Mit einer Rekord­ku­lisse von 65.000 Zuschau­ern auf dem Cannstat­ter Wasen in Stutt­gart haben Die Toten Hosen am ver­gan­ge­nen Wochen­ende ihre Open-Air-Tour „Trink aus! Wir müs­sen gehen” eröff­net. Alle 23 Kon­zerte der Deutsch­land­reise durch Deutsch­land, Öster­reich, die Schweiz und Luxem­burg sind aus­ver­kauft – ins­ge­samt wer­den mehr als 900.000 Besu­cher erwartet.

Erst­mals prä­sen­tiert die Düs­sel­dor­fer Band bei die­ser Tour ein umfas­sen­des Nach­hal­tig­keits- und Sozi­al­kon­zept unter dem Titel „Wie Tour auch gehen kann”. 

© Tote Hosen

Die Hosen und ihr Team haben sich nach eige­nen Anga­ben inten­siv damit beschäf­tigt, wie eine große Sta­dion- und Open-Air-Tour sozia­ler, gerech­ter und öko­lo­gisch ver­träg­li­cher gestal­tet wer­den kann – nicht als theo­re­ti­sches Modell, son­dern unter rea­len Bedin­gun­gen des Tourall­tags. „Nicht per­fekt und nicht als Moral­pro­jekt. Nicht, um uns auf die Schul­ter zu klop­fen. Son­dern weil wir glau­ben, dass man Dinge anders machen kann: ehr­li­cher, kon­se­quen­ter und im bes­ten Fall bes­ser”, erklärt die Band.

Kon­kret setzt die Tour auf Öko-Fest­strom statt Die­sel­ge­ne­ra­to­ren, alter­na­tive Kraft­stoffe, ener­gie­ef­fi­zi­ente LED-Tech­nik und – bei einer der Pro­duk­tio­nen erst­mals – eine Bat­te­rie­lö­sung für die Show­tech­nik. Bei nahezu allen Kon­zer­ten ist der öffent­li­che Nah­ver­kehr im Ticket­preis ent­hal­ten; zusätz­lich wer­den Fahr­ge­mein­schaf­ten, Rad­ver­kehr, bar­rie­re­freie Mobi­li­tät und E‑Mobilität geför­dert. Im Cate­ring-Bereich gibt es ein erwei­ter­tes vege­ta­ri­sches und vega­nes Ange­bot, kos­ten­lo­ses Trink­was­ser sowie ver­bes­serte Müll­tren­nung und Recy­cling­kon­zepte. Auch bei Mer­chan­di­sing-Pro­duk­ten wird auf ver­ant­wor­tungs­volle Her­stel­lung und Wie­der­ver­wend­bar­keit geachtet.

Einen beson­de­ren Schwer­punkt legt die Band auf soziale Zugäng­lich­keit. Erst­mals wer­den Sozi­al­ti­ckets ange­bo­ten, um mög­lichst vie­len Men­schen den Kon­zert­be­such zu ermög­li­chen. Zudem arbei­ten Die Toten Hosen mit der Initia­tive „Bar­rie­re­frei Fei­ern” zusam­men, einem Kol­lek­tiv aus Men­schen mit und ohne Behin­de­run­gen, das die Ver­an­stal­tun­gen auf Zugäng­lich­keit und Inklu­sion prüft.

Wis­sen­schaft­lich beglei­tet wird das Pro­jekt von der Ber­li­ner Hoch­schule für Tech­nik (BHT). Ziel ist es, die ein­zel­nen Maß­nah­men sys­te­ma­tisch aus­zu­wer­ten und belast­bare Erkennt­nisse für nach­hal­ti­gere Tour­pro­duk­tio­nen in der Zukunft zu gewinnen.