Neues Forum im alten Klärwerk: Düsseldorfs Stadtentwässerung feiert Jubiläum und Eröffnung

Staffelübergabe beim Medientermin im “Forum altes Klärwerk”: Der Stadtentwässerungsbetrieb fiel bislang in die Zuständigkeit von Stadtkämmerin Dorothée Schneider. Künftig wird der technische Aspekt mehr in den Fokus gestellt, sodass der SEBD ab sofort bei Marcus Beyer, neuer Dezernent für Mobilität und Infrastruktur, angesiedelt ist. Landeshauptstadt Düsseldorf/Melanie Zanin
Wo seit 1903 Düsseldorfs Abwasser gereinigt wurde, entsteht jetzt ein Ort zum Lernen: Das „Forum altes Klärwerk” in Golzheim ist am Donnerstag offiziell eröffnet worden. Stadtkämmerin Dorothée Schneider, Marcus Beyer, Dezernent für Mobilität und Infrastruktur, sowie die beiden Betriebsleiter des Stadtentwässerungsbetriebs (SEBD), Janine Mentzen (kaufmännisch) und Frank Heuner (technisch), gaben die neue Veranstaltungs- und Schulungsfläche frei. Zugleich feierte der SEBD sein 25-jähriges Bestehen als eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt.
Lernort für Schulklassen und Fachleute
Neben dem bekannten Besucherkanal ist mit dem Forum ein Raum entstanden, in dem künftig Schulklassen den Wasserkreislauf kennenlernen sollen. Auch Fachtagungen und Inhouseseminare sind dort möglich. „Dieser Ort erzählt einen wichtigen Teil Stadtgeschichte”, sagte Schneider. Auf dem Gelände sei bereits seit 1903 die erste Düsseldorfer Kläranlage betrieben worden, vielen sei es heute eher als Besucherkanal ein Begriff. Interessierte könnten hier einen Ort erleben, der sonst verborgen bleibe.
Vom Kanalamt zum eigenständigen Betrieb
Vor 25 Jahren ging der SEBD aus dem früheren Kanal- und Wasserbauamt hervor. Organisatorisch und wirtschaftlich ist er seither eigenständig, besitzt aber keine eigene Rechtspersönlichkeit und bleibt Teil der Landeshauptstadt. Seine Kernaufgaben sind die Abwasserbeseitigung und ‑reinigung, hinzu kommen der Hochwasserschutz sowie der Ausbau und die Renaturierung von Gewässern.
Bislang war der Betrieb bei der Stadtkämmerin angesiedelt. Künftig soll der technische Aspekt stärker im Mittelpunkt stehen, weshalb der SEBD ab sofort zum Dezernat des neuen Beigeordneten Marcus Beyer gehört. Er verwies auf die Herausforderungen, die auf das Team zukommen: der Schutz kritischer Infrastruktur, die Krisenvorsorge, die Folgen des Klimawandels, notwendige Instandhaltungen und neue gesetzliche Vorgaben wie die Kommunalabwasserrichtlinie. „Ich freue mich sehr darauf, dies begleiten zu können”, sagte Beyer.
Zahlen zum Netz
Der SEBD betreibt ein rund 1.550 Kilometer langes Kanalnetz, das von 148 Pumpstationen sowie 108 Regenbecken und Speicherbauwerken unterstützt wird. In den beiden Düsseldorfer Großklärwerken werden jährlich rund 67 Milliarden Liter Regenwasser und das Schmutzwasser der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer gereinigt. Beim Hochwasserschutz betreut der Betrieb rund 35 Kilometer Anlagen.
Historische Funde bei Bauarbeiten
Zu den größeren Projekten der vergangenen Jahre zählen die Renaturierung der südlichen Düssel in Vennhausen, die Sanierung der Deiche in Kaiserswerth und der Bau eines zweiten Dükers zum Klärwerk-Nord. Dabei stießen die Arbeiter auf historische Überreste, darunter ein Plattbodenschiff aus dem 17. Jahrhundert und ein Stück der Stadtmauer von 1288. In diesem Jahr entstand zudem auf dem Klärwerk-Süd ein Solarfaltdach, ein weiterer Schritt in Richtung Energieneutralität.
Führungen auf Anfrage
Wer mehr über die Arbeit des SEBD erfahren möchte, kann Termine für Kanal- oder Klärwerksführungen per E‑Mail an sebd-besichtigungen@duesseldorf.de anfragen.