125 Jahre Martinskomitee in Angermund
Von Gabriele Schreckenberg
Das ist ein stattlicher Geburtstag, den das Martinskomitee Angermund feiert: 125 Jahre.
Dabei hatte alles im Jahr 1901 seinen skurrilen Anfang genommen, als der damalige Bürgermeister Carl Baasel an den Lehrer Jakob Lieblang schrieb: „Das willkürliche Umherziehen der Kinder am Martinsabend und bis in den späten Abend hinein führt zu allerlei Unzuträglichkeiten. Ich habe deshalb beschlossen, die Sache dahin zu regeln, dass ein gemeinsamer Zug der Kinder bei Beginn der Dunkelheit am Martinsabend arrangiert und nach Beendigung desselben die Kinder mit Obst etc. beschenkt werden …“
Dieses Zitat stammt aus einem Aufsatz von Antonius Labonte zum „Martinsfest in Angermund“, der 1984 im Jahrbuch des Angermunder Kulturkreises veröffentlicht wurde.
Apfel und Mandarine
Obst ist noch immer in den Martinstüten, die jedes Jahr zum Martinsfest verteilt werden. Aber eben auch ein Weckmann und andere Leckereien.
Antonius Labonte war nicht nur an der Geschichte Angermunds interessiert. Er kam 1960 nach Angermund und wurde Hauptlehrer an der Friedrich-von-Spee-Schule. Dort blieb er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1980.
Martinsbrauchtum nahm seinen Anfang
Carl Baasel hat dafür gesorgt, dass das Martinsbrauchtum in Angermund ab 1901 seinen Anfang nahm. Es bildete sich ein Martinskomitee mit Vertretern aus Kirche und Vereinen, die jedes Jahr für ein gelungenes Martinsfest sorgen. Seit 2018 ist es ein eingetragener Verein: das „St. Martinskomitee Angermund e. V.“
Das besondere Jubiläum nehmen der Angermunder Kulturkreis und das Martinskomitee zum Anlass, diesen schönen Brauch in Angermund mit einem Fest zu würdigen.
Am 3. November wird ab 19 Uhr im pittoresken Bürgerhausgarten in Angermund gefeiert. Um 19 Uhr wird das Bürgerhaus in hellem Licht erstrahlen. Die Beleuchtung wird bis zum 11. November fortgesetzt.
Was am 3. November geplant ist
Sebastian Freitag vom Martinsbund wird das Brauchtum vorstellen, insbesondere das im Rheinland.
Wolfgang Stecher, der erste Vorsitzende des Martinskomitees Angermund, wird über die nunmehr 125-jährige Geschichte berichten und dabei auch das ehrenamtliche Engagement des Komitees einfließen lassen.
Tim Küsters, der erste Vorsitzende der Adventsfreunde Angermund, hat eine mehr als 60-seitige Festschrift verfasst, die die Entwicklung des Martinsfestes in Angermund dokumentieren soll.
Schließlich rundet die Ausstellung „Rheinische Martinstradition“ im Bürgerhaus das Fest ab. Sie wurde eigens vom Martinsbund organisiert. Um auch das historische Bürgerhaus ins rechte Licht zu rücken, haben die Kinder der Angermunder Schule und Kitas auf bunten Plakaten passende Motive gestaltet, mit denen die Fenster geschmückt werden.
Alles in allem ein herrliches Fest zum 125-jährigen Jubiläum des Angermunder St. Martinskomitees.
Wenn Carl Baasel gewusst hätte, welche Kreise sein Brief 1901 gezogen hat, bekäme er sicher einen Ehrenplatz im Bürgerhaus.
Garten des Bürgerhauses, Graf-Engelbert-Straße 9, 40489 Düsseldorf. Bei Regen findet das Fest im Bürgerhaus statt.
