Von Christof Roche
1980 erschien es das erste Mal: das Heimat- und Jahrbuch Wittlaer. Bruno Bauer hatte sich vorgenommen, als aktives Mitglied des „Heimat- und Kulturkreises Wittlaer“ eine informative und unterhaltsame Publikation für seine Heimat Wittlaer und Umgebung zu schaffen. An Themen mangelte es ihm nicht. Was hat es mit den Straßen- und Flurnamen auf sich, was mit den Künstlerinnen und Künstlern, die in Wittlaer und Umgebung gelebt haben, und was mit den zahlreichen historischen Gebäuden?
Es gab genügend Stoff, mit dem Bruno Bauer im Laufe der Jahrzehnte 47 Ausgaben füllte, immer in der redaktionellen Verantwortung und oft auch mit eigenen Geschichten. Seinen Abschied nahm der Verein „Wir für Wittlaer“ (ehemals Heimat- und Kulturkreis Wittlaer) jetzt zum Anlass, um ihm für diese herausragende ehrenamtliche Leistung zu danken.
Der Düsseldorfer Ratsherr Andreas Auler betonte in seiner Laudatio: „Wir kommen hier heute zusammen, um einem Menschen Danke zu sagen, der sich über viele Jahrzehnte mit großer Beharrlichkeit, mit Sachkenntnis und mit spürbarer Zuneigung für Wittlaer eingesetzt hat. Wir verabschieden Bruno Bauer aus einer Aufgabe, die weit mehr war als ein Ehrenamt.“
Und weiter: „Das Jahrbuch hat sich zu einer bemerkenswerten Chronik entwickelt. Es dokumentiert Heimat, Geschichte, Kunst und Kultur Wittlaers und des Düsseldorfer Nordens. Es bewahrt Wissen und gibt ihm eine Form, die für kommende Generationen zugänglich bleibt.“
Auch Roman Wesolowski, der Vorstandsvorsitzende des Vereins „Wir für Wittlaer“, dankte Bauer für unzählige Stunden an Arbeit, Recherche und Gesprächen in fast 50 Jahren und zeigte sich im Anschluss erfreut, für die Fortführung des Lebenswerks von Bruno Bauer eine Lösung gefunden zu haben: „Die Historikerin Dr. Annett Büttner hat sich bereit erklärt, mit ihrem Team – Carola Schmitz-Becker, Hajo Schulze und Christof Roche – das Jahrbuch in bewährter Manier herauszugeben.“
Bei der Vorstellung der neuen Jahrbuch-Chefin ging Wesolowski auf ihre unterschiedlichen Karrierestationen ein, mit Blick auf die Person hingegen wurde er schelmisch: „Wir sind hier auf einer Veranstaltung, auf der die Handys ausbleiben und wir miteinander kommunizieren.“ Wer also mehr über Frau Dr. Büttner erfahren wolle, solle den Abend nutzen, um sie näher kennenzulernen. Das Einzige, was er als Vereinsvorstand über sie sagen könne, ist: „Frau Dr. Büttner ist so alt wie mein Chef.“
Der Höhepunkt des Abends war dann ein Auftritt der Dixie-Band „Schwatbeekers“, in der Bruno Bauer über viele Jahre die Trompete spielte. Sechs Jahre war die Band zuletzt aber nicht mehr zusammengekommen. Davon war an dem gelungenen Auftritt im Wittlaerer Weinhof allerdings nichts zu spüren. Die Musik passte und vibrierte, als hätten sie erst in der vergangenen Woche einen Auftritt gehabt.
Das alles machte die Staffelübergabe bei der beliebten Publikation besonders und sorgte bei den Anwesenden für eine eigene Stimmung: „Danke, Bruno, für 47 Ausgaben mit tollen Geschichten … und merci, Annett, dass Du das Jahrbuch und damit Brunos Lebenswerk fortführen wirst.“

