Den Spe­zia­lis­ten enging nichts © Lokalbüro

 

Am Kar­frei­tag hat die Poli­zei in Nord­rhein-West­fa­len ver­stärkt gegen die Tuner- und Raser­szene kon­trol­liert. Im Fokus stan­den dabei ins­be­son­dere ver­bo­tene Kraft­fahr­zeug­ren­nen, über­höhte Geschwin­dig­keit, ille­gale Umbau­ten sowie Ver­stöße gegen Lärm­schutz­vor­ga­ben. Auch in Düs­sel­dorf wur­den umfang­rei­che Maß­nah­men umgesetzt.

Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul betonte im Vor­feld die klare Linie der Behör­den: Er habe nichts gegen optisch auf­fäl­lige Fahr­zeuge, solange diese legal und ver­kehrs­si­cher seien. Wer jedoch öffent­li­che Stra­ßen für ris­kante Fahr­ma­nö­ver nutze, über­schreite eine Grenze. Ziel der Ein­sätze sei es, die Sicher­heit aller Ver­kehrs­teil­neh­mer zu gewährleisten.

Ein Schwer­punkt der Kon­trol­len lag in der Düs­sel­dor­fer Innen­stadt rund um den Cor­ne­li­us­platz. Dort rich­tete die Poli­zei eine Kon­troll­stelle ein, zu der auf­fäl­lige Fahr­zeuge gezielt gelei­tet wur­den. Ein­satz­kräfte über­prüf­ten tech­ni­sche Ver­än­de­run­gen, Fahr­zeug­zu­stand sowie die Ein­hal­tung gesetz­li­cher Vor­schrif­ten. Unter­stützt wur­den sie unter ande­rem von Motor­rad­po­li­zis­ten, die im Stadt­ge­biet unter­wegs waren.

Inner­halb weni­ger Stun­den kon­trol­lier­ten die Beam­ten zahl­rei­che Fahr­zeuge – vom hoch­mo­to­ri­sier­ten Sport­wa­gen bis zum umge­bau­ten Klein­wa­gen. Dar­un­ter befan­den sich unter ande­rem Modelle der Mar­ken Por­sche, Lam­bor­ghini und Bra­bus. Auf­fäl­lige Umbau­ten wur­den dabei beson­ders genau geprüft, etwa Ver­än­de­run­gen an Fahr­werk, Abgas­an­lage oder Bereifung.

In meh­re­ren Fäl­len stell­ten die Beam­ten gra­vie­rende tech­ni­sche Män­gel fest. Ins­ge­samt vier Fahr­zeuge muss­ten abge­schleppt und sicher­ge­stellt wer­den, da ihre Ver­kehrs­si­cher­heit nicht mehr gewähr­leis­tet war oder die Betriebs­er­laub­nis erlo­schen war. Zusätz­lich ent­deck­ten Ein­satz­kräfte bei einer Kon­trolle eine Schuss­waffe im Hand­schuh­fach eines Fahr­zeugs. Gegen den Fah­rer wur­den ent­spre­chende Maß­nah­men eingeleitet.

Dar­über hin­aus erga­ben sich Hin­weise auf Dro­gen­kon­sum bei ein­zel­nen Ver­kehrs­teil­neh­mern, was wei­tere Ermitt­lun­gen nach sich zog. Die Poli­zei kün­digte an, Ver­stöße kon­se­quent zu verfolgen.

Hin­ter­grund der Maß­nah­men ist eine wei­ter­hin ange­spannte Lage im Bereich ille­ga­ler Auto­rennen. Nach Anga­ben des Innen­mi­nis­te­ri­ums wur­den im Jahr 2025 lan­des­weit mehr als 2.300 ver­bo­tene Kraft­fahr­zeug­ren­nen regis­triert. In meh­re­ren hun­dert Fäl­len kam es zu Unfäl­len, bei denen auch Todes­op­fer zu bekla­gen waren. Die Behör­den sehen des­halb wei­ter­hin hohen Handlungsbedarf.

Der soge­nannte „Car-Frei­tag“ gilt in der Szene tra­di­tio­nell als Sai­son­auf­takt. Für die Poli­zei hin­ge­gen ist er seit Jah­ren ein fes­ter Ter­min für gezielte Kon­troll­ak­tio­nen. Neben mobi­len Strei­fen kom­men dabei regel­mä­ßig auch sta­tio­näre Kon­troll­punkte zum Einsatz.

Die Bilanz der aktu­el­len Ein­sätze zeigt erneut, dass ein erheb­li­cher Teil der über­prüf­ten Fahr­zeuge Bean­stan­dun­gen auf­weist. Die Poli­zei kün­digte an, ihre Maß­nah­men gegen ille­ga­les Tuning und ris­kan­tes Fahr­ver­hal­ten auch künf­tig fort­zu­set­zen. Ziel bleibe es, die Ver­kehrs­si­cher­heit nach­hal­tig zu erhö­hen und Gefah­ren früh­zei­tig zu unterbinden.

Mehr Bil­der hier