Von Gabriele Schreckenberg

Als am Mon­tag, 17. August, der nied­rigste Pegel­stand des Rheins in Düs­sel­dorf seit Beginn der Auf­zeich­nun­gen ver­zeich­net wurde, war der Mühl­stein in Kai­sers­werth bereits entdeckt.

Zwei Mit­glie­der des Kai­sers­wert­her Hei­mat- und Bür­ger­ver­eins, Franz-Josef Vogel und Josef Döh­ler, waren vor Ort und mach­ten sich Gedan­ken über den Ver­bleib des his­to­ri­schen Steins.

Hin­ter­grund: Der Rhein ist so nied­rig wie noch nie und bringt man­che span­nen­den Funde zutage. So auch den Mühl­stein, der am Ufer in Kai­sers­werth ent­deckt wurde. Dabei war der Stein, wie sich Karl-Josef Döh­ler erin­nert, schon vor 20 Jah­ren ein Thema, denn ein Schul­freund von Döh­ler hatte ihn einst erwähnt.

Mög­li­cher­weise war der Mühl­stein für den gegen­über­lie­gen­den Müh­len­turm bestimmt und ist auf dem Trans­port ver­lo­ren gegan­gen. Er war wohl nie in Betrieb.

800 Kilo schwer

Der Mühl­stein ist etwa 3,35 Meter im Durch­mes­ser, 20 Zen­ti­me­ter dick und rund 800 Kilo­gramm schwer.

His­to­ri­sche Funde sind etwas Beson­de­res, so auch im geschichts­träch­ti­gen Kai­sers­werth. Was also sollte geschehen?

Am gest­ri­gen 20. August konnte der Mühl­stein fach­män­nisch gebor­gen wer­den. Der Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein Kai­sers­werth bekam die Geneh­mi­gung vom Amt für Boden­denk­mal­pflege. Durch gute Kon­takte von Franz-Josef Vogel konnte zudem ein Kai­sers­wert­her Unter­neh­mer gefun­den wer­den, der den Mühl­stein gebor­gen hat.

Ein Stein­metz, der Sohn von Josef Döh­ler, soll den Stein zunächst lagern, bis über sei­nen end­gül­ti­gen Ver­bleib ent­schie­den ist.

Vor 100 Jah­ren führte der Rhein 11 Meter Wasser

So schreibt der nied­rige Pegel­stand Geschichte, auch in Kai­sers­werth. Vor 100 Jah­ren führte der Rhein noch mehr als elf Meter Wasser.

11,10 Meter betrug im Januar 1926 der offi­zi­elle Höchst­was­ser­stand des Düs­sel­dor­fer Pegels. Das war ein Jahr­hun­dert­hoch­was­ser. Die Lage hat sich inzwi­schen dra­ma­tisch verändert.

100 Jahre spä­ter, am 17. August 2026, lag der Pegel bei minus 1 Zen­ti­me­ter. Wobei die Fahr­rinne noch etwa 1,58 Meter tief war, sodass der Schiffs­ver­kehr nicht voll­stän­dig zum Erlie­gen kam.

Und für alle Fans des Rhein­pe­gels: Am 17. August konnte die Rhein­pe­gel­uhr, ein his­to­ri­sches Denk­mal am Man­nes­mann­ufer, wie­der in Betrieb genom­men wer­den. Die Düs­sel­dor­fer Jon­ges und allen voran Stadt­bild­pfle­ger Maxi­mi­lian Schö­nauer haben dafür gesorgt.