
© Bürgerstifftung Düsseldorf
Bürgerstiftung Düsseldorf holt immobile und demenzkranke Heimbewohner aus dem Alltag – mit Musik, Gemeinschaft und einem Stück Lebensfreude.
Wer im Pflegeheim lebt und kaum noch mobil ist, erlebt selten kulturelle Ausflüge. Das will die Bürgerstiftung Düsseldorf mit ihrem neuen Projekt „Singexpress” ändern. Die Idee: Jeweils zwanzig Bewohner aus verschiedenen Senioreneinrichtungen werden mit Fahrdienst und geschultem Betreuungspersonal zur wöchentlichen Chorprobe des Stiftungschors „Die Spätzünder” in die Johanneskirche gebracht.
Der Chor ist in der Stadt längst bekannt. Seit Jahren besuchen die „Spätzünder” Pflegeheime, singen mit den Bewohnern bekannte Melodien – und erleben dabei immer wieder, was Musik bei demenziell veränderten Menschen auslösen kann. Viele, die im Alltag kaum noch kommunizieren, singen plötzlich alle Strophen mit. Musik aktiviert das Langzeitgedächtnis auf eine Weise, die Sprache und Pflege allein nicht erreichen.
Beim Singexpress geht es nicht darum, die Heimbewohner als Publikum in eine Aufführung zu setzen. Sie kommen zur Probe – mitten ins Geschehen, zum Mitsingen, Zuhören und Miterleben. Anschließend gibt es Kaffee in der Kirche, einen Moment der Normalität und des sozialen Miteinanders außerhalb der Einrichtung.
„Wir alle freuen uns, dass die Bürgerstiftung ihr Portfolio um dieses besondere Projekt erweitert. Das Singen ist ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis – über die Musik werden viele schöne Erinnerungen wieder zum Leben erweckt”, sagt Christine Ullmann, Projektleiterin und Ideengeberin des Singexpress.
Den Auftakt machte am Dienstag das Pflegezentrum Haus Fürstenwall der EVK Altenhilfe. Udo Pilzecker zog eine durchweg positive Bilanz. Für viele Bewohner sei der Tag mehr gewesen als ein gewöhnlicher Ausflug – ein kulturelles Erlebnis, das an eigene Chorerfahrungen erinnerte oder neue Eindrücke schenkte. „Der herzliche Empfang im Café und die kontaktfreudige Art der Chormitglieder haben diesen schönen Tag noch abgerundet”, so Pilzecker.
In der diesjährigen Pilotphase sind insgesamt vier Termine geplant. Am 6. Mai folgt das Kronenhaus am Südring, zwei weitere Termine sind für den Jahresverlauf vorgesehen. Verläuft die Pilotphase erfolgreich, soll das Angebot 2027 deutlich ausgeweitet werden. Die Bürgerstiftung finanziert den Transport und stellt sicher, dass Betreuungskräfte aus den jeweiligen Einrichtungen die Gruppen begleiten – damit entsteht ein geschützter sozialer Raum auch für Menschen, die sonst kaum Gelegenheit haben, am kulturellen Leben der Stadt teilzunehmen.
Weitere Informationen unter www.buergerstiftung-duesseldorf.de


