Zettl - rund um den Tegernsee

Zettl — rund um den Tegernsee

 

 

Von Man­fred Fammler

Die Düs­sel­dor­fer Rhein­kir­mes fei­ert ihr 125-jäh­ri­ges Bestehen mit neuen Attrak­tio­nen, einem erwei­ter­ten Fest­ge­lände und einem umfang­rei­chen Ver­an­stal­tungs­pro­gramm. Bei güns­ti­gem Wet­ter rech­nen die St. Sebas­tia­nus Schüt­zen erneut mit mehr als vier Mil­lio­nen Besu­che­rin­nen und Besuchern.

Mit durch­schnitt­lich rund 400.000 Gäs­ten pro Tag ist die Rhein­kir­mes, gemes­sen an der täg­li­chen Besu­cher­zahl, nach dem Münch­ner Okto­ber­fest das zweit­größte Volks­fest Deutsch­lands. „Was 1435 als klei­nes Kirch­weih­fest begann, ist heute die Köni­gin der Volks­feste und ein mar­ken­prä­gen­des Ereig­nis für Düs­sel­dorf im Som­mer“, sagte Schüt­zen­chef Andreas-Paul Stieber.

Auch bei den Schau­stel­le­rin­nen und Schau­stel­lern ist das Inter­esse an der Rhein­kir­mes wei­ter­hin groß. „Für die rund 300 Stand­plätze gin­gen erneut etwa 1.000 Bewer­bun­gen ein“, berich­tete Platz­kom­mis­sar Man­fred Kir­schen­stein. Bei der Aus­wahl lege er beson­de­ren Wert auf Qua­li­tät, Viel­falt und fami­li­en­ge­rechte Ange­bote. Mehr als zehn Pro­zent der Beschi­cker seien erst­mals auf den Rhein­wie­sen vertreten.

Zu den ange­kün­dig­ten Höhe­punk­ten gehö­ren zwei neu ent­wi­ckelte Fahr­ge­schäfte. Der „Ora­cle“ ist ein Rund­fahr­ge­schäft mit drei rotie­ren­den Ach­sen. Der „Inva­der“ ver­fügt über 16 frei schwin­gende, offene Gon­deln und arbei­tet mit Licht‑, Sound- und Spezialeffekten.

Ob beide Neu­hei­ten tat­säch­lich in Düs­sel­dorf Pre­miere fei­ern kön­nen, hängt aller­dings noch von den tech­ni­schen Abnah­men ab. „Wenn das Ding da steht und sich zum ers­ten Mal dreht, dann bestä­tigt sich das“, sagte Geschäfts­füh­rer Sven Ger­ling mit Blick auf die ver­blei­ben­den Unsicherheiten.

Als wei­tere Attrak­tion kehrt das voll­stän­dig neu gestal­tete VR-Fahr­ge­schäft „Dr. Archi­bald – Mas­ter of Time“ auf die Rhein­kir­mes zurück. Es ver­binde Volks­fest­tra­di­tion mit moderns­ter Tech­no­lo­gie, sagte Ger­ling. Gleich­zei­tig sol­len klas­si­sche Fahr­ge­schäfte wie „Rund um den Tegern­see“ und der „Mond­lift“ den tra­di­tio­nel­len Cha­rak­ter des Volks­fes­tes bewahren.

Ein beson­de­res Jubi­läum fei­ert zudem die Rau­pen­bahn. Der Klas­si­ker ist seit 100 Jah­ren unter­wegs und besteht nach Anga­ben der Ver­an­stal­ter noch zu rund 90 Pro­zent aus Originalteilen.

Auch das gas­tro­no­mi­sche Ange­bot wird erwei­tert. Neben Klas­si­kern wie Brat­wurst und Fisch­bröt­chen sol­len unter ande­rem Enten­ge­richte, ein soge­nann­ter Radi-Twis­ter und Kai­ser­schmarrn ange­bo­ten wer­den. Zugleich wird das Ange­bot an vege­ta­ri­schen und vega­nen Spei­sen ausgebaut.

Erst­mals sol­len die Pres­se­infor­ma­tio­nen zur Rhein­kir­mes auch voll­stän­dig auf Nie­der­län­disch ver­öf­fent­licht wer­den. Damit wol­len die Ver­an­stal­ter gezielt Gäste aus dem Nach­bar­land anspre­chen. Zugleich soll die inter­na­tio­nale Aus­rich­tung Düs­sel­dorfs stär­ker berück­sich­tigt werden.

„Wir gren­zen nicht aus, wir ver­bin­den, wir öff­nen die Arme. Bei uns fei­ert jeder mit“, sagte Stieber.

Neben den tra­di­tio­nel­len Schüt­zen­ver­an­stal­tun­gen sind sechs Kon­zerte und Musik­ver­an­stal­tun­gen vor­ge­se­hen. Die von den Schüt­zen selbst orga­ni­sier­ten Ange­bote sol­len kos­ten­los sein. Ange­kün­digt sind unter ande­rem die Cover­band Fresh Music Live, das Nach­wuchs­for­mat „New Hot Pop Fes­ti­val“ und ein Auf­tritt der „Klei­nen Eger­län­der Besetzung“.

Kos­ten­pflich­tig blei­ben die Party des Düs­sel­dor­fer Lokal­ra­dios und das Sandy Hill Chill Fes­ti­val. Mit der Ver­an­stal­tung soll zugleich Geld für Ärzte ohne Gren­zen gesam­melt werden.

Die im ver­gan­ge­nen Jahr erst­mals gezeigte Droh­nen­show wird erwei­tert. Statt 1.000 sol­len dies­mal 1.200 Droh­nen zum Ein­satz kom­men. Geplant sind zwei Vor­stel­lun­gen: eine am Kir­mes­diens­tag und eine wei­tere in Ver­bin­dung mit dem tra­di­tio­nel­len Feu­er­werk am zwei­ten Freitag.

Ger­ling sprach von „Deutsch­lands größ­ter Droh­nen­show“ und kün­digte erneut „ein­ma­lige Bil­der am Him­mel“ an.

Beim tra­di­tio­nel­len Feu­er­werk soll die Sicher­heit an ers­ter Stelle ste­hen. Abhän­gig vom Was­ser­stand des Rheins könn­ten die Abschuss­po­si­tio­nen ver­än­dert und das Feu­er­werk gege­be­nen­falls ver­klei­nert werden.

Die Abschuss­ein­hei­ten sol­len in mehr als zwei Meter hohen Con­tai­nern unter­ge­bracht wer­den. Damit wol­len die Ver­an­stal­ter ver­hin­dern, dass eine Vor­rich­tung umkippt und es wie im ver­gan­ge­nen Jahr zu einem Quer­schlä­ger kommt.

„Sicher­heit wird in die­sem Jahr vor Größe gehen“, erklärte Gerling.

Wei­ter­hin offen ist die kon­krete Aus­ge­stal­tung der Fähr­ver­bin­dung zwi­schen der Düs­sel­dor­fer Alt­stadt und dem Fest­platz. Der bis­he­rige Ver­trag mit der Köln-Düs­sel­dor­fer Rhein­schiff­fahrt wurde nach Anga­ben der Schüt­zen im gegen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men auf­ge­ho­ben. Damit soll der Weg für die Über­nahme einer Fähr­ge­sell­schaft durch eine Toch­ter­ge­sell­schaft der Rhein­bahn frei­ge­macht werden.

Zwar gebe es posi­tive Signale, end­gül­tige Gewiss­heit bestehe jedoch erst mit der tat­säch­li­chen Auf­nahme des Betriebs. „Bestä­tigt ist die Fahrt dann, wenn das Schiff anlegt“, sagte Stie­ber mit Ver­weis auf die Erfah­run­gen der ver­gan­ge­nen Jahre. Wei­tere Ein­zel­hei­ten sol­len spä­tes­tens Anfang Juli bekannt gege­ben werden.

Die Vor­be­rei­tun­gen auf den Rhein­wie­sen lau­fen bereits. Die ers­ten Schau­stel­ler sind bereits ein­ge­trof­fen und haben mit dem Auf­bau für die zehn­tä­gige Ver­an­stal­tung im Juli begonnen.

Beglei­tet wer­den die Pla­nun­gen erneut von Dis­kus­sio­nen über Lärm und Belas­tun­gen für die Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner in Ober­kas­sel. Nach Ansicht der Schüt­zen ist die Zustim­mung zur Rhein­kir­mes in der Stadt den­noch wei­ter­hin groß.

Stie­ber kün­digte an, den Aus­tausch mit der Nach­bar­schaft fort­zu­set­zen. „Wir küm­mern uns um das Wohl der Anwoh­ner und ste­hen jeder­zeit für Fra­gen und Sor­gen zur Verfügung.“

 

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