Sankt Martin reitet wieder durch Düsseldorf: Großer Martinszug durch die Altstadt am 10. November

Martinszug mit Mantelteilung vor dem Rathaus © Lokalbüro
Düsseldorf steht ganz im Zeichen von Sankt Martin. In diesen Tagen ziehen wieder zahlreiche Martinszüge durch die Stadtteile. Der Höhepunkt des traditionellen Brauchtums ist der große Martinszug durch die Düsseldorfer Altstadt am Dienstag, 10. November 2026. Dann ziehen Kinder mit ihren selbst gebastelten und leuchtenden Laternen hinter Sankt Martin hoch zu Ross durch die Straßen und Gassen der Altstadt.
Der Martinszug hat in Düsseldorf eine lange Tradition. Bereits 1871 fand der erste Zug statt – damals noch ohne feste Organisation. Seit 1925 kümmert sich die Vereinigung der Freunde des Martinsfestes e. V. um den großen Martinszug in der Altstadt. In den beiden Wochen rund um den Martinstag finden zudem fast jeden Abend in mindestens einem Düsseldorfer Stadtteil Martinszüge statt. Schulen, Kindergärten und Schützenvereine organisieren die Umzüge, bei denen die bekannten Martinslieder gesungen werden.
Zwei Mantelteilungen in der Altstadt
Am 10. November beginnt das Programm bereits um 17 Uhr vor dem Rathaus. Dort wird die Geschichte des heiligen Martin vorgelesen. Gleichzeitig setzen sich Kapellen und Herolde am Stiftsplatz in Bewegung. Der Zug führt über die Ratinger Straße und die Neubrückstraße. Nach der Querung der Mühlenstraße geht es an der Martinsstele vorbei über die Andreasstraße und die Kurze Straße zum Marktplatz vor dem Rathaus.
Gegen 17.30 Uhr erleben die Besucher dort die erste Mantelteilung. Anschließend zieht der Martinszug über die Marktstraße und den Rheinort weiter zum Burgplatz. Am Riesenrad ist gegen 18 Uhr die zweite Mantelteilung vorgesehen. Danach löst sich der Zug auf.
Die Rolle des Bettlers übernimmt erneut Branco Alvermann. Als Sankt Martin reitet Sven Hövelmann durch die Altstadt.
Kinder gestalten Martinslampen
Die Vereinigung der Freunde des Martinsfestes kümmert sich nicht nur um den großen Martinszug, sondern organisiert auch weitere Veranstaltungen, die das Brauchtum lebendig halten. Dazu gehört die traditionelle Ausstellung von Martinslampen, an der sich auch in diesem Jahr zahlreiche Kinder beteiligt haben. Die schönsten Arbeiten werden prämiert. Vor der ersten Mantelteilung überreicht Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller die Preise im Rathaus.
Ein Brauch mit langer Geschichte
Die Tradition des Martinsfestes reicht bis ins Mittelalter zurück. Der heilige Martin wurde um 316 im heutigen Westungarn als Sohn eines römischen Offiziers geboren. Der Überlieferung nach teilte er als Soldat vor den Toren von Amiens seinen Mantel mit einem frierenden Bettler. Diese Tat der Barmherzigkeit machte ihn bis heute zu einer der bekanntesten Gestalten der christlichen Tradition.
Martin ließ sich mit 18 Jahren taufen, verließ später das römische Heer und lebte zunächst als Einsiedler. Um 370 wurde er gegen seinen Willen zum Bischof von Tours gewählt. Er starb der Überlieferung zufolge im Jahr 397.
Der Düsseldorfer Martinszug durch die Altstadt findet 2026 zum 101. Mal statt. Er wurde in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes Nordrhein-Westfalens aufgenommen. Damit ist ein erster Schritt in Richtung einer möglichen Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes getan.
Wer wissen möchte, wann und wo in den einzelnen Stadtteilen die Martinszüge stattfinden, findet eine Übersicht der beim Ordnungsamt angemeldeten Veranstaltungen unter duesseldorf.canto.de. Einige weitere Martinszüge sind auf Wunsch ihrer Veranstalter nicht in der Liste aufgeführt.


