Nach dem Umzug der Dienststellen in das sanierte Rathaus kann nun auch die als Interim genutzte Containeranlage im Hintergrund zurück gebaut werden. ©     Landeshauptstadt Düsseldorf/Claus Langer

Nach dem Umzug der Dienst­stel­len in das sanierte Rat­haus kann nun auch die als Inte­rim genutzte Con­tai­ner­an­lage im Hin­ter­grund zurück gebaut wer­den. © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Claus Langer

 

Das Ben­ra­ther Rat­haus ist am Mon­tag nach umfas­sen­der Sanie­rung fei­er­lich wie­der­eröff­net wor­den. Rund 15 Mil­lio­nen Euro hat die Stadt in die Instand­set­zung des denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­des inves­tiert, das 1906 errich­tet wurde und seit 1984 unter Denk­mal­schutz steht. Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler wür­digte das Ergeb­nis vor zahl­rei­chen Gäs­ten: „Denk­mal­ge­rechte Sanie­run­gen sind weit mehr als reine Bau­pro­jekte – sie ver­bin­den Geschichte, Iden­ti­tät und Zukunfts­fä­hig­keit. Das Ben­ra­ther Rat­haus prägt den Stadt­teil und zählt zu sei­nen mar­kan­ten Bauwerken.”

Das Gebäude beher­bergt die Bezirks­ver­tre­tung 9, das Bür­ger­büro Ben­rath, den Bezirks­so­zi­al­dienst des Jugend­am­tes, ein Trau­zim­mer sowie das Hei­mat­ar­chiv. Im Auf­trag des Amtes für Gebäu­de­ma­nage­ment stand die denk­mal­ge­rechte Erhal­tung der his­to­ri­schen Bau­sub­stanz ebenso im Mit­tel­punkt wie eine nach­hal­tige und zukunfts­fä­hige Nutzung.

Die Natur­stein­fas­sade wurde voll­stän­dig instand­ge­setzt: Beschä­digte Steine und Vie­run­gen wur­den ersetzt, Fugen erneu­ert und die Fas­sade gerei­nigt. Die stark bean­spruchte Sockel­zone erhielt durch ein Schlämm­ver­fah­ren eine dau­er­hafte Abdich­tung gegen Feuch­tig­keit. Nach einer umfas­sen­den Asbest­sa­nie­rung im Jahr 2023 wur­den im Inne­ren Decken, Wände und Böden erneu­ert; ein abge­stimm­tes Farb­kon­zept wahrt dabei den his­to­ri­schen Cha­rak­ter des Hau­ses. Sämt­li­che Lei­tungs- und Ver­sor­gungs­sys­teme wur­den moder­ni­siert. Auch der Brand­schutz ent­spricht nun dem aktu­el­len Stand: Eine akus­ti­sche Alar­mie­rungs­an­lage sowie eine Brand­mel­de­an­lage mit direk­ter Auf­schal­tung zur Feu­er­wehr wur­den installiert.

Stadt­käm­me­rin Doro­thée Schnei­der betonte den Auf­wand und des­sen Ergeb­nis: „Die Sanie­rung denk­mal­ge­schütz­ter Gebäude ist grund­sätz­lich mit einem hohen pla­ne­ri­schen und bau­li­chen Auf­wand ver­bun­den. Die­ser Auf­wand hat sich jedoch gelohnt. Die Betriebs­ab­läufe, die Bar­rie­re­frei­heit sowie die Nut­zung der vor­han­de­nen Flä­chen konn­ten deut­lich ver­bes­sert werden.”

Ein beson­de­res Augen­merk lag auf der ener­ge­ti­schen Ver­bes­se­rung. Die teil­weise noch aus der Erbau­ungs­zeit stam­men­den Fens­ter wur­den in enger Abstim­mung mit der Denk­mal­pflege saniert; neue Dich­tungs­fu­gen und vor­ge­setzte Glas­schei­ben ver­bes­sern den Wär­me­schutz, ohne das his­to­ri­sche Erschei­nungs­bild zu beein­träch­ti­gen. Der Dach­ge­schoss­bo­den wurde gedämmt, die Beleuch­tung auf LED umge­stellt und das Gebäude ans Fern­wär­me­netz ange­schlos­sen. Ins­ge­samt redu­zie­ren die Maß­nah­men den CO₂-Aus­stoß um rund 95.730 Kilo­gramm pro Jahr.

Die Bar­rie­re­frei­heit wurde eben­falls deut­lich ver­bes­sert. An allen drei Ein­gän­gen wur­den tak­tile Leit­li­nien ange­legt. Der bestehende Auf­zug an der öst­li­chen Gebäu­de­seite wurde bis ins Sou­ter­rain ver­län­gert, sodass nun auch das Hei­mat­ar­chiv bar­rie­re­frei erreich­bar ist. Im Ober­ge­schoss steht ein bar­rie­re­freies WC zur Ver­fü­gung, der Sit­zungs­saal der Bezirks­ver­tre­tung 9 wurde mit einer Induk­ti­ons­schleife für Men­schen mit Hör­be­hin­de­rung aus­ge­stat­tet. Die Brand­mel­de­an­lage alar­miert nach dem Zwei-Sinne-Prin­zip sowohl akus­tisch als auch visuell.

Die Außen­an­la­gen wer­den nach dem Rück­bau einer vor­über­ge­hend errich­te­ten Büro­mo­dul­an­lage auf Grund­lage his­to­ri­scher Pläne aus dem Hei­mat­ar­chiv wiederhergestellt.

 

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