
Ludwig Krause, Marion Hörsken, Michael Fischer, Miriam Koch und Dr. Jochen Reiter © Lokalbüro
Der Aquazoo Löbbecke Museum am Nordpark steht vor einem grundlegenden Wandel. Das wurde am Dienstag beim Jonges-Forum im Henkelsaal deutlich, wo Kulturbeigeordnete Miriam Koch, Aquazoo-Direktor Dr. Jochen Reiter, Freundeskreis-Vorsitzender Michael Fischer und Marion Hörsken, Geschäftsführerin für Branchenbetreuung der IHK Düsseldorf, unter der Moderation von Rheinische-Post-Lokalchef Ludwig Krause über die Zukunft des Hauses diskutierten.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Aquazoo mit jährlich rund 500.000 Besuchern langfristig attraktiv bleiben kann. Die Antwort der Runde fiel eindeutig aus: Ohne Erweiterung und ohne eine neue Betriebsform wird das nicht gelingen. Für größere Tiere fehlt schlicht der Platz — und auch die Besucherströme lassen sich im bestehenden Gebäude kaum noch bewältigen. Dass der Druck wächst, zeigen auch die Zahlen: Bereits 2025 war die Schulklassen-Nachfrage nach Angaben des Freundeskreises doppelt so groß, wie das Haus sie bedienen konnte — bei ohnehin rund 460.000 Besuchern im Jahr.
Ein zentrales Thema war deshalb die Überführung des Aquazoos in eine eigenständige Rechtsform, etwa als GmbH. Miriam Koch bekannte, dass kaum noch eine Stadt ihren Zoo in kommunaler Trägerschaft betreibe. Eine solche Umstrukturierung würde dem Haus mehr Eigenständigkeit verschaffen — auch bei der Finanzierung einer Erweiterung. Die Stadt, so Koch ausdrücklich, werde sich dabei nicht aus ihrer Verantwortung verabschieden. Im Stadtrat ist die Richtung bereits vorgegeben: Der Kulturausschuss hat die Verwaltung beauftragt, noch im laufenden Jahr die Weichen für eine Rechtsformänderung zu stellen — CDU und Grüne tragen das gemeinsam.
Für die bauliche Erweiterung wurden erste Modelle vorgestellt: teils unterirdisch, teils oberirdisch — wobei letztere die heutige Grünkulisse des Nordparks nicht überragen sollen. Grundlage ist eine zoo- und landschaftsarchitektonische Machbarkeitsstudie, die drei Varianten entwickelt hat, die derzeit vertieft geprüft werden. Ohne zusätzlichen Raum, das machten die Diskussionsteilnehmer klar, werde der Aquazoo künftig mehr und mehr Tiere aus seinem Bestand abgeben müssen.
Die Runde war sich einig, dass das Haus nicht nur als Bildungs- und Kultureinrichtung, sondern auch unter touristischen Gesichtspunkten eine herausragende Bedeutung für Düsseldorf besitzt.


