47 Jahre hat Bruno Bauer das Heimat-Jahrbuch Wittlaer redaktionell © Christof Rocheverantwortet
Die Historikerin Dr. Annett Büttner übernimmt von Bruno Bauer die redaktionelle Leitung des Heimat-Jahrbuchs Wittlaer © Lokalbüro<br />

Von Chris­tof Roche

1980 erschien es das erste Mal: das Hei­mat- und Jahr­buch Witt­laer. Bruno Bauer hatte sich vor­ge­nom­men, als akti­ves Mit­glied des „Hei­mat- und Kul­tur­krei­ses Witt­laer“ eine infor­ma­tive und unter­halt­same Publi­ka­tion für seine Hei­mat Witt­laer und Umge­bung zu schaf­fen. An The­men man­gelte es ihm nicht. Was hat es mit den Stra­ßen- und Flur­na­men auf sich, was mit den Künst­le­rin­nen und Künst­lern, die in Witt­laer und Umge­bung gelebt haben, und was mit den zahl­rei­chen his­to­ri­schen Gebäuden?

Es gab genü­gend Stoff, mit dem Bruno Bauer im Laufe der Jahr­zehnte 47 Aus­ga­ben füllte, immer in der redak­tio­nel­len Ver­ant­wor­tung und oft auch mit eige­nen Geschich­ten. Sei­nen Abschied nahm der Ver­ein „Wir für Witt­laer“ (ehe­mals Hei­mat- und Kul­tur­kreis Witt­laer) jetzt zum Anlass, um ihm für diese her­aus­ra­gende ehren­amt­li­che Leis­tung zu danken.

Der Düs­sel­dor­fer Rats­herr Andreas Auler betonte in sei­ner Lau­da­tio: „Wir kom­men hier heute zusam­men, um einem Men­schen Danke zu sagen, der sich über viele Jahr­zehnte mit gro­ßer Beharr­lich­keit, mit Sach­kennt­nis und mit spür­ba­rer Zunei­gung für Witt­laer ein­ge­setzt hat. Wir ver­ab­schie­den Bruno Bauer aus einer Auf­gabe, die weit mehr war als ein Ehrenamt.“

Und wei­ter: „Das Jahr­buch hat sich zu einer bemer­kens­wer­ten Chro­nik ent­wi­ckelt. Es doku­men­tiert Hei­mat, Geschichte, Kunst und Kul­tur Witt­laers und des Düs­sel­dor­fer Nor­dens. Es bewahrt Wis­sen und gibt ihm eine Form, die für kom­mende Gene­ra­tio­nen zugäng­lich bleibt.“

Auch Roman Weso­low­ski, der Vor­stands­vor­sit­zende des Ver­eins „Wir für Witt­laer“, dankte Bauer für unzäh­lige Stun­den an Arbeit, Recher­che und Gesprä­chen in fast 50 Jah­ren und zeigte sich im Anschluss erfreut, für die Fort­füh­rung des Lebens­werks von Bruno Bauer eine Lösung gefun­den zu haben: „Die His­to­ri­ke­rin Dr. Annett Bütt­ner hat sich bereit erklärt, mit ihrem Team – Carola Schmitz-Becker, Hajo Schulze und Chris­tof Roche – das Jahr­buch in bewähr­ter Manier herauszugeben.“

Bei der Vor­stel­lung der neuen Jahr­buch-Che­fin ging Weso­low­ski auf ihre unter­schied­li­chen Kar­rie­re­sta­tio­nen ein, mit Blick auf die Per­son hin­ge­gen wurde er schel­misch: „Wir sind hier auf einer Ver­an­stal­tung, auf der die Han­dys aus­blei­ben und wir mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren.“ Wer also mehr über Frau Dr. Bütt­ner erfah­ren wolle, solle den Abend nut­zen, um sie näher ken­nen­zu­ler­nen. Das Ein­zige, was er als Ver­eins­vor­stand über sie sagen könne, ist: „Frau Dr. Bütt­ner ist so alt wie mein Chef.“

Der Höhe­punkt des Abends war dann ein Auf­tritt der Dixie-Band „Schwat­bee­kers“, in der Bruno Bauer über viele Jahre die Trom­pete spielte. Sechs Jahre war die Band zuletzt aber nicht mehr zusam­men­ge­kom­men. Davon war an dem gelun­ge­nen Auf­tritt im Witt­lae­rer Wein­hof aller­dings nichts zu spü­ren. Die Musik passte und vibrierte, als hät­ten sie erst in der ver­gan­ge­nen Woche einen Auf­tritt gehabt.

Das alles machte die Staf­fel­über­gabe bei der belieb­ten Publi­ka­tion beson­ders und sorgte bei den Anwe­sen­den für eine eigene Stim­mung: „Danke, Bruno, für 47 Aus­ga­ben mit tol­len Geschich­ten … und merci, Annett, dass Du das Jahr­buch und damit Bru­nos Lebens­werk fort­füh­ren wirst.“