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Rhein-Pegel in Düsseldorf unter null: Frachtschiff steckt im Hafen fest

So niedrig stand das Wasser im Rhein hier noch nie © Olaf Oidtmann

So nied­rig stand das Was­ser im Rhein hier noch nie © Olaf Oidtmann

Der Rhein in Düs­sel­dorf ist auf einen außer­ge­wöhn­lich nied­ri­gen Stand gefal­len. Am Diens­tag­mor­gen gegen 5 Uhr lag der Pegel an der Mess­stelle bei Rhein-Kilo­me­ter 744,2 bei minus 8 Zen­ti­me­tern. Wie die Rhei­ni­sche Post berich­tet, fuhr sich am Mon­tag ein Fracht­schiff im Düs­sel­dor­fer Hafen fest. Es fährt unter nie­der­län­di­scher Flagge, ist laut dem Ortungs­dienst Ves­sel­fin­der 135 Meter lang und 12 Meter breit und mit Klein­trans­por­tern beladen.

Was minus 8 Zen­ti­me­ter bedeuten
Der Pegel­wert ist keine Was­ser­tiefe, son­dern wird in Zen­ti­me­tern rela­tiv zum ört­li­chen Pegel­null­punkt ange­ge­ben. In Düs­sel­dorf liegt die­ser Null­punkt bei 24,53 Metern über Nor­mal­hö­hen­null. Der Rhein ist also nicht leer, die Fahr­rinne ist deut­lich tie­fer, als der Wert ver­mu­ten lässt. Trotz­dem ist die Lage extrem: Das mitt­lere Nied­rig­was­ser der Jahre 2010 bis 2020 lag bei 70 Zen­ti­me­tern, der Mit­tel­was­ser­stand bei 257 Zen­ti­me­tern. Der bis­he­rige Tiefst­wert von 23 Zen­ti­me­tern aus dem Okto­ber 2018 wurde in die­sem Jahr laut Rhei­ni­scher Post bereits mehr­fach deut­lich unter­bo­ten, und der Pegel sinke auf immer neue Niedrigstände.

Schiff kommt nicht frei
Nach Anga­ben der Was­ser­schutz­po­li­zei in Duis­burg, die die Rhei­ni­sche Post zitiert, ver­sucht die Besat­zung, das Schiff wie­der flott­zu­be­kom­men. Bei dem nied­ri­gen Was­ser­stand sei das aber schwie­rig. Am Diens­tag­mor­gen hatte sich daran nichts geän­dert. Ein ande­res Schiff kann den Frach­ter nicht frei­zie­hen, weil er dabei stark beschä­digt wer­den könnte, und selbst das klei­nere Boot der Poli­zei kommt nicht bis an ihn heran. Der Kapi­tän hatte es mit Dreh­ma­nö­vern ver­sucht und kam dabei nur mini­mal voran. Bleibt das War­ten auf Regen: „Manch­mal rei­chen nur wenige Zen­ti­me­ter”, heißt es laut Rhei­ni­scher Post. Der Schiffs­ver­kehr auf dem Rhein selbst ist nicht betrof­fen, da das Schiff in einem Hafen­be­cken liegt.

Fol­gen für Schiff­fahrt und Industrie
Auf dem Rhein fah­ren nur noch wenige Fracht­schiffe, die Fäh­ren haben ihren Betrieb ein­ge­stellt. Für die Indus­trie wird die Ver­sor­gung mit Roh­stof­fen und Ersatz­tei­len dadurch teu­rer. Beson­ders ange­spannt ist die Lage am Mit­tel­rhein: Wie lokalo.de berich­tet, sind zwi­schen St. Goar und Mainz nur noch ver­ein­zelt Güter­schiffe unter­wegs, und diese kön­nen deut­lich weni­ger Ladung trans­por­tie­ren. Am Pegel Kaub fiel der Was­ser­stand am Wochen­ende zeit­weise eben­falls unter den Null­punkt. Die Bun­des­an­stalt für Gewäs­ser­kunde und die Was­ser­stra­ßen­ver­wal­tung rech­nen laut lokalo.de damit, dass die Pegel gegen Ende der Woche wie­der stei­gen könn­ten, wenn die ange­kün­dig­ten Nie­der­schläge kommen.

Pegel­uhr zeigt wie­der rich­tig an
Einen klei­nen Licht­blick gibt es an der Rhein­pro­me­nade: Die Düs­sel­dor­fer Pegel­uhr zeigt seit Kur­zem wie­der rich­tig an. Repa­riert wurde sie mit Hilfe der Düs­sel­dor­fer Jon­ges. Der Pegel­turm im Jugend­stil stammt von 1902. In sei­nem Inne­ren führt ein Schacht bis zum tiefs­ten Punkt des Fluss­betts, ein Schwim­mer steu­ert dort die Zei­ger auf dem Zif­fer­blatt. Wer in die­sen Tagen an der Pro­me­nade vor­bei­kommt, kann so den Tief­stand des Rheins selbst ablesen.

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