Am Freitag geht in Düsseldorf ein neues Kapitel für Großveranstaltungen los: Auf dem Messeparkplatz P1 in unmittelbarer Nachbarschaft der Merkur Spiel-Arena startet der neue Open-Air-Park in den Betrieb. Zur Premiere kommt die US-Band System of a Down, im Gepäck Queens of the Stone Age als Vorgruppe. Erwartet werden bis zu 80.000 Gäste.
Zwei gescheiterte Anläufe zuvor
Bis es so weit kam, brauchte es mehrere Anläufe. Schon 2018 stand ein Auftritt von Ed Sheeran im Raum, scheiterte damals aber an Baumschutz-Vorgaben auf dem Gelände sowie am fehlenden politischen Rückhalt im Stadtrat – der Sänger wich seinerzeit nach Gelsenkirchen aus. Im vergangenen Jahr sollte dann AC/DC den Auftakt machen, verlegte den Termin jedoch kurzfristig ins Düsseldorfer Fußballstadion, offenbar weil sich der Kartenverkauf schleppender entwickelte als erhofft. Für den Open-Air-Park bedeutete das eine weitere Verschiebung um zwölf Monate.
Für D.Live-Geschäftsführer Michael Brill, dessen Unternehmen das Gelände betreibt, ist der Freitag deshalb keine gewöhnliche Konzerteröffnung, sondern ein Meilenstein für den Standort: Nach zwei gescheiterten Versuchen und mehreren Jahren Vorlauf gehe mit dem Auftritt von System of a Down endlich eine lang verfolgte Idee in Erfüllung.
Halbrunde Tribünenlandschaft auf 120.000 Quadratmetern
Das Gelände selbst bringt es auf eine Fläche von 120.000 Quadratmetern und zählt damit zu den größten seiner Art bundesweit. Drei Tribünen mit zusammen 16.000 Sitzplätzen ziehen sich halbkreisförmig um die Bühne, der Rest des Publikums verfolgt das Konzert stehend. Selbst von der äußersten Ecke der hintersten Tribüne aus sind es bis zur Bühnenkante rund 200 Meter. Die Bühne selbst wächst bis zum Konzerttag auf etwa 50 Meter Breite und bis zu 30 Meter Höhe; der komplette Aufbau nimmt gut dreieinhalb Tage in Anspruch.
Bis alles steht, sind derzeit mehrere Hundert Handwerker unterschiedlichster Gewerke auf dem Areal beschäftigt. Am eigentlichen Veranstaltungstag wächst die Belegschaft dann noch einmal deutlich: Rund um Einlass, Gastronomie und Sicherheit sollen bis zu 4.000 Personen im Einsatz sein.
Neue Leitungen, eigenes Stromnetz
Damit der Park dauerhaft betrieben werden kann, wurde unterirdisch einiges bewegt: Neue Leitungen für Trink- und Abwasser wurden über mehrere Kilometer verlegt, hinzu kommt ein eigens errichtetes Stromnetz, das über mehrere Trafostationen gespeist wird und Leistungen im Megawattbereich liefert – genug, um damit rechnerisch eine kleinere Stadt zu versorgen. Auf dem Gelände selbst warten zahlreiche Einlasspunkte, ein breites gastronomisches Angebot sowie ausreichend sanitäre Anlagen auf die Besucher.
Sperrungen und eigene Hotline für Anwohner
Weil ein Konzert dieser Größenordnung Auswirkungen auf die umliegenden Wohngebiete hat, haben Stadt und Veranstalter gemeinsam ein Verkehrskonzept ausgearbeitet. In den betroffenen Bereichen gilt eine Zufahrtsbeschränkung; Anwohner mit auf ihre Adresse zugelassenen Fahrzeugen benötigen eine Sondergenehmigung, die im Auto sichtbar ausliegen muss. Fragen aus der Nachbarschaft können ab zwei Wochen vor dem Konzert telefonisch geklärt werden, wochentags tagsüber, am Veranstaltungstag selbst rund um die Uhr.
Wer selbst anreisen möchte, kommt am ehesten mit der U‑Bahn zum Ziel: Die Linie U78 hält direkt an der Arena, von dort aus ist der letzte Abschnitt zu Fuß zurückzulegen. Radfahrer und Nutzer von E‑Scootern werden auf zwei Sammelpunkte in der Umgebung verwiesen, von denen aus ebenfalls nur ein kurzer Fußweg bleibt. Wer die Anreise im Vorfeld durchplanen will, findet auf der Plattform event-mobility.de eine Übersicht über Bahnverbindungen, Shuttles und Parkflächen.
Zwei weitere Großkonzerte im Juli
Mit der Eröffnung ist der Sommer auf dem neuen Gelände noch nicht vorbei: Eine Woche später, am 18. Juli, tritt One Republic auf, tags darauf, am 19. Juli, folgt Pitbull. Für beide Termine rechnen die Veranstalter erneut mit jeweils mehreren Zehntausend Besuchern.


