Herbert Reul bei den Jonges © Lokalbüro

Her­bert Reul bei den Jon­ges © Lokalbüro

 

Beim gest­ri­gen Hei­mat­abend der Düs­sel­dor­fer Jon­ges im Hen­kel-Saal stand ein Thema im Mit­tel­punkt, das die Lan­des­haupt­stadt seit Jah­ren beschäf­tigt: die Sicher­heit in der Alt­stadt. Vor rund 400 Jon­ges zog NRW-Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul eine posi­tive Bilanz, machte zugleich aber deut­lich, dass Sicher­heit kein Selbst­läu­fer sei. Unter den zahl­rei­chen Ehren­gäs­ten des Abends waren unter ande­rem NRW-Minis­ter­prä­si­den­tin Mona Neu­baur, Suzanne Fran­quet-von Oet­ker, Wolf­gang Rol­s­ho­ven, Hel­mut Hau­brich, Land­tags­ab­ge­ord­nete Angela Erwin, der Dezer­nent für Sicher­heit und Ord­nung der Stadt Düs­sel­dorf, Chris­tian Zaum, sowie Bür­ger­meis­ter Josef Hinkel.

„Die Auf­gabe ist nicht erle­digt. Sie bleibt eine Dau­er­auf­gabe“, sagte Reul in sei­ner Rede. „Sicher­heit ist ein Stand­ort­vor­teil – mehr noch: Sie ist die Grund­lage für alles andere.“ Dabei komme es nicht allein auf die nack­ten Zah­len der Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­tik an, son­dern vor allem auf das Sicher­heits­ge­fühl der Men­schen. Wer sich in der Alt­stadt nicht mehr sicher fühle, bleibe irgend­wann dem Ein­kau­fen, dem Aus­ge­hen oder kul­tu­rel­len Ver­an­stal­tun­gen fern – mit spür­ba­ren Fol­gen für die gesamte Innenstadt.

Reul erin­nerte daran, dass es dort, wo viele Men­schen zusam­men­kä­men, auch zu Zwi­schen­fäl­len kom­men könne. Die Alt­stadt gelte schließ­lich als längste Theke der Welt und sei damit für sehr viele Men­schen attrak­tiv. Um dem zu begeg­nen, setze man auf eine hohe Poli­zei­prä­senz und ein geball­tes Maß­nah­men­pa­ket: Kame­ras, Waf­fen­ver­bots­zo­nen und Kon­trol­len grif­fen als Bau­steine eines Gesamt­kon­zepts inein­an­der. Beson­ders wich­tig sei es, den Men­schen Ver­trauen in den Staat zu ver­mit­teln – sie soll­ten wis­sen, dass sie nicht allein gelas­sen werden.

Dass die­ses Kon­zept wirkt, belegte der Innen­mi­nis­ter mit kon­kre­ten Zah­len. Seit 2023 sei die Kri­mi­na­li­tät in der Düs­sel­dor­fer Alt­stadt um zwölf Pro­zent zurück­ge­gan­gen. Gleich­zei­tig seien mehr als 20 Pro­zent weni­ger Platz­ver­weise aus­ge­spro­chen wor­den, und die Zahl der Inge­wahrs­am­nah­men habe sich um rund 30 Pro­zent ver­rin­gert. Auch mit Blick auf die Waf­fen­ver­bots­zone zog Reul eine deut­li­che Bilanz: Bis Ende ver­gan­ge­nen Jah­res seien in Düs­sel­dorf rund 100.000 Men­schen kon­trol­liert und mehr als 600 Mes­ser oder andere Waf­fen sicher­ge­stellt wor­den. „Bei uns gehö­ren die Mes­ser in die Küche und nicht in die Hosen­ta­sche“, sagte Reul. „Ein ein­zel­nes Mes­ser kann ver­dammt viel Scha­den anrich­ten.“ Er freue sich daher über jedes Mes­ser, das Poli­zei und Ord­nungs­dienst sicherstellten.

Diese Ent­wick­lung reiht sich in eine län­gere Erfolgs­ge­schichte ein: Bereits im Herbst 2023 hat­ten Stadt und Poli­zei das gemein­same Sicher­heits­pro­jekt für die Alt­stadt mit einem posi­ti­ven Fazit abge­schlos­sen. Damals war die Zahl ein­schlä­gi­ger Straf­ta­ten an Wochen­en­den bin­nen eines Jah­res um knapp 30 Pro­zent gesun­ken. Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Kel­ler sah damals eine deut­li­che Ver­bes­se­rung von Sicher­heit und Auf­ent­halts­qua­li­tät in Alt­stadt und am Rhein­ufer, was sich unter ande­rem an zahl­rei­chen Rück­mel­dun­gen von Anwoh­nern, Gewer­be­trei­ben­den, Gas­tro­no­men und Gäs­ten zeige. Das Pro­jekt wurde sei­ner­zeit in dau­er­hafte Struk­tu­ren über­führt – eine Blau­pause für die aktu­elle Entwicklung.

Über die kon­krete Situa­tion in der Alt­stadt hin­aus ord­nete Reul das Thema Sicher­heit auch gesell­schafts­po­li­tisch ein: Sie sei Vor­aus­set­zung für das Ver­trauen der Men­schen in den Staat und rei­che damit weit über die reine Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­tik hinaus.

Dr. Rein­hold Hahl­hege, Baas der Düs­sel­dor­fer Jon­ges, zeigte sich von dem Vor­trag beein­druckt. „Die Sicher­heit in der Düs­sel­dor­fer Alt­stadt bewegt die Men­schen seit vie­len Jah­ren – und damit auch die Düs­sel­dor­fer Jon­ges. In der letz­ten Zeit haben wir gemerkt, dass sich beim Thema Sicher­heit vie­les posi­tiv ent­wi­ckelt hat. Der Vor­trag von Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul hat diese Ent­wick­lung mit kon­kre­ten Bei­spie­len und Zah­len ein­drucks­voll unter­mau­ert. Gleich­zei­tig wurde deut­lich, dass Sicher­heit eine Auf­gabe bleibt, an der Poli­tik, Poli­zei und Stadt­ge­sell­schaft gemein­sam wei­ter­ar­bei­ten müs­sen“, sagte Hahlhege.

Reuls Enga­ge­ment für die Sicher­heit in der Lan­des­haupt­stadt war den Jon­ges bereits zuvor eine beson­dere Wür­di­gung wert: Im Dezem­ber 2025 zeich­nete der Ver­ein den Innen­mi­nis­ter mit der Gro­ßen Gol­de­nen Jan-Wel­lem-Medaille aus, die seit 1936 alle zwei Jahre an Per­sön­lich­kei­ten ver­lie­hen wird, die sich in beson­de­rer Weise um Düs­sel­dorf ver­dient gemacht haben. Wenig spä­ter wurde Reul selbst Mit­glied der Düs­sel­dor­fer Jonges.