
Karte für Sperrung Theodor Heuss Brücke_V2 Die Grafik zeigt mögliche Umleitungsrouten während der Einschränkungen zur Zeit der Kragarmsanierung an der Theodor-Heuss-Brücke. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Amt für Brücken‑, Tunnel- und Stadtbahnbau
Tempo 30 und Einspurigkeit: So will die Stadt den Verkehr während der Kragarmsanierung managen
Die Theodor-Heuss-Brücke soll als wichtige Rheinquerung bis zum Neubau erhalten bleiben – doch das hat seinen Preis. Voraussichtlich ab Ende 2026 beginnt die Sanierung der Kragarme, die das Bauwerk für rund zweieinhalb Jahre auf eine Spur je Richtung bei Tempo 30 reduzieren wird. Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat dafür ein umfassendes Verkehrskonzept erarbeitet, das die Auswirkungen auf den Alltag der Verkehrsteilnehmer so weit wie möglich abfedern soll.
Täglich nutzen rund 73.000 Fahrzeuge die Brücke. Während der Sanierung können davon noch etwa 30.500 das Bauwerk passieren – rund 42.500 müssen täglich umgeleitet werden. Der Schwerverkehr über 3,5 Tonnen ist bereits seit der aktuellen Ablastung weiträumig über die Autobahnen A52, A57 und A44 geführt; innerstädtischer Schwerverkehr auf der West-Ost-Achse läuft über die Rheinkniebrücke.
Auch für Pkw-Fahrer stehen klare Ausweichrouten bereit: Im Norden bietet die Rheinbrücke der A44 eine Alternative, von der Anschlussstelle Büderich aus führt eine Umleitungsroute über die Rheinkniebrücke, im Süden stehen die Fleher Brücke (A46) sowie die Josef-Kardinal-Frings-Brücke zur Verfügung. Durch die gezielte Bündelung des Durchgangsverkehrs auf der Rheinkniebrücke sollen auf der Theodor-Heuss-Brücke Kapazitäten für Anwohner und Anliegende freigehalten werden.
Die Ampelschaltungen auf den Alternativrouten werden angepasst, städtische LED-Informationstafeln weisen auf die empfohlenen Strecken hin. Um die Oberkasseler Brücke nicht zu überlasten, werden die rechtsrheinischen Zufahrten vom Joseph-Beuys-Ufer zur Oberkasseler Brücke gesperrt – Einsatzfahrzeuge sind davon ausgenommen.
Beim ÖPNV bleibt das bestehende Betriebskonzept der Rheinbahn zunächst unverändert. Geprüft worden war, ob Buslinien über die Oberkasseler Brücke umgeleitet werden könnten – die Analysen ergaben jedoch zu geringe Fahrgastnachfrage bei gleichzeitig hohen Risiken für die Fahrplantreue.
Die Stadt betont, dass alle Sperrungen automatisiert an die Mobilithek übermittelt werden und Navigationsdiensten zur Verfügung stehen. Das Konzept werde fortlaufend mit Feuerwehr, Polizei, Rheinbahn und weiteren Ämtern abgestimmt. Wie schon während der Rheinufertunnelsperrung will die Landeshauptstadt das Geschehen engmaschig mit Verkehrsdaten begleiten und bei Bedarf steuernd eingreifen. Dennoch sollten Autofahrer je nach Route einen Zeitpuffer einplanen – und im Zweifel auf Bahn und Bus umsteigen.


