Düsseldorfer Mülldetektive erfolgreich: Bis zu 3.000 Euro Bußgeld für illegale Müllentsorgung

Sperrmüll und Restabfälle blockierten auf der Stephanstraße in Reisholz nahezu den gesamten Gehweg. Der Verursacher muss 2.000 Euro Bußgeld zahlen. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz
Ob in Bilk, Reisholz, Knittkuhl oder Rath: Die Mülldetektive der Stadt Düsseldorf haben erneut mehrere Fälle illegaler Müllentsorgung aufgeklärt. Die Verursacher müssen empfindliche Bußgelder zahlen. In einem Fall wurden 3.000 Euro fällig.
Seit 2020 sind die Düsseldorfer Mülldetektive im Einsatz, um illegalen Müllablagerungen auf die Spur zu kommen. Als Teil der städtischen Stadtsauberkeitsoffensive gehen sie Hinweisen aus der Bevölkerung nach, kontrollieren bekannte Ablageorte und versuchen, die Verantwortlichen zu ermitteln. Vier aktuelle Fälle zeigen, dass die Ermittlungen durchaus erfolgreich sind – und für die Verursacher teuer werden können.
Umweltdezernent Jochen Kral lobt die Arbeit des Teams. Die Ermittler kontrollierten mehrere tausend Mal im Jahr und gingen sowohl Meldungen über die App „Düsseldorf bleibt sauber“ als auch Hinweisen aufmerksamer Bürger nach. Entscheidend seien dabei detektivische Kleinarbeit, die Auswertung unterschiedlicher Informationsquellen und genaue Kontrollen vor Ort.
1.200 Euro Bußgeld für Müll in Bilk
Auf der Volmerswerther Straße in Bilk stießen die Mülldetektive nach einer Meldung über die App auf Restmüll, Plastik und Kartonagen, die auf dem Gehweg abgeladen worden waren. In den Abfällen fanden sie mehrere Schriftstücke, die Hinweise auf die Verursacherin lieferten. Die weiteren Ermittlungen führten zu einer Frau, die die Tat schließlich zugab. Sie muss 1.200 Euro Bußgeld zahlen. Hinzu kommen die Kosten für die Müllentsorgung.
2.000 Euro für zugestellten Gehweg in Reisholz
Auf der Stephanstraße in Reisholz hatte eine größere Menge Sperr- und Restmüll den Gehweg nahezu vollständig blockiert. Auch hier kam der entscheidende Hinweis über die App „Düsseldorf bleibt sauber“. Die Ermittler sicherten vor Ort Spuren, konnten den Verantwortlichen ausfindig machen und veranlassten die zeitnahe Beseitigung der Abfälle. Die Rechnung: 2.000 Euro Bußgeld plus Entsorgungskosten.
Entrümpler aus Duisburg entsorgt Müll in Knittkuhl
Besonders dreist war ein Fall am Grütersaaper Weg in Knittkuhl. Dort hatte ein aufmerksamer Bürger mehrere Säcke mit Glaswolle und Restmüll am Rand eines Waldstücks entdeckt und gemeldet. Die Ermittlungen führten zu einem Entrümpler aus Duisburg. Er hatte zuvor Arbeiten in einem Haus in Wuppertal ausgeführt und die dabei angefallenen Abfälle anschließend unerlaubt in Düsseldorf abgeladen. Dafür wurden 3.000 Euro Bußgeld verhängt.
Schrotthändler aus Gelsenkirchen in Rath überführt
Bei einer Kontrollfahrt entdeckten die Mülldetektive am Mühlenbroicher Weg in Rath hinter Altkleidercontainern mehrere Säcke mit Bauabfällen. Zunächst führte die Spur zu einem Düsseldorfer Heizungs- und Sanitärbetrieb. Bei der Vernehmung des Inhabers als Zeugen stellte sich heraus, dass die Abfälle einem Schrotthändler aus Gelsenkirchen überlassen worden waren. Dieser hatte sie schließlich unerlaubt hinter den Containern entsorgt. Er erhielt einen Bußgeldbescheid über 1.500 Euro. Auch die Entsorgungskosten muss er übernehmen.
Fast 200.000 Euro an Verwarn- und Bußgeldern im Jahr 2025
Wie ernst die Stadt gegen illegale Müllentsorgung vorgeht, zeigen auch die Zahlen: Im Jahr 2025 führten die Mülldetektive insgesamt 5.602 Kontrollen durch. Daraus gingen 1.881 Ordnungswidrigkeitenverfahren hervor. Die verhängten Verwarn- und Bußgelder summierten sich auf rund 200.000 Euro.
Interessant ist dabei die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr: Die Zahl der Verfahren sank um etwa zehn Prozent, gleichzeitig stieg die Summe der Verwarn- und Bußgelder um rund 19 Prozent. 2024 waren noch etwa 165.000 Euro zusammengekommen.
Die Arbeit der Mülldetektive beschränkt sich allerdings nicht allein auf wilde Müllkippen. Finden die Ermittler beispielsweise Abfälle aus Gastronomiebetrieben, Kiosken oder anderen Gewerbebetrieben, können auch die entsprechenden Geschäfte kontrolliert werden. Dabei geht es unter anderem um die vorhandenen Mülltonnenkapazitäten, Entsorgungsnachweise und die Frage, auf welchen Wegen die Abfälle beseitigt werden.
Auch illegale Elektroschrottsammler im Visier
Ein weiterer Schwerpunkt sind Kontrollen am Vorabend von Sperrmüllterminen. Dabei nehmen die Mülldetektive auch Sammler in den Blick, die mit Transportern unerlaubt Elektrogeräte aus dem bereitgestellten Sperrmüll mitnehmen. Das Einsammeln von Elektroaltgeräten – vom Kleingerät bis zur Waschmaschine oder zum Kühlschrank – verstößt gegen das Elektro- und Elektronikgerätegesetz. In der Regel droht dafür eine Geldbuße von mindestens 1.000 Euro.
Der Hintergrund ist auch ein Umweltproblem: Werden Elektrogeräte unsachgemäß zerlegt, können gefährliche Stoffe freigesetzt werden. Nicht verwertbare Bestandteile, etwa Kunststoffgehäuse, landen anschließend nicht selten an anderer Stelle wieder als illegale Müllablagerung.
Stadt setzt auf Hinweise aus der Bevölkerung
Bei der Aufklärung illegaler Müllentsorgung sind die Mülldetektive auch auf die Unterstützung der Düsseldorfer angewiesen. Hinweise zu Abfallablagerungen und möglichen Verursachern können entscheidend sein. Besonders einfach funktioniert die Meldung über die Smartphone-App „Düsseldorf bleibt sauber“, die kostenlos für Android und Apple-Geräte verfügbar ist.
Über die App lassen sich die Ablagerungen einer passenden Kategorie zuordnen, Fotos hochladen und bei Bedarf GPS-Positionsdaten übermitteln. Die vier aktuellen Fälle zeigen: Wer seinen Müll einfach auf Gehwegen, an Containern oder in der Natur ablädt, muss damit rechnen, dass die Mülldetektive ihm auf die Spur kommen. Und das kann richtig teuer werden.