
Einsatzübung der Strömungsretter © Lokalbüro
Mit einer Einsatzübung ihrer Strömungsretter hat die Feuerwehr Düsseldorf am Donnerstag eindringlich vor den Gefahren des Rheins gewarnt. Die Demonstration sollte zeigen, wie schnell Menschen in fließenden Gewässern in Not geraten und wie komplex eine Rettung unter Strömungsbedingungen ist.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit Jahresbeginn wurde die Feuerwehr bereits zu 24 Einsätzen „Personen im Rhein” alarmiert – im gesamten Vorjahr waren es 65. Acht Menschen konnten gerettet und medizinisch versorgt werden, für drei kam jede Hilfe zu spät. „Die Strömung im Rhein verzeiht keinen Moment der Unachtsamkeit”, sagt Stefan Böle, Pressesprecher der Düsseldorfer Feuerwehr. „Wir erleben immer wieder, wie schnell Menschen in Situationen geraten, aus denen sie sich nicht mehr selbst befreien können.”
Besonders tückisch ist die trügerische Ruhe an der Wasseroberfläche. Sogwirkungen vorbeifahrender Schiffe, Strudel an Kribben und die Strömungsverhältnisse der Berufsschifffahrt machen den Rhein zu einem Hochrisikogewässer – auch dann, wenn es auf den ersten Blick harmlos wirkt. Die Schiffe sind oft schon viele hundert Meter weitergefahren, bevor Sog oder Wellen das Ufer erreichen. Niedrige Wasserstände und sommerliche Temperaturen verleiten immer wieder dazu, ins Wasser zu gehen, obwohl die eigentlichen Gefahren unsichtbar bleiben.
Die Feuerwehr Düsseldorf verfügt seit fast 50 Jahren über eine Taucherstaffel, die rund um die Uhr mit vier Tauchern einsatzbereit ist. Die Einsatzkräfte sind speziell als Strömungsretter ausgebildet und trainieren regelmäßig an den rund 40 Kilometer langen Rheinabschnitten im Stadtgebiet. Stationiert an der Feuer- und Rettungswache 1 in der Innenstadt, können sie das gesamte Stadtgebiet erreichen. Zusätzlich liegt im Hafen ein ständig besetztes Rettungsboot vor Anker. Strömungsretter Thomas Zender beschreibt die Anforderungen so: „Nur wenn jeder Handgriff sitzt, können wir im Ernstfall schnell und sicher handeln.”
Entlang des Rheinufers weisen rund 70 mehrsprachige Hinweisschilder mit Piktogrammen auf die Lebensgefahr hin. Sie enthalten auch die Notrufnummer sowie den jeweiligen Rheinkilometer, damit Hilfesuchende ihren Standort bei einem Notruf präzise angeben können.
Seit August 2025 ist das Baden im Rhein im gesamten Düsseldorfer Stadtgebiet per ordnungsbehördlicher Verordnung verboten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden. Als Baden gilt dabei bereits das planmäßige Verweilen im mehr als knöcheltiefem Wasser – also Schwimmen ebenso wie Waten oder Spielen im Fluss. Ausgenommen sind Behörden, Rettungsdienste, Feuerwehr sowie genehmigte Veranstaltungen mit ausdrücklicher Erlaubnis der Stadt.
Mehr Bilder gibt es hier!


