
BNE-Aktionstag 2026 Rathausplatz Düsseldorf © Claus Langer
Am Donnerstag verwandelte sich der Rathausplatz für mehrere Stunden in einen ungewöhnlichen Klassenraum unter freiem Himmel: Rund 500 Kinder und Jugendliche folgten der Einladung des Düsseldorfer BNE-Schulnetzwerks und tauchten bei über 30 Mitmachaktionen in Themen wie Klimaschutz, Natur, Konsum und globale Gerechtigkeit ein. BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung – ein Ansatz, der jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern sie zum eigenen Handeln befähigen soll.
Statt frontalem Unterricht gab es an diesem Tag Aktion pur: probieren, basteln, experimentieren, diskutieren. Eine Laufkarte führte die Besucher durch vier Themenbereiche und sollte dazu anregen, möglichst viele der Stationen zu besuchen. Im Mittelpunkt stand dabei immer wieder dieselbe Frage: Was hat das eigentlich mit mir zu tun – und was kann ich selbst zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen?
Ein Gemeinschaftswerk aus vielen Gesichtern
Besonders anschaulich wurde das Beteiligungsprinzip bei der Kunstaktion “Düsseldorf gibt BNE ein Gesicht”. Im Laufe des Tages gestalteten immer mehr Kinder und Jugendliche ihr eigenes Gesicht, das anschließend Teil eines gemeinsamen Kunstwerks wurde. So entstand aus vielen kleinen, individuellen Beiträgen nach und nach ein großes Ganzes – ein sichtbares Symbol dafür, wie aus Einzelengagement Gemeinschaft wächst.
Umweltdezernent Jochen Kral zeigte sich von der Resonanz beeindruckt. Der Aktionstag mache deutlich, dass Kinder und Jugendliche im BNE-Schulnetzwerk nicht bloß über Zukunftsfragen informiert würden, sondern selbst ausprobieren, mitdenken und mitgestalten könnten. Zugleich verdeutliche die Veranstaltung, wie viel entstehe, wenn Schulen und außerschulische Bildungsakteure ihre Kräfte bündelten – eine Stärke, die die Düsseldorfer Bildungslandschaft auszeichne.
Netzwerk mit langer Geschichte und großer Reichweite
Auch Stefan Ferber, Leiter des Amts für Umwelt- und Verbraucherschutz, betonte den Gemeinschaftscharakter des Vorhabens: Bildung für nachhaltige Entwicklung sei kein Einzelprojekt, sondern eine gemeinsame Aufgabe. Das BNE-Schulnetzwerk schaffe dafür die notwendige Struktur zwischen Schulen, außerschulischen Partnern und der Stadtgesellschaft.
Der Aktionstag bot nicht nur den Schülerinnen und Schülern neue Denkanstöße für den Alltag. Auch Lehrkräfte und Bildungsakteure nutzten die Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen und Ideen für künftige gemeinsame Projekte zu sammeln.
Das im Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz angesiedelte Netzwerk besteht bereits seit 1999. Mittlerweile sind ihm mehr als 70 Schulen angeschlossen, über 230.000 Schülerinnen und Schüler wurden im Laufe der Jahre erreicht. Ziel ist es, Nachhaltigkeit nicht als reines Unterrichtsthema zu behandeln, sondern als Kompetenz zu vermitteln, mit der junge Menschen gesellschaftliche Entwicklungen verstehen, Entscheidungen abwägen und ihre eigene Lebenswelt mitgestalten können. Projektorientiertes Lernen, Beteiligung und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern bilden dabei die tragenden Säulen.
Weitere Informationen zum Netzwerk gibt es unter www.duesseldorf.de/nachhaltigkeit/bne.