
Der Feldahorn gehört zu den Zukunftsbäumen, die auch das Stadtbild Düsseldorfs prägen © Landeshauptstadt Düsseldorf/Gartenamt/Christiane Dase
Er steht an Straßen, in Parks und oft direkt vor der eigenen Haustür – und trotzdem kennen ihn die wenigsten: der Feldahorn. Während exotische Baumarten mit auffälligen Blüten oder Blättern die Blicke auf sich ziehen, verrichtet er seit Jahrhunderten still seine Arbeit. Genau das macht ihn jetzt zum Star der zweiten Folge der städtischen Sommerserie „Sechs Wochen, sechs Zukunftsbäume für Düsseldorf”.
Das Gartenamt stellt in den kommenden Wochen Baumarten vor, die dem Klimawandel besonders gut trotzen. Nach dem Trompetenbaum in der ersten Folge rückt nun mit dem Feldahorn ein echter Heimatheld in den Mittelpunkt. „Der Klimawandel bedeutet nicht, dass wir ausschließlich auf neue Baumarten setzen müssen. Der Feldahorn zeigt, welches Potenzial auch heimische Arten besitzen. Sie verbinden Klimastabilität mit Artenvielfalt und leisten damit einen wichtigen Beitrag für lebenswerte Städte”, sagt Umweltdezernent Jochen Kral.
Ein Baum mit Bodenhaftung
Der Feldahorn, botanisch Acer campestre, ist ein echter Mitteleuropäer. Lange bevor es Großstädte gab, wuchs er an Waldrändern, Feldwegen und in Heckenlandschaften – bis heute prägt er Landschaften zwischen Rhein und Alpen. Vielleicht liegt gerade darin sein Schicksal: Weil er schon immer da war, wird er häufig übersehen. Dabei hat der kleine bis mittelgroße Baum einiges zu bieten. Mit sechs bis zwölf Metern Höhe bleibt er vergleichsweise kompakt und eignet sich damit hervorragend für Straßenräume, Wohnquartiere und kleinere Grünanlagen. Im Herbst taucht er Parks und Alleen in leuchtendes Goldgelb.
Ein gedeckter Tisch für Insekten
Seine größte Stärke ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen: Schon im Frühjahr öffnen sich seine kleinen gelbgrünen Blüten. Für Menschen wirken sie unscheinbar, für Wild- und Honigbienen, Hummeln und Schwebfliegen sind sie dagegen eine wichtige Nahrungsquelle – zu einer Zeit, in der viele andere Gehölze gerade erst austreiben. Als heimischer Baum ist der Feldahorn zudem eng mit der Düsseldorfer Tierwelt verbunden. Seine Blätter dienen Schmetterlingsraupen und zahlreichen weiteren Insekten als Nahrung, seine Rinde bietet mit zunehmendem Alter Moosen, Flechten und Pilzen einen Lebensraum. Vom Insektenreichtum profitieren wiederum Vögel, die ihre Jungen damit füttern, sowie Fledermäuse, die dort jagen.
„Der Feldahorn zeigt beispielhaft, wie Klimaanpassung und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Er stärkt die biologische Vielfalt und bleibt gleichzeitig auch unter schwierigen Bedingungen ein leistungsfähiger Stadtbaum. Genau solche Arten brauchen wir für das Düsseldorf von morgen”, sagt Gartenamtsleiterin Doris Törkel.
Hitzefest und anpassungsfähig
Auch in Düsseldorf beweist der Feldahorn seine Stärken – etwa entlang von Straßen, in Wohnquartieren oder im Rheinpark an der Cecilienallee. Seine ökologische Bedeutung entfaltet er allerdings vor allem dort, wo er seinem natürlichen Wuchsbild entspricht: an Waldrändern, in Hecken und an Feldwegen. Der Baum gilt als ausgesprochen trockenheitsverträglich, sein weit verzweigtes Wurzelsystem erschließt Wasser aus tieferen Bodenschichten. Seine vergleichsweise kleinen Blätter sorgen zudem dafür, dass er weniger Wasser verdunstet und auch an heißen Tagen leistungsfähig bleibt. Hinzu kommt seine Anpassungsfähigkeit: Der Feldahorn wächst auf unterschiedlichsten Böden, verträgt Rückschnitte problemlos und gilt als robust gegenüber vielen Belastungen des Stadtklimas.
So erkennt man den Feldahorn
Wer künftig selbst auf Baumdetektiv-Tour gehen möchte, sollte auf folgende Merkmale achten: Die Blätter sind deutlich kleiner als bei anderen Ahornarten und besitzen meist fünf rundliche Blattlappen. Im Frühjahr erscheinen kleine gelbgrüne Blüten, im Herbst färbt sich das Laub goldgelb. Charakteristisch sind außerdem korkartige Leisten an jungen Zweigen sowie eine später tief gefurchte Borke. In Düsseldorf begegnet der Baum den Menschen vor allem als robuster Straßenbaum sowie in Parks und Grünanlagen – seine eigentliche Heimat aber sind Waldränder, Hecken und Feldgehölze.
Der Feldahorn muss sich nicht in den Vordergrund drängen. Seine Stärke liegt in seiner Verlässlichkeit: hitzeverträglich, anpassungsfähig und zugleich unverzichtbar für zahlreiche Insekten, Vögel und andere Tierarten. Genau diese Kombination aus Klimaanpassung und ökologischem Wert macht ihn zu einem festen Bestandteil der Düsseldorfer Zukunftsbaumliste.
Nächste Woche geht die Sommerserie weiter – dann steht mit der Ungarischen Eiche ein Baum im Mittelpunkt, der Hitze und Trockenheit aus seiner südosteuropäischen Heimat bestens kennt.