
Der Kommunale Wärmeplan wurde in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren erarbeitet (v. l.): Heidrun Leinenbach (Stadtwerke Düsseldorf), Dr. Werner Fliescher (Haus & Grund Düsseldorf und Umgebung), Umweltdezernent Jochen Kral, Frederic Ferber (Handwerkskammer Düsseldorf), Marion Hörsken (Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf), Hans-Werner Eschrich (Innung Sanitär Heizung Klima Düsseldorf), Torben Beisch (Netzgesellschaft Düsseldorf) sowie Andreas Schmitt (Stadtwerke Düsseldorf). © Landeshauptstadt Düsseldorf/Claus Langer
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat in seiner Sitzung am Donnerstag den Kommunalen Wärmeplan beschlossen. Das Konzept soll den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung der Stadt bis 2045 ebnen und setzt auf einen Mix aus Fernwärme, Wärmepumpen und – in begrenztem Umfang – Wasserstoff für die Industrie.
Der seit 2024 erarbeitete Plan war von einer breiten Beteiligung geprägt: Neben Bürgern und politischen Vertretern wirkten die Stadtwerke und die Netzgesellschaft Düsseldorf, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer sowie Vertreter der Wohnungswirtschaft und des Sanitär-Heizung-Klima-Handwerks mit. „Die breite Einbindung der verschiedenen Interessengruppen war entscheidend, um lokale Erfahrungen und fachliches Know-how gleichermaßen zu berücksichtigen”, sagte Umweltdezernent Jochen Kral.
Der Abschlussbericht zeichnet ein ernüchterndes Bild des Ist-Zustands: Rund 92 Prozent des jährlichen Endenergieverbrauchs für Wärme entfallen derzeit auf fossile Quellen, vor allem Erdgas. Etwa 63 Prozent des beheizten Gebäudebestands wurde im Jahr 1970 oder früher errichtet, was ein erhebliches Sanierungspotenzial bedeutet. Gleichzeitig zeigt die Potenzialanalyse, dass die technisch erschließbaren klimaneutralen Wärmequellen mit bis zu 13,3 Terawattstunden pro Jahr den aktuellen Wärmebedarf von 7,8 Terawattstunden deutlich übersteigen. Besonders vielversprechend sind oberflächennahe Geothermie, die Nutzung von Rheinwasser als Wärmequelle sowie industrielle Abwärme.
Für Hausbesitzer enthält der Wärmeplan eine klare Warnung: Der Einbau neuer Gasheizungen – auch sogenannter H2-Ready-Modelle – birgt angesichts langfristiger Kosten- und Regulierungsentwicklungen wirtschaftliche Risiken. Wasserstoff und Biogas gelten nach heutigem Kenntnisstand nicht als realistische Lösung für die dezentrale Wärmeversorgung privater Gebäude in Düsseldorf. Einen Anschluss- und Benutzungszwang an die Fernwärme sieht der Plan allerdings nicht vor; er dient als strategisches Orientierungsinstrument ohne Verpflichtung zu einer bestimmten Heiztechnologie.
Der Plan wird regelmäßig fortgeschrieben und mindestens alle fünf Jahre überprüft. Das Zielszenario für 2045 sowie Antworten auf häufige Fragen sind unter www.duesseldorf.de/waermeplanung abrufbar.


