
Ziel der Entsiegelungsaktion “Grau raus, Grün rein” ist es, gepflasterte Flächen im Stadtgebiet zu reduzieren und zu bepflanzen. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lasse Rotthoff
Düsseldorf fördert die Entsiegelung privater Flächen – und tritt dabei gegen Bonn und Köln an.
Wer seinen Vorgarten, Innenhof oder seine Terrasse entsiegelt und begrünt, tut dieser Tage gleich mehreres auf einmal: Er verbessert das Stadtklima, schafft Lebensraum für Insekten – und verhilft Düsseldorf womöglich zu einem Wanderpokal. Seit dem 24. März 2026 läuft die städtische Förderaktion „Grau raus, Grün rein”, die Privatpersonen und Kleinbetriebe mit 25 Euro pro Quadratmeter dabei unterstützt, versiegelte Flächen zurückzubauen. Voraussetzung: Die umgestaltete Fläche muss mindestens fünf Quadratmeter groß sein.
Die Aktion ist in diesem Jahr Teil eines Städtewettbewerbs zwischen Bonn, Düsseldorf und Köln. Bis Ende Oktober werden die entsiegelten Flächen erfasst – wer je Einwohner am meisten Beton und Pflaster durch Grün ersetzt, gewinnt die „Goldene Gießkanne”. Derzeit liegt Düsseldorf mit 0,73 Quadratmetern entsiegelter Fläche je 1.000 Einwohner auf Platz zwei, hinter Bonn (0,95 Quadratmeter) und deutlich vor Köln (0,24 Quadratmeter). Wer mitmacht, stärkt also nicht nur den eigenen Garten, sondern auch die Stadtbilanz.
Gartenexpertin Melanie Unterberg, bekannt aus der WDR-Lokalzeit Düsseldorf, wirbt als Botschafterin für die Aktion. Die staatlich geprüfte Gartenbautechnikerin arbeitet seit fast 30 Jahren daran, Grünflächen zu schaffen, die dem Stadtklima und der Artenvielfalt zugutekommen. Versiegelte Flächen heizen sich an heißen Sommertagen stark auf und bilden Hitzeinseln; begrünte Flächen hingegen kühlen durch Verdunstung, lassen Regenwasser versickern und bieten Lebensraum für Insekten und andere Tiere.
Umweltdezernent Jochen Kral verwies angesichts einer frühen Hitzewelle auf die Dringlichkeit solcher Maßnahmen: Innenhöfe, Terrassen und Vorgärten zu begrünen sei ein praktischer Beitrag gegen das Übermaß an Hitze in der Stadt.
Wer die neu geschaffenen Grünflächen anlegen will, kann sich dabei kostenlos mit Düsseldorfer Kompost versorgen. Dieser wird aus Biotonnen- und Grünschnittabfällen in der Kompostierungsanlage der KDM GmbH gewonnen und kann auf den Recyclinghöfen in Flingern und Lohausen sowie an den Kompostierungsanlagen in Düsseldorf-Hamm und Ratingen abgeholt werden – eigene Behälter und eine Schaufel sollten mitgebracht werden.
Wer keine Förderung beantragen möchte, kann eine entsiegelte Fläche auch ohne Antrag für den Städtewettbewerb melden: Eine Fotodokumentation vor und nach der Umgestaltung sowie die Angabe der Flächengröße genügen. Weitere Informationen zur Förderung gibt es beim Umweltamt der Stadt Düsseldorf.


