
Art:Walk-Festival © LB / Olaf oidtmann
Kommentar von Manfred Fammler
Das Art als Nachfolger der „Nacht der Museen“ hat die Erwartungen nicht erfüllt. Angekündigt als Erweiterung einer durchaus stagnierenden Idee, blieb die Umsetzung in Teilen fehlerhaft und nicht durchdacht. Angefangen bei den Ticketpreisen über die Webpräsenz bis hin zu den „Flyern“ war es eine „grande catastrophe“, um in der Sprache von Romantik und Revolution zu bleiben.
Ein Beispiel sind die Ticketpreise: 25 Euro für zwei Tage sind durchaus stattlich. Hier wäre eine Ergänzung um ein Samstag- beziehungsweise Sonntagsticket wünschenswert gewesen.
Dann dieser Flyer – nein, diese Übersichtskarte –, auf der lediglich die Veranstaltungsorte verzeichnet waren. Was dort wann stattfand, ließ sich nur im Internet herausfinden. „Black Mirror“ am Samstag und am Sonntag.
Ich erinnere mich noch an das Programmheft der Nacht der Museen, in dem jede Gruppe hin- und herblätterte und ihre persönlichen Highlights markierte. Schieben Sie dagegen einmal Ihr Smartphone durch die Runde. Doch dieses Heftchen war mehr als nur ein Programm. Es war auch Ausdruck eines Gemeinschaftsgefühls. Wenn man in einem Lokal die Broschüre auf einem anderen Tisch oder beim Nachbarn entdeckte, kam man sofort ins Gespräch.
Deshalb plädiere ich für ein gemeinsames Erkennungsmerkmal wie ein Bändchen oder einen Button. Schließlich gehört für mich der Austausch der Besucher ebenso zu diesem Event wie der eigentliche Besuch der Kulturorte.
Den krönenden Abschluss bildete die Art. Statt Hunderten Teilnehmern folgten gerade einmal rund 100 Menschen einem Truck, bei dem bis kurz vor dem Start nicht einmal sicher war, ob er den Zug überhaupt anführen durfte.
Um es klar zu sagen: Alle beteiligten Institute und Häuser gaben ihr Bestes. Doch der organisatorische Rahmen bot ihnen nur wenige Chancen, ihre Stärken voll auszuspielen.
Bleibt noch ein letzter Punkt, denn auch dieser Text sollte irgendwann zu einem Ende kommen: die Präsenz des Art im Vorfeld. Die Werbung im öffentlichen Raum war schlicht nicht erklärend genug, wirkte lieblos und ohne Herzblut.
Kunst und Kultur leben von Emotionen. Die Idee von K.u.K., alles in Eigenregie umzusetzen, ging nicht auf. Nur weil man glaubt, etwas besser machen zu können, bedeutet das noch lange nicht, dass man es tatsächlich kann.
Auch das mögliche Argument, es sei schließlich die erste Ausgabe gewesen, überzeugt nicht. Wer 20 Jahre Zeit hat, eine Premiere vorzubereiten, sollte zumindest eine stimmige Inszenierung auf die Bühne bringen – und nicht den Eindruck einer noch unfertigen Generalprobe hinterlassen.

