
Unfall zweier Straßenbahnen © LB / Olaf Oidtmann
Nach einer Serie von Entgleisungen und Unfällen hat die Rheinbahn umfangreiche Sofortmaßnahmen eingeleitet und drei unabhängige externe Sicherheitsuntersuchungen beauftragt. Vorständin Annette Grabbe gab die Devise aus: „Sicherheit geht vor Geschwindigkeit.”
Zu den unmittelbar wirksamen Maßnahmen gehört unter anderem ein Begegnungsverbot an sogenannten spitzbefahrenen Weichen, das durch zusätzliche Vor-Ort-Kontrollen abgesichert wird. Daneben führt das Unternehmen „Vorzugslagen” für besonders risikobehaftete elektrische Weichen ein, verbessert die Melde- und Informationsprozesse bei Ausfällen von Weichensteuerungen und intensiviert Schulungen – auch die Begleitung von Fahranwärtern im ersten Einsatzjahr wird verstärkt.
Grabbe: „Wir werden nichts beschönigen”
Die Rheinbahn-Vorständin machte deutlich, dass es nicht darum gehe, einzelne Vorfälle aufzuarbeiten, sondern das gesamte Sicherheitssystem zu hinterfragen. „Nicht nur Menschen machen Fehler – entscheidend ist, ob Technik und Organisation solche Fehler auffangen können”, sagte Grabbe. Alles komme auf den Prüfstand: von Technik und Infrastruktur über Betrieb und Ausbildung bis hin zu Organisation und Sicherheitskultur.
Die drei beauftragten externen Untersuchungen sollen die Betriebs- und Sicherheitsorganisation prüfen, technische Sicherungssysteme insbesondere im Bereich Weichensteuerung und Signaltechnik bewerten sowie eine sogenannte „Human Factors”-Analyse durchführen – also untersuchen, wie Belastung, Entscheidungsverhalten und Mensch-Technik-Schnittstellen die Betriebssicherheit beeinflussen.
Taskforce analysiert Vorfälle seit November 2025
Intern hat die Rheinbahn eine bereichsübergreifende „Taskforce Sicherheitssteuerung” eingerichtet, die alle Entgleisungs- und Unfallereignisse seit November 2025 systematisch auswertet. Ziel ist es, Muster und systemische Ursachen zu erkennen. Die Ergebnisse sollen laut Unternehmen transparent veröffentlicht werden.
Fahrgäste müssen sich vorerst auf Auswirkungen auf Pünktlichkeit und Betriebsabläufe einstellen. Die Rheinbahn räumt ein, dass einzelne Sicherheitsmaßnahmen den Betrieb punktuell verlangsamen können – nimmt das aber bewusst in Kauf.


