
Das Klemensviertel feiert 40 Jahre Bestehen © Gabriele Schreckenberg
Von Gabriele Schreckenberg
Was die Italiener so lieben, ist ihre Piazza. Hier treffen sich die Menschen zum Erzählen, zum Plausch, zum Miteinander. Für die Kaiserswerther ist das Klemensviertel ihre Piazza – und die macht sich für die große Fiesta am Samstag, 20. Juni, richtig fein.
40 Jahre Klemensviertel
Das Klemensviertel in Kaiserswerth feiert sein 40-jähriges Bestehen. Das Quartier wurde 1986 nach den Plänen von Walter Brune verwirklicht. Anfangs gab es großen Protest, weil viele Bürgerinnen und Bürger im Norden Düsseldorfs befürchteten, dass ihre baumbestandene Wiese neben der Tonhalle durch Beton verunstaltet werden würde. Doch wer Walter Brune, den vor fünf Jahren verstorbenen Architekten und Stadtplaner, kannte, wusste, dass seine Idee nicht nur eine Vision für den Stadtteil war, sondern eine große Bereicherung werden würde.
Der gebürtige Bremer liebte Norddeutschland und Backsteinbauten. Diese Vorlieben spiegeln sich bis heute in der Bauweise des Klemensviertels wider. Projekte wie die Kö-Galerie (Fertigstellung 1986) und die Schadow-Arkaden (Fertigstellung 1994) zeugen ebenfalls von Brunes Weitblick und seinem städtebaulichen Geschick.
Unterstützung erhielt Walter Brune von der Politik, dem Düsseldorfer Rathaus und der Bezirksvertretung 05. Helmut Cornelius war zu dieser Zeit Bezirksvorsteher im Kaiserswerther Rathaus, die CDU verfügte bereits über die absolute Mehrheit.
Der Mix im Klemensviertel überzeugt bis heute. Der Bogen über dem Eingang wirkt einladend, der Blick schweift zum Brunnen, an dem der „Sämann“, eine Bronzefigur des Bildhauers Fritz Klimsch, über das sprudelnde Wasser wacht. Wohnungen in den oberen Etagen harmonieren mit Gewerbe, Praxen, Büros unterschiedlichster Art und inhabergeführten Geschäften. Blumenladen, Modegeschäft, Schuster, Parfümerie, Friseur, Hörgeräteakustiker, Kindermode, Schreibwaren und Bäcker – es ist alles da. Gleich drei italienische Betriebe sorgen im Klemensviertel für feine Kost und „Dolce Vita“: Saitta, Da Bruno und die Eiscafé Boutique der Familie Cirmia.
Das Fest am Wochenende
Im Museum Kaiserswerth ist die Ausstellung „40 Jahre Klemensviertel“ zu sehen. Das Team des Heimat- und Bürgervereins hat die Entstehungsgeschichte sorgfältig aufgearbeitet und lädt ab 14 Uhr zur Eröffnung ein. Die Vorsitzende Kerstin Döhler wird die Gäste begrüßen. Auch Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hat sein Kommen zugesagt. Die Einführung übernimmt Dr. Just Gérard, Architekt und Stadtplaner.
Im Klemensviertel leuchtet bereits jetzt die Lichterkette rund um den Platz – oder vielmehr: die Piazza. Alle Geschäfte haben von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Weiße Hussen zieren die Stehtische. Die ansässige Gastronomie sorgt für reichlich Sitzgelegenheiten sowie ein vielfältiges Angebot an Speisen und Getränken.
„Wir feiern die Mittsommernacht“, sagt Andrea Dahmen, Inhaberin von Maison de Fil. Sie war die zündende Ideengeberin für das Fest. „Alle anderen waren schnell mit im Boot, wir hatten einen tollen Zusammenhalt“, betont sie mit Blick auf die Gemeinschaftsaktion. Für die musikalische Unterhaltung sorgt DJ Tor-Tee.
Auch Christopher Brune von der Brune Immobilien Gruppe wird am Samstag vor Ort sein. Er ist heute in führender Position der Unternehmensgruppe in Düsseldorf-Rath tätig und kennt den Stadtnorden bestens. Das Klemensviertel liegt ihm besonders am Herzen. „Mein Vater wollte immer Orte schaffen, an denen Menschen gerne arbeiten und sich aufhalten“, sagt er.
Walter Brune besaß die seltene Gabe, Kreativität und kaufmännisches Denken miteinander zu verbinden – ein Architekt mit internationalem Charisma.

Das Klemensviertel feiert 40 Jahre Bestehen © Gabriele Schreckenberg

