Die Waage der Gerichtigkeit Foto Privat

Die Waage der Gerich­tig­keit Foto Privat

 

Auf dem Markt­platz vor dem Alten Rat­haus wacht sie seit fast 280 Jah­ren über die Stadt: die stei­nerne Jus­ti­tia in der Nische des Trep­pen­turms. Die Sand­stein­skulp­tur wurde Mitte des 18. Jahr­hun­derts im Zuge von Umbau- und Erwei­te­rungs­ar­bei­ten auf­ge­stellt und ersetzte eine ältere Arbeit aus der Erbau­ungs­zeit des Rat­hau­ses um 1570. Der für den Umbau ver­ant­wort­li­che Bau­meis­ter Johann Joseph Cou­ven beauf­tragte 1749 den Bild­hauer Anton Bau­mann mit der Figur, deren leicht gedrehte, thea­tra­li­sche Hal­tung sie als typi­sches Werk des Barock aus­weist. In der Nische des Trep­pen­turms wurde die Figur damals auf­ge­stellt, gut sicht­bar für alle, die über den Markt­platz gehen. Wie es sich für die römi­sche Göt­tin der Gerech­tig­keit gehört, trägt sie eine Augen­binde, ein Schwert in der rech­ten und eine Waage in der lin­ken Hand – die Sym­bole der Rechtsprechung.

Genau bei die­ser Waage gab es zuletzt aller­dings eine Lücke: Der Jus­ti­tia fehlte eine ihrer bei­den Waag­scha­len. Unser Lokal­büro hatte in den ver­gan­ge­nen Wochen mehr­fach nach dem Ver­bleib des Schmuck­stücks gefragt, ohne dass sich der aktu­elle Stand zunächst klä­ren ließ. Jetzt gibt es Neu­ig­kei­ten: Die Waage befin­det sich der­zeit bei einem Restau­rie­rungs­ate­lier. Dort wird die zweite, feh­lende Waag­schale rekon­stru­iert. Gleich­zei­tig wer­den die vor­han­de­nen Teile auf­ge­ar­bei­tet und restau­riert, abge­platzte Ver­gol­dung wird ergänzt, Ver­for­mun­gen wer­den begra­digt und die Befes­ti­gung erneuert.

Ist die Arbeit abge­schlos­sen, soll die Waage wie­der an ihren ange­stamm­ten Platz bei der Jus­ti­tia zurück­keh­ren. Vor­aus­sicht­lich soll das im Okto­ber 2026 der Fall sein – dann hätte die Gerech­tig­keit am Düs­sel­dor­fer Rat­haus wie­der ihr voll­stän­di­ges Hand­werks­zeug beisammen.

Mehr zur Geschichte der Figur beim Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf.