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Erwin Wurm schenkt Düsseldorf monumentale Skulptur „Gate“

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler (r.) und Künst­ler Erwin Wurm ent­hüll­ten gemein­sam die Skult­pur “Gate” auf dem Gus­tav-Gründ­gens-Platz. © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Ingo Lammert

Vier Meter hohe Skulp­tur auf dem Gus­taf-Gründ­gens-Platz ent­hüllt – Künst­ler setzt ein dau­er­haf­tes Zei­chen für seine Ver­bun­den­heit mit der Stadt

Düs­sel­dorf hat ein neues Kunst­werk im öffent­li­chen Raum: Der öster­rei­chi­sche Künst­ler Erwin Wurm hat der Lan­des­haupt­stadt seine monu­men­tale Skulp­tur „Gate“ geschenkt. Das rund vier Meter hohe Werk wurde am Don­ners­tag (5. Novem­ber) gemein­sam mit Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler auf dem Gus­taf-Gründ­gens-Platz fei­er­lich ent­hüllt. Die Skulp­tur bleibt dau­er­haft in Düsseldorf.

Mit „Gate“ erhält die Stadt ein bedeu­ten­des Werk eines der inter­na­tio­nal bekann­tes­ten Ver­tre­ter der zeit­ge­nös­si­schen Bild­haue­rei. Die 2021 ent­stan­dene Skulp­tur besteht aus lackier­tem Alu­mi­nium und misst 400 mal 131 mal 76 Zen­ti­me­ter. Sie gehört zur Werkse­rie „In the Skin“, in der sich Wurm inten­siv mit dem mensch­li­chen Kör­per und des­sen Ver­hält­nis zur Skulp­tur auseinandersetzt.

Auf den ers­ten Blick erin­nert „Gate“ an ein Tor. Bei genaue­rem Hin­se­hen wird jedoch deut­lich, dass die unge­wöhn­li­che Form aus einem mensch­li­chen Kör­per ent­wi­ckelt wurde. Grund­lage war ein Abguss eines mensch­li­chen Tor­sos. Der Kör­per erscheint stark redu­ziert, in die Länge gezo­gen und bei­nahe auf seine Ober­flä­che zurück­ge­wor­fen. Die Glied­ma­ßen wir­ken ver­dreht und unge­lenk, die Pro­por­tio­nen irri­tie­ren bewusst die gewohnte Wahrnehmung.

Wurm spielt dabei mit Masse, Volu­men und Ober­flä­che. Seine Skulp­tur wirkt trotz ihrer monu­men­ta­len Größe über­ra­schend fra­gil. Sie scheint zwi­schen Bewe­gung und Still­stand gefan­gen. Die unge­wöhn­li­che Öff­nung macht das Werk zugleich zu einem Durch­gang und einer Schwelle, die den Blick auf den Platz und seine Umge­bung verändert.

„Zwei­di­men­sio­na­li­tät, Drei­di­men­sio­na­li­tät, Masse, Haut, Ober­flä­che, Volu­men sind wich­tige Bestand­teile mei­ner Erfor­schung der Skulp­tur“, erläu­tert Erwin Wurm seine künst­le­ri­sche Her­an­ge­hens­weise. Seine neuen Arbei­ten seien teil­weise gequetscht, abge­flacht oder auf eine sehr dünne Form redu­ziert. Dadurch ent­stehe eine Zer­brech­lich­keit, die ihm gefalle. Die Werke wür­den bei­nahe abstrakt.

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler sieht in der Schen­kung ein beson­de­res Zei­chen der Ver­bun­den­heit des Künst­lers mit Düs­sel­dorf und sei­ner Kunst­szene. Wurm über­lasse der Stadt ein bedeu­ten­des Werk sei­nes künst­le­ri­schen Schaf­fens, das auf dem Gus­taf-Gründ­gens-Platz einen mar­kan­ten Akzent set­zen werde. Kel­ler dankte ins­be­son­dere der Kunst­kom­mis­sion, die mit ihrer Exper­tise den Stand­ort ermög­licht habe.

Erwin Wurm, 1954 im öster­rei­chi­schen Bruck an der Mur gebo­ren, zählt zu den prä­gen­den Künst­lern der zeit­ge­nös­si­schen Skulp­tur. Seit den 1980er-Jah­ren beschäf­tigt er sich mit den Gren­zen zwi­schen Objekt, Per­for­mance und All­tags­kul­tur. Inter­na­tio­nal bekannt wurde er vor allem durch seine „One Minute Sculp­tures“. Dabei fol­gen Men­schen sei­nen Anwei­sun­gen und wer­den für einen kur­zen Moment selbst zum Bestand­teil eines Kunstwerks.

Humor, Absur­di­tät und eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Kon­sum­ge­sell­schaft, Kör­per­bil­dern und gesell­schaft­li­chen Kon­ven­tio­nen zie­hen sich durch sein Werk. Seine Arbei­ten waren unter ande­rem im Museum of Modern Art in New York, in der Tate Modern in Lon­don und im Centre Pom­pi­dou in Paris zu sehen. Auch auf der docu­menta und der Bien­nale di Vene­zia, 2017 als Ver­tre­ter Öster­reichs, war Wurm präsent.

Für Düs­sel­dorf ist die Schen­kung auch mit Blick auf die Kunst­szene ein beson­de­res Ereig­nis: 2027 ist eine umfas­sende Aus­stel­lung mit Wer­ken des Künst­lers im Kunst­pa­last geplant. Mit „Gate“ ist nun bereits ein dau­er­haf­tes Werk von Erwin Wurm mit­ten in der Stadt zu erleben.

1 Kommentar

  1. Elisabeth Raschke

    Wet­ten dass die mor­gen bunt ist?

    Antworten

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