Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) sprach auf der Kundgebung © Lokalbüro
„Omas gegen Rechts" © Lokalbüro
Gegendemonstranten setzten sich wiederholt auf die Fahrbahn und versperrten so den Weg © Lokalbüro

Meh­rere Hun­dert Men­schen haben sich am Mon­tag­nach­mit­tag am Mar­tin-Luther-Platz ver­sam­melt und ein deut­li­ches Zei­chen für Welt­of­fen­heit und gegen Aus­gren­zung gesetzt. Anlass war ein Rund­gang der AfD durch das Japan­vier­tel, der von Beginn an auf brei­ten Wider­stand in der Stadt­ge­sell­schaft gesto­ßen war.

Beson­ders bemer­kens­wert war die Betei­li­gung der christ­li­chen Kir­chen: Erst­mals rie­fen die Evan­ge­li­sche Kir­che sowie die Arbeits­ge­mein­schaft christ­li­cher Kir­chen gemein­sam zu dem Pro­test auf. Eine Pfar­re­rin der benach­bar­ten Johan­nes­kir­che machte deut­lich, dass das Vier­tel der eigene Lebens­raum sei und die Kir­che Aus­gren­zung und Frem­den­feind­lich­keit nicht schwei­gend hin­neh­men werde. Sie bekannte sich zu Viel­falt und Demo­kra­tie. Im Anschluss fand ein öku­me­ni­sches Frie­dens­ge­bet statt. Neben den Kir­chen­ver­tre­tern betei­lig­ten sich meh­rere Düs­sel­dor­fer Initia­ti­ven, dar­un­ter zivil­ge­sell­schaft­li­che Bünd­nisse und die „Omas gegen Rechts”.

Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Kel­ler (CDU) sprach auf der Kund­ge­bung und erhielt dafür gro­ßen Bei­fall. Er unter­strich die Bedeu­tung der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft für Düs­sel­dorf und betonte, dass Viel­falt kein Pro­blem, son­dern ein Fun­da­ment des gesell­schaft­li­chen, kul­tu­rel­len und wirt­schaft­li­chen Erfolgs der Stadt sei. Die japa­ni­sche Gemein­schaft, seit Jahr­zehn­ten in Düs­sel­dorf ver­wur­zelt, nannte er einen geschätz­ten Teil der Stadt­ge­sell­schaft. Die Ein­tei­lung von Men­schen nach ihrer Her­kunft bezeich­nete Kel­ler als Ras­sis­mus – den Düs­sel­dorf ent­schie­den ablehne.

Ent­lang der Route kam es immer wie­der zu spon­ta­nen Gegen­ak­tio­nen: Klei­nere Grup­pen von Gegen­de­mons­tran­ten setz­ten sich wie­der­holt auf die Fahr­bahn und ver­sperr­ten so den Weg, sodass der AfD-Rund­gang mehr­fach unter­bro­chen wer­den musste.

Die Poli­zei war mit einem Groß­auf­ge­bot im Ein­satz. Nach Anga­ben eines Poli­zei­spre­chers ver­lief die zen­trale Kund­ge­bung ohne Zwi­schen­fälle. Die Teil­neh­mer­zahl wurde auf rund 300 bis 350 Per­so­nen geschätzt. Musi­ka­lisch beglei­tet wurde die Ver­an­stal­tung von der Sin­ger-Song­wri­te­rin Marie Rauschen