Seite auswählen

91 Tage, 250 Termine – Prinzenpaar spurtet durch Karnevalssession

Stefan Kleinehr, Lothar J. Hörning und Uwe Willer © Lokalbüro

Ste­fan Kleinehr, Lothar J. Hör­ning und Uwe Wil­ler © Lokalbüro

Von Man­fred Fammler

In sechs Tagen erwacht der Hop­pe­ditz vor dem Rat­haus aus sei­nem Som­mer­schlaf. Heute stellte das Comi­tee Düs­sel­dor­fer Car­ne­val die Pla­nun­gen für eine der kür­zes­ten Ses­sio­nen der letz­ten Jahre vor.

Bereits am 8. Februar 2027 wird der när­ri­sche Lind­wurm durch die Lan­des­haupt­stadt zie­hen. Den Nar­ren bleibt wenig Zeit, sodass sich die weni­gen Wochen davor wie ein Sprint über eine Mara­thon­stre­cke anfüh­len. Allein das Prin­zen­paar ver­bucht schon 250 Ter­mine im hoheit­li­chen Kalen­der. Die Kar­ne­vals­ses­sion 2026/27 dau­ert näm­lich nur 91 Tage und ist damit sechs Tage län­ger als die kür­zest­mög­li­che Ses­sion. Für CC-Chef Lothar Hör­ning kann die­ser Sprint nur im Schul­ter­schluss zwi­schen den när­ri­schen Regen­ten und den über 60 Ver­ei­nen gelin­gen. Dazu passe auch das Ses­si­ons­motto „Kar­ne­val – gren­zen­los ver­eint!“. Er appel­liert an die „Kraft der Ver­eine“. Als Bei­spiel nannte er fünf Ver­eine, die sich beim Hop­pe­ditz-Erwa­chen ein Quar­tier im Schlüs­sel tei­len. „Wir bauen Brü­cken und keine Mau­ern. Dabei zei­gen wir gren­zen­lose Soli­da­ri­tät. Wir sind der Kleb­stoff der Gesell­schaft“, sagt Hör­ning. Eine när­ri­sche Grenz­über­schrei­tung wolle er dabei selbst leben. So gehe er in Köln, Aachen und Bonn zum Kar­ne­val, um zu schauen, wie dort gefei­ert wird.

Doch zurück zum Hop­pe­ditz. Mit Jan Philip Hil­ger über­nimmt erst­mals seit fast zwei Jahr­zehn­ten ein Neuer die Rolle. Gemein­sam mit sei­nem Vater, dem jecken Alt­vor­de­ren und Ex-Ex-Hop­pe­ditz Jür­gen, arbeite er bereits an sei­ner Rede und an der Ant­wort des Ober­bür­ger­meis­ters. Die Nar­ren und die Stadt­ge­sell­schaft dür­fen gespannt sein, ob wie­der mehr Schärfe aus dem Senf­topf an die Rat­haus­tür geschmiert wird. Die The­men – wie der Opern­bau­schwa­nen­ab­ge­sang, Til­lys Schau­pro­zess oder der blaue Tsu­nami – las­sen das när­ri­sche Füll­horn vor Ideen bestimmt überquellen.

Danach star­tet das große Büh­nen­pro­gramm, das CC-Vize­prä­si­dent Ste­fan Kleinehr vor­stellte. Auch er ver­wies auf seine Fähig­kei­ten als Brü­cken­bauer. Neben Düs­sel­dor­fer Klas­si­kern wie Alt Schuss und der Rhyth­mus­sport­gruppe tritt auch die Band Brings vor dem Rat­haus auf und erin­nert an eine „Super­jei­le­zick“. Das Pro­gramm ist übri­gens zwei­ge­teilt. Der erste Teil läuft bis 15 Uhr, die Abend­ses­sion von 17.30 bis 22 Uhr.

Zwei Tage spä­ter über­nimmt das neue Prin­zen­paar aus Prinz Jens II. und Vene­tia Vale­rie die Regent­schaft über das Nar­ren­volk der Lan­des­haupt­stadt und schwingt das när­ri­sche Zep­ter. Wäh­rend der neue Erwach­se­nen-Hop­pe­ditz an die­sem Tag auf der Bühne seine zweite Pre­miere fei­ert, sagt der Jugend-Hop­pe­ditz am Sams­tag, 14. Novem­ber, Ser­vus. Nach fünf Jah­ren gibt Niklas seine Nar­ren­kappe wei­ter. Wer sie über­nimmt, wird erst an die­sem Tag ver­ra­ten. Wer’s brüh­warm erfah­ren will, muss am 14. Novem­ber um 11.11 Uhr auf den Lam­ber­tus­platz kommen.

Für die TV-Sit­zung am 7. Januar 2027 gibt’s nur noch einige Rest­kar­ten für 25 bis 48 Euro. An die­sem Tag schwenkt die Sprint­ses­sion lang­sam auf die Ziel­ge­rade ein. Schon am 4. Februar 2027 beginnt mit Alt­wei­ber der Stra­ßen­kar­ne­val. In die­ser Kurz­über­sicht feh­len damit nur noch das sonn­täg­li­che Kö-Trei­ben und der Rosen­mon­tag. An bei­den Tagen gibt es leichte Ver­än­de­run­gen. Beim Kö-Trei­ben öff­net erst­mals auf Höhe der Grün­straße ein Truck für eine zucker­süße Brause aus Öster­reich seine Lade­klap­pen. Er dürfte ein jün­ge­res Publi­kum auf die Kö locken. „Wir suchen nach Ertrags- und Erlös­po­ten­zial“, sagt Geschäfts­füh­rer Uwe Wil­ler. Auch der Rosen­mon­tags­zug soll für mehr Cash­flow sor­gen. Wil­ler kün­digte an, dass even­tu­ell ein oder zwei wei­tere Spon­so­ren­wa­gen den när­ri­schen Lind­wurm ver­län­gern könn­ten. Dem Ein­wand, der Zug werde kom­mer­zia­li­siert, wider­sprach er mit dem Hin­weis, dass es nur „17 von 90 Wagen“ wären.

Erwäh­nens­wert bleibt noch, dass wenigs­tens ein Bau­zaun in der Innen­stadt ver­schwun­den ist, näm­lich der vor der alten Käm­me­rei auf dem Markt­platz. Hier über­le­gen die Orga­ni­sa­to­ren, eine wei­tere Tri­büne auf­zu­bauen. Kar­ten gibt’s bereits zu kau­fen. Ob die Tri­büne auf­ge­baut wird, hängt vom Kar­ten­vor­ver­kauf ab. Wil­ler sagt dazu: „Wenn 120 Per­so­nen buchen, wird gebaut.“

Auch auf der Kö soll es am 8. Februar 2027 zusätz­li­che Tri­bü­nen geben, die Unter­neh­men oder Ver­eine exklu­siv mie­ten kön­nen. Die Tri­bü­nen bie­ten Platz für jeweils 40 Per­so­nen und kos­ten inklu­sive Cate­ring, Toi­let­ten und bes­ter Sicht den när­ri­schen Zins von jeweils 4.444 Euro, also rund 111 Euro pro Nase. Na dann, Helau!

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Düsseldorf im Postfach

Die wichtigsten Meldungen aus Düsseldorf direkt in Ihr Postfach.

Newsletter

Kostenlos · jederzeit abbestellbar

Archiv

Internet-Partner