tarifrunde spürbar.
Bereits morgen, am Dienstag, 17. März, stehen Busse, U‑Bahnen und Straßenbahnen in Düsseldorf ganztägig still. Der Streik beginnt um 3 Uhr morgens und dauert 24 Stunden. Nur einzelne Linien von Fremd- und Tochterunternehmen sollen verkehren – eine Garantie gibt es nicht. Besonders ungünstig: Der Streiktag fällt auf den letzten Tag der internationalen Weinmesse ProWein. Die Messe Düsseldorf hat mit 30 Sonderbussen auf vier eigens eingerichteten Linien reagiert, die Besucher zu Bahnhöfen und Hotelstandorten bringen sollen.
“Wir stehen in Nordrhein-Westfalen – nun bereits im dritten Monat dieser Tarifrunde – immer noch ohne spürbare Fortschritte da.” Heinz Rech, ver.di-Verhandlungsführer NRW
Am Mittwoch, 18. März, sind zunächst vor allem Wartungs- und Instandhaltungsteams betroffen. Doch schon am Donnerstag, 19. März, kommt es erneut zum Komplettausfall: NRW schließt sich dann einem bundesweiten Aktionstag an – Busse und Straßenbahnen stehen von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht still. S‑Bahnen und Regionalzüge sind an keinem der Streiktage betroffen.
Hintergrund ist eine seit Monaten festgefahrene Tarifrunde. Ver.di verhandelt mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW) über bessere Arbeitsbedingungen für rund 30.000 Beschäftigte in etwa 30 kommunalen Verkehrsunternehmen. Kernforderung ist eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich, dazu Erleichterungen beim Schichtdienst und höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit. Auch nach zwei Verhandlungsrunden liegt kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber vor.
Rech warnte, der ÖPNV in NRW sei als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge gefährdet, sollte es nicht gelingen, Belastung und Fluktuation in der Branche zu senken. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 24. März angesetzt.


