Gen-Z-Demo in Düsseldorf: Vier Festnahmen – Händler und Stadt sichern die Innenstadt
Die angekündigte Gen-Z-Demonstration am Samstag, 31. Oktober, wirft ihre Schatten voraus. In der Düsseldorfer Innenstadt bereiten sich zahlreiche Geschäftsleute auf den Protesttag vor. Auf der Königsallee und in der Altstadt werden Schaufenster und Eingänge vorsorglich mit Holzplatten gesichert. Einige Geschäfte wollen am Samstag geschlossen bleiben. Jetzt bekommt die angespannte Lage eine neue Dimension: Die Polizei hat am Freitagmorgen vier Männer vorläufig festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, sich zu gewalttätigen Aktionen in Düsseldorf verabredet zu haben.
Nach Angaben der Polizei ermittelt der Staatsschutz gegen mehrere Personen, die sich für Samstag zu gewalttätigen Aktionen gegen Menschen und Sachen abgesprochen haben sollen. Bei Durchsuchungen in Neuss und Düsseldorf wurden Beweismittel sichergestellt. Vier Verdächtige kamen vorläufig in Gewahrsam. Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei kündigte an, weiterhin wachsam zu bleiben und konsequent gegen jede Form von Gewalt vorzugehen.
Bereits am Freitag waren die Vorbereitungen der Händler unübersehbar. Vor Tiffany, Cartier, Douglas und weiteren Geschäften auf der Königsallee montierten Handwerker Holzgerüste und Verschalungen, um Schaufenster und Eingangsbereiche zu schützen. Teilweise verschwanden ganze Fassaden hinter großflächigen Holzplatten. Auch in der Altstadt wurden Maßnahmen getroffen. Die Filiale des Bekleidungsunternehmens Wellensteyn auf der Flinger Straße wurde zeitweise vollständig hinter einer Holzverkleidung verborgen. Ein Aushang informierte darüber, dass das Geschäft am Freitag noch geöffnet ist, am Samstag jedoch geschlossen bleibt.
Die Vorsichtsmaßnahmen beschränken sich nicht auf den Einzelhandel. Auch die Stadt Düsseldorf hat reagiert: Auf der Ostseite der Königsallee wurden vorsorglich mehr als 30 Bänke entfernt. Die Polizei hat zudem an der Ecke Königsallee/Steinstraße einen Kameraturm aufgestellt.
Im Mittelpunkt des Demonstrationsgeschehens steht die Initiative „Gen Z regelt“. Der Protestzug soll um 16 Uhr am Düsseldorfer Hauptbahnhof beginnen und zum Johannes-Rau-Platz führen. Der geplante Weg verläuft auch über die Königsallee. Bei der Polizei waren zunächst 500 Teilnehmer angemeldet. Die Einsatzkräfte rechnen allerdings mit einer deutlich höheren Beteiligung.
Die Polizei bereitet sich auf einen größeren Einsatz vor und rechnet bereits ab dem Mittag mit Verkehrsbeeinträchtigungen in der Innenstadt. Besucher sollten für ihre An- und Abreise möglichst öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Hinzu kommt, dass am Samstag auch Halloween gefeiert wird. Die Polizei will deshalb mit verstärkter Präsenz in der Stadt unterwegs sein.
Ob die umfangreichen Sicherungsmaßnahmen der Händler tatsächlich benötigt werden, wird sich erst am Samstag zeigen. Die Festnahmen machen jedoch deutlich, dass die Sicherheitsbehörden die angekündigten möglichen Gewalttaten ernst nehmen. Für die Geschäftsleute gilt zunächst: Lieber vorsorgen, als nach möglichen Schäden vor vollendeten Tatsachen zu stehen.