
Unfall zweier Straßenbahnen © LB / Olaf Oidtmann
Nach der Kollision zweier Straßenbahnen der Linie 709 am vergangenen Samstag rund um den Japantag 2026 an der Kreuzung Berliner Allee / Graf-Adolf-Straße in Düsseldorf laufen die Untersuchungen der Rheinbahn auf Hochtouren. Das Verkehrsunternehmen hat nun angekündigt, seine Sicherheitsmaßnahmen deutlich auszuweiten und in einer bereichsübergreifenden Taskforce zu bündeln.
Fahrsignal zeigte grün – Weiche stand falsch
Nach aktuellem Stand der technischen Auswertungen zeigte das Fahrsignal zum Zeitpunkt des Unfalls die Freigabe für die Geradeausfahrt. Gleichzeitig befand sich die betroffene Weiche in einer abweichenden Stellung. Das zugehörige Weichensignal war nach bisherigen Erkenntnissen dunkel – zeigte also kein Signal an. Warum es zu dieser gefährlichen Kombination kommen konnte und warum die vorhandenen Sicherungsmechanismen nicht eingriffen, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Ausgewertet werden unter anderem Fahrzeugdaten, die Weichensteuerung und die Signaltechnik. Zudem wird der Fahrer befragt.
Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe betonte, man wolle keine vorschnellen Erklärungen liefern: „Wir müssen verstehen, warum vorhandene Sicherheitsbarrieren in dieser Situation nicht ausreichend gegriffen haben. Unser Anspruch ist klar: Das Gesamtsystem muss so robust sein, dass einzelne Fehler oder technische Störungen nicht zu schweren Unfällen führen.”
Taskforce wird ausgebaut
Die Rheinbahn verfolgt nach eigenen Angaben bewusst einen systemischen Ansatz bei der Aufarbeitung, da frühere Unfälle gezeigt hätten, dass komplexe Betriebssituationen, technische Auffälligkeiten und menschliche Faktoren zusammenwirken können. Die bereits Ende vergangenen Jahres eingerichtete Taskforce zur Aufarbeitung von Entgleisungen und Unfällen wird deshalb zu einer erweiterten bereichsübergreifenden Taskforce „Sicherheitssteuerung” weiterentwickelt. Ziel ist es, Erkenntnisse schneller zusammenzuführen, Risiken frühzeitig sichtbar zu machen und Massnahmen konsequenter umzusetzen.
Konkret prüft das Unternehmen zusätzliche technische Sicherungen an kritischen Weichenbereichen, eine Weiterentwicklung der Signal- und Weichenlogiken sowie weitere betriebliche Sicherheitsmassnahmen. Auch zusätzliche Schulungen für Fahrer im Fahrdienst sind bereits angelaufen.
Gedanken bei den Verletzten
Grabbe erklärte, die Bilder und Folgen des Unfalls beschäftigten das Unternehmen nach wie vor sehr. „Unsere Gedanken sind bei den verletzten Fahrgästen. Gleichzeitig belastet der Vorfall auch Mitarbeitende, die das Ereignis erlebt haben oder an der Bewältigung beteiligt waren. Ein solcher Unfall darf nicht passieren.” Wie viele Menschen bei der Kollision verletzt wurden, teilte die Rheinbahn in ihrer Mitteilung nicht mit


