Die Blasenesche beendet die sechsteilige Sommerserie des Gartenamts über Düsseldorfs Zukunftsbäume. Dieser Baum verabschiedet den Sommer mit gelbgoldenen Blüten und begrüßt den Herbst mit ihren leuchtenden Lampions.© Landeshauptstadt Düsseldorf/Gartenamt/Dase

Die Bla­sen­esche been­det die sechs­tei­lige Som­mer­se­rie des Gar­ten­amts über Düs­sel­dorfs Zukunfts­bäume. Die­ser Baum ver­ab­schie­det den Som­mer mit gelb­gol­de­nen Blü­ten und begrüßt den Herbst mit ihren leuch­ten­den Lam­pi­ons.© Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Gartenamt/Dase

 

Wenn der Som­mer in Düs­sel­dorf schon seine ers­ten müden Züge zeigt, legt ein Baum erst rich­tig los: die Bla­sen­esche. Wäh­rend die meis­ten Gehölze ihre Blü­te­zeit längst hin­ter sich haben, öff­net sie mit­ten im Hoch­som­mer ihre leuch­tend gel­ben Blü­ten­ris­pen – und lie­fert damit den krö­nen­den Abschluss der sechs­tei­li­gen Som­mer­se­rie des Gar­ten­amts über die Zukunfts­bäume der Stadt.

Nach dem Trom­pe­ten­baum, dem Feld­ahorn, der Unga­ri­schen Eiche, dem Ginkgo und der Pur­pur-Erle bil­det die Bla­sen­esche nun den Schluss­punkt der Reihe. Jede die­ser Arten bringt eigene Stär­ken mit – sei es küh­len­der Schat­ten, öko­lo­gi­scher Wert für die Arten­viel­falt oder beson­dere Lang­le­big­keit. Die Bla­sen­esche ver­eint meh­rere die­ser Qua­li­tä­ten und setzt zum Abschluss noch ein opti­sches Aus­ru­fe­zei­chen: ein Farb­feu­er­werk in Gelb und Orange.

Bota­nisch stammt die Bla­sen­esche (Koel­reu­te­ria pani­cu­lata) ursprüng­lich aus Ost­asien und wird in Europa bereits seit dem 18. Jahr­hun­dert als Zier- und Park­baum geschätzt. Ihren deut­schen Namen ver­dankt sie der Form ihrer Blät­ter, die an eine Esche erin­nern – mit den Eschen­ge­wäch­sen ist sie bota­nisch jedoch nicht ver­wandt, son­dern zählt zur Fami­lie der Sei­fen­baum­ge­wächse. Der wis­sen­schaft­li­che Gat­tungs­name erin­nert an den Bota­ni­ker Josef Gott­lieb Köl­reu­ter, der im 18. Jahr­hun­dert wich­tige Erkennt­nisse zur Fort­pflan­zung von Pflan­zen gewann.

Mit einer Wuchs­höhe von meist unter 15 Metern bleibt die Bla­sen­esche deut­lich kom­pak­ter als klas­si­sche Stra­ßen­bäume. Genau das macht sie für die Stadt­be­grü­nung inter­es­sant: Sie passt auf klei­nere Plätze, in Wohn­quar­tiere und Pri­vat­gär­ten, wo für aus­la­dende Baum­rie­sen oft schlicht der Platz fehlt. In Düs­sel­dorf lässt sich das etwa nörd­lich der Oper im Hof­gar­ten beob­ach­ten. Hinzu kommt eine aus­ge­prägte Wider­stands­kraft gegen­über Hitze und Tro­cken­heit – Eigen­schaf­ten, die ange­sichts zuneh­mend hei­ßer Som­mer für Stadt­bäume immer wich­ti­ger werden.

Ihren gro­ßen Auf­tritt hat die Bla­sen­esche im Juli und August, wenn ihre locke­ren, gel­ben Blü­ten­ris­pen auf­blü­hen. Für Wild­bie­nen, Hum­meln und andere Insek­ten ist das ein will­kom­me­nes Nah­rungs­an­ge­bot zu einer Zeit, in der viele andere Bäume längst ver­blüht sind. Nach der Blüte bil­det der Baum seine cha­rak­te­ris­ti­schen Frucht­stände: papier­ar­tige, lam­pion­för­mige Kap­seln, die bis weit in den Herbst hin­ein an den Zwei­gen hän­gen und dem Baum sein unver­wech­sel­ba­res Aus­se­hen ver­lei­hen. An der Beuth­straße las­sen sich diese auf­fäl­li­gen “Lam­pi­ons” in den kom­men­den Wochen bei meh­re­ren Exem­pla­ren gut beobachten.

Zum Herbst hin legt die Bla­sen­esche dann noch ein­mal nach: Ihr Laub ver­färbt sich inten­siv gelb bis orange und bil­det zusam­men mit den wei­ter­hin deko­ra­ti­ven Frucht­kap­seln ein stim­mungs­vol­les Bild. Sie spen­det Schat­ten, ver­bes­sert das klein­räu­mige Klima, ver­sorgt Insek­ten in einer sonst blü­ten­ar­men Phase und berei­chert das Stadt­bild über Monate hinweg.

Mit der Bla­sen­esche endet die Som­mer­se­rie des Gar­ten­amts dort, wo sie ihre eigent­li­che Bot­schaft am deut­lichs­ten macht: Es braucht kei­nen ein­zel­nen “per­fek­ten” Baum für die kli­ma­feste Stadt von mor­gen, son­dern eine Viel­falt an Arten mit unter­schied­li­chen Stär­ken – von der Lang­le­big­keit der Eiche über die Wider­stands­kraft des Ginkgo bis zur kom­pak­ten Ele­ganz der Bla­sen­esche. Klar wird dabei auch: Zukunfts­bäume müs­sen nicht rie­sig sein. Gerade klei­nere Arten eröff­nen dort neue Mög­lich­kei­ten der Begrü­nung, wo Platz ohne­hin knapp ist.

So erkennt man die Bla­sen­esche: Sie blüht auf­fäl­lig spät, im Juli und August, mit leuch­tend gel­ben Blü­ten­ris­pen. Danach bil­det sie lam­pion­ar­tige, papier­ar­tige Frucht­kap­seln, die bis in den Herbst am Baum blei­ben. Im Herbst färbt sich ihr Laub inten­siv gelb bis orange. Mit unter 15 Metern Höhe bleibt sie ver­gleichs­weise klein, und ihre gefie­der­ten Blät­ter geben der Krone eine leichte, fili­grane Wirkung.