Von Gabriele Schreckenberg
Schon eine halbe Stunde vor der offiziellen Einweihung der Rheinpegeluhr am Mannesmannufer tummelten sich am 17. August zur Mittagsstunde etwa 70 Menschen, die es kaum erwarten konnten, bei der Einweihung der in die Jahre gekommenen Rheinpegeluhr dabei zu sein.
1902 wurde die Rheinpegeluhr genau an dieser Stelle, oberhalb der Kasematten, erbaut und hat in 124 Jahren viel mitgemacht: zwei Weltkriege und tosenden Verkehr auf der Bundesstraße 1, der erst vorbei war, als die Stadt 1993 den Rheinufertunnel in Betrieb nahm.
Nun ist die Rheinpegeluhr, die zweifelsohne zu den Wahrzeichen der Stadt gehört, wieder in Betrieb genommen worden – zur Freude aller und nicht nur derer, die hier einst ihr Rendezvous hatten.
Innen und außen in Hochform gebracht
Der Baas der Düsseldorfer Jonges, Dr. Reinhold Hahlhege, war voller Freude: „Die Rheinpegeluhr gehört zu Düsseldorf wie der Rhein, und deshalb ist es wichtig, dass sie instand gesetzt wurde. Sie ist ein gutes Stück Stadtgeschichte.“
Dank großzügiger Sponsoren aus den eigenen Reihen der Jonges, der Stadtwerke, der Kunstgießerei Schmäke, des „Vereins zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen des Düsseldorfer Hafens“, der Fortuna Düsseldorf und einiger anderer ist es gelungen, die Rheinpegeluhr innen und außen zu neuem Glanz zu verhelfen.
Großer Dank an Maximilian Schönauer
Und vor allem Maximilian Schönauer, Vorstandsmitglied der Düsseldorfer Jonges und hauptberuflich Architekt, hat viel Zeit in die Restaurierung investiert. Dass auch die beteiligten Ämter der Stadt mitgespielt haben, war ein gutes Zeichen und brachte das Vorhaben erheblich voran.
Jan Huth, Finanzvorstand der Stadtwerke Düsseldorf, ließ es sich nicht nehmen, vor der Einweihung ausdrücklich zu betonen, dass die Stadtwerke nicht nur für Wasser und Wärme sorgen, sondern auch für die Erhaltung eines solchen Wahrzeichens.
Robert Lamers, Vorsitzender des „Vereins zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen des Düsseldorfer Hafens“, war sichtlich erfreut. „Es war lange klar, dass wir uns an der Restaurierung der Rheinpegeluhr beteiligen müssen. Leider haben wir heute den niedrigsten jemals gemessenen Pegelstand im Rhein. Doch wir hoffen, dass die Rheinpegeluhr ab sofort wieder gute Zahlen anzeigt und der Pegel steigt.“
Kann nur ein gutes Omen sein
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller schloss sich den Worten seiner Vorredner gern an: „Die Inbetriebnahme heute kann nur ein gutes Omen dafür sein, dass endlich Regen kommt und der Rheinpegel wieder ansteigt!“
Beim Hochwasser 1926 zeigte der Rhein einst einen Wasserstand von elf Metern. 100 Jahre später ist die Lage komplett anders. Der Rheinpegel zeigt erstmals sogar einen negativen Rekord an. Es kann nur besser werden, und so gingen viele Augenpaare an diesem Mittag gen Himmel. Graue Wolken versprechen Hilfe und Regen. „Es muss vor allem im Süden regnen, damit er hier ankommt“, fügte Robert Lamers hinzu.
Und Ehrenbaas Wolfgang Rolshoven erinnert sich an sein Treffen mit seiner ersten Freundin an der Rheinpegeluhr. Er war 15, sie 14, beide besuchten das Benrather Schlossgymnasium. Als Jonges-Heimatfreund Christian Herrendorf 2024 die Restaurierung der Rheinpegeluhr in den Mittelpunkt rückte, konnte Rolshoven einen Beschluss bei der Jonges-Vorstandssitzung bewirken, der schließlich am 17. August 2026 umgesetzt werden konnte.
Nun zeigt die Rheinpegeluhr, außen und innen in Hochform, wieder Pegelstand und Uhrzeit an.
Professor h.c. Karl-Heinz Schmäke von der gleichnamigen Kunstgießerei übergab die Gedenktafel für die Rheinpegeluhr Düsseldorf am 17. August 2026.



