250 Stände: Düsseldorfs Weihnachtszauber lässt sich nicht online bestellen

(v.l.n.r.): Frank Hermsen (Geschäftsführer Altstadt Marketing), Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (Landeshauptstadt Düsseldorf), Kim Dorm (Projektleitung Düsseldorfer Weihnachtsmarkt, D.LIVE), Jens Ihsen (Geschäftsführer Visit Düsseldorf)
Von Manfred Fammler
Seit Wochen bevölkern weihnachtliche Vorboten die Supermarktregale. Dominosteine, Spekulatius und Marzipan geben einen Vorgeschmack auf die „most wonderful time of the year“. Wie sich diese in der Innenstadt gestalten wird, wurde heute vorgestellt.
Das Weihnachtswunder vom Engelchenglanz auf dem Heinrich-Heine-Platz und dem Sternchenmarkt bleibt auch in diesem Jahr ein frommer Wunsch. Allerdings – und das ist die beste Nachricht von dieser trostlosen Baustelle – sollen die Baustellenwände aufgehübscht werden. Das verspricht Frank Hermsen, Geschäftsführer des Altstadt Marketings, das in dieser Saison nach jahrelanger Abstinenz wieder die Altstadt und den Marktplatz vor dem Rathaus organisiert. Ein Pitch hatte darüber entschieden. „Wir haben die Ausschreibung gewonnen“, freute er sich und versprach, dass sich Neuerungen mit Bewährtem paaren werden.
Neu ist zum Beispiel auf dem Marktplatz, dass das Jan-Wellem-Reiterstandbild größere Bedeutung haben soll. So sollen etwa eine Terrasse sowie ein überdachter Bereich (Hermsen spricht dabei von einem „Rundbogen“) die Aufenthaltsqualität vor dem barocken Kunstmäzen erhöhen. Darüber hinaus soll der Kurfürst in neuem Licht strahlen, mal rot, wenn die Fortuna auf Punktejagd geht, oder vielleicht in Gelb, wenn die DEG ihren Platz an der Sonne verteidigen wird. Ebenso soll die Dekoration des Platzes noch weihnachtlicher gestaltet werden. Damit jedoch nicht genug. Die „komplett neue Festbeleuchtung“ der Flingerstraße soll sich fast bis zur Rheinstraße ziehen und die Einkaufsstraße in ein wärmeres Licht tauchen. Unter dem Motto „Santa Claus is coming home“ (was eher an die Fußballhymne „Football’s coming home“ erinnert) hat sich das Altstadt Marketing ein hohes Ziel gesteckt, das durch die bereits erwähnten Baustellen am Übergang von der Kö in die Altstadt seit fünf echten und gefühlt zehn Jahren nicht erleichtert wird.
Der Weihnachtsmarkt in Düsseldorf erhält seine Attraktivität von seiner dezentralen Anlage. Was manche als den „Markt der 10.000 Schritte“ bezeichnen, hat in den zurückliegenden Jahren gerade durch den Flickenteppich an Attraktivität gewonnen. Sechs Themenbereiche sind es in diesem Jahr. Angefangen bei der Schadowstraße, wo der gleichnamige Markt auf einer größeren Fläche aufgebaut wird, über den Gustaf-Gründgens-Platz mit besserer Dekoration und einem generell ausgeweiteten Kinderprogramm in der Vorweihnachtszeit bis hin zum Rhein schlängeln sich die Märkte durch die Innenstadt. Neu ist das Weihnachtsmann-Postamt vor dem Schauspielhaus. In der Hütte können Kinder basteln und Briefe an den Weihnachtsmann schreiben. Jedes Kind erhält darauf eine persönliche Antwort. Während der gesamten Laufzeit besucht der rot-weiße Geschenkbote jeden Sonntag den Markt, am 6. Dezember kommt der Nikolaus.
Zu den weiteren Höhepunkten des Kinderprogramms gehören Geocaching, das Kasperletheater sowie das festliche Schmücken von Tannenbäumen durch Kinder aus Düsseldorfer Grundschulen. Auf dem Gustaf-Gründgens-Platz lädt die Hochschule Fresenius Düsseldorf erneut zum Kerzentauchen ein. Abgerundet wird das vielfältige Angebot durch stimmungsvolle Märchenvorlesungen auf dem Märchenmarkt am Schadowplatz. Insgesamt rechnet der Veranstalter D.Live mit bis zu 250 Marktständen und Hütten auf dem Weihnachtsmarkt.
Dass Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller diese innerstädtische Belebung als „einen unglaublich guten Anlass, um nach Düsseldorf zu kommen“ betrachtet, steht außer Frage. Dass er sich als Stadtoberhaupt zu seiner Vorfreude bekennt, ebenso. Wie bedeutend jedoch die Vorweihnachtszeit für den Wirtschaftsstandort ist, untermauert Jens Ihsen, Geschäftsführer von Visit Düsseldorf. So hätten im letzten Jahr fast drei Millionen Gäste die Budenwelt zwischen Tonhallenstraße und Rheinuferpromenade besucht. Bereits jetzt stehen die Zeichen wieder auf Erfolg. Nach Werbung in Spanien, dem Vereinigten Königreich, den USA und der Türkei versprechen die Buchungsanfragen Positives. „Wir nutzen den Weihnachtsmarkt deshalb gezielt, um Düsseldorf national und international als Winterreiseziel zu positionieren. Wir liegen bei der Hotelbelegung bei fast vier Prozent über dem Vorjahr“, sagte er. Die besondere Atmosphäre der Vorweihnachtszeit in Düsseldorf lässt sich halt nicht online bestellen.
Themenmärkte und Öffnungszeiten
Der Düsseldorfer Weihnachtsmarkt umfasst in diesem Jahr insgesamt sechs Themenmärkte in der Düsseldorfer Innenstadt:
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Roncalli’s Weihnachtspromenade auf der Rheinuferpromenade. Auch hier wird es wieder eine Radwegumleitung geben. Der Radweg wird auf das Rathausufer verlegt.
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Altstadt-Markt auf dem Marktplatz vor dem Rathaus sowie auf der Flinger Straße: Der Altstadt-Markt wurde in diesem Jahr neu vergeben.
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Kö-Bogen-Markt rund um das gesamte Gebäude Kö-Bogen inklusive Jan-Wellem- und Gustaf-Gründgens-Platz.
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Märchen-Markt auf dem Schadowplatz.
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Schadow-Markt auf der Schadowstraße: In Kooperation mit dem Amt für Verkehrsmanagement wird eine Umleitung des Radwegs eingerichtet, sodass die Hütten wie im vergangenen Jahr um 180 Grad gedreht werden können. Die Anzahl der Hütten wird erhöht.
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Corneliusplatz mit Eislauffläche.
Die Märkte öffnen täglich vom 19. November bis zum 30. Dezember. Von sonntags bis donnerstags hat der Weihnachtsmarkt von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Freitags und samstags öffnet er von 11 bis 21 Uhr. Die einzelnen Händler haben jedoch die Möglichkeit, ihre Öffnungszeiten täglich bis 22 Uhr zu verlängern. Angepasste Öffnungszeiten gibt es am 24. und 26. Dezember: Am 24. Dezember können Besucher den Markt von 11 bis 15 Uhr und am 26. Dezember von 14 bis 21 Uhr besuchen. Geschlossen ist der Weihnachtsmarkt am Totensonntag (22. November) und am ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember).