
Fortuna Fans schauen in den Kasematten © Lokalbüro
Es ist vollbracht – leider. Der Traditionsclub aus Flingern steigt nach einer enttäuschenden Saison direkt in die 3. Liga ab. Kein Relegationsspiel, keine zweite Chance. Das bittere Endspiel beim in Fürth endete mit 0:3 und besiegelt damit einen der dunkelsten Tage der jüngeren Vereinsgeschichte.
Früher Schock, keine Antwort
Dabei hätte ein Punkt für die Fortuna gereicht, um die Klasse zu halten. Doch Fürth brauchte einen Sieg mit drei Toren Unterschied – und lieferte ihn. Felix Klaus traf bereits in der zweiten Spielminute zur frühen Führung für die Gastgeber. Die Düsseldorfer fanden kein Mittel, wirkten nervös und ohne die nötige Kaltblütigkeit, die es in einem solchen Endspiel braucht. Ein Eigentor erhöhte auf 2:0, Futkeu köpfte das 3:0 noch vor der Pause. Zur Halbzeit war die Saison in der Zweiten Liga praktisch gelaufen.
Trainer Alexander Ende reagierte und brachte gleich drei neue Spieler. Die Fortuna wurde zwar besser, doch aus echten Torchancen wurde nichts. Rasmussen traf das Außennetz, mehr sprang nicht heraus. Fürth verteidigte den Vorsprung clever und ließ nichts mehr anbrennen. Nach dem Schlusspfiff war klar: Der Traditionsclub aus Flingern spielt im nächsten Jahr drittklassig.
Punktgleich – aber das schlechtere Torverhältnis
Was den Abstieg besonders schmerzhaft macht: Düsseldorf und Fürth beenden die Saison punktgleich. Ein einziges Tor im Torverhältnis entscheidet am Ende über Zweite und Dritte Liga. Bitterer kann Fußball kaum sein. Zuletzt spielte die Fortuna in der Saison 2008/09 drittklassig – danach ging es direkt wieder aufwärts. Ob das diesmal gelingt, wird sich zeigen. Die Voraussetzungen sind schwieriger, denn ein Großteil des aktuellen Kaders besitzt keine Verträge, die im Abstiegsfall greifen.
Auch für Trainer Ende persönlich ist es ein bitteres Saisonende. Er übernahm die Fortuna in einer Notsituation und stabilisierte den Club zumindest etwas – reichen sollte es am Ende nicht.
Düsseldorf wartete – und hoffte vergeblich
Während in Fürth das Schicksal besiegelt wurde, verfolgten die Fans in der Landeshauptstadt den Nachmittag auf ihre eigene Art. In der Bolkerstraße, sonst bei großen Spielen brechend voll, herrschte auffällige Stille. Vor dem Engel und dem Auberge hatten sich nur wenige Anhänger versammelt – als hätten viele bereits ein ungutes Gefühl gehabt.
Lebhafter war das Bild rund um die Retematäng, wo sich deutlich mehr Fans zusammengefunden hatten. Auch die Kasematten am Rhein waren gut besucht. Die Stimmung war friedlich, die Fans hielten bis zum letzten Pfiff durch – gefiebert und gehofft bis in die Nachspielzeit. Direkt nach Abpfiff leerte sich die Stadt schnell und still. Die meisten begaben sich ohne große Worte nach Hause.
Einen Satz aber wird man so schnell nicht vergessen. Ein Fan brachte die Situation mit typisch rheinischem Galgenhumor auf den Punkt: „Der Vorteil in der Dritten Liga – wir können zu den Auswärtsspielen mit dem Rad fahren.”
Mehr war an diesem Abend nicht zu sagen.
Jetzt zählt nur der Wiederaufstieg
Der Traditionsclub aus Flingern hat bewiesen, dass er sich aus der Dritten Liga befreien kann – einmal hat er es bereits geschafft. Jetzt muss der Verein schnell die richtigen Weichen stellen, einen schlagkräftigen Kader zusammenstellen und mit klarem Kopf in die neue Saison gehen. Die Fans werden dabei sein – das hat dieser Sonntag eindrucksvoll gezeigt.
Fortuna – wir glauben an Euch. Auch in der Dritten Liga.
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