
Mensa am Geschwister-Scholl-Gymnasium © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert
Mit dem Ende der Sommerferien beginnt für rund 5.600 Düsseldorfer Kinder ein neuer Lebensabschnitt: Am 2. und 3. September werden sie an den Grundschulen der Landeshauptstadt eingeschult. Etwa 5.200 der künftigen i‑Dötzchen besuchen eine städtische Grundschule, rund 170 sind an nichtstädtischen Grundschulen in Düsseldorf oder an Schulen außerhalb der Stadt angemeldet. Da einzelne Anmeldungen noch ausstehen, dürften die Zahlen bis zum Schulstart noch leicht steigen.
Auch an den weiterführenden Schulen ist der Andrang groß: Insgesamt 5.006 Kinder werden zum neuen Schuljahr in die fünften Klassen der städtischen Schulen aufgenommen – deutlich mehr als im Vorjahr, als es 4.747 waren. Mehr als die Hälfte von ihnen, nämlich 2.634 Kinder, wechselt an ein städtisches Gymnasium. Die Realschulen verzeichnen mit 1.322 Anmeldungen ein Plus von rund zwölf Prozent. An die Gesamtschulen gehen 867 Kinder, an die Hauptschulen 183. Weitere 479 künftige Fünftklässler wurden an nichtstädtischen Gymnasien und einer nichtstädtischen Gesamtschule aufgenommen. Da in den Ferien noch Familien nach Düsseldorf ziehen, rechnet die Stadt vor allem an den Hauptschulen mit zusätzlichen Anmeldungen.
Schuldezernent und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche zeigte sich bei einem Pressegespräch in der neuen Mensa des Geschwister-Scholl-Gymnasiums zufrieden mit der Entwicklung: „Mehr als 90 Prozent der Kinder, deren Eltern sich eine Gymnasiallaufbahn wünschen, konnten bereits im ersten Anmeldeverfahren einen Platz an ihrer bevorzugten Schule erhalten.“ Diesen Erfolg führt er auf die kontinuierliche Schulbauoffensive der Stadt zurück, durch die Schulen in allen Stadtbezirken modernisiert worden seien. Wer sich einen Platz an einer Gesamtschule wünscht, soll ab dem Schuljahr 2027/28 bessere Chancen bekommen: Dann wird die Joseph-Beuys-Gesamtschule von vier auf sechs Züge erweitert.
Rechtsanspruch auf Ganztag ab diesem Schuljahr
Zum Schuljahr 2026/27 greift an den mehr als 90 Düsseldorfer Grundschulen erstmals der sukzessive Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz. Der Stadtrat hatte dafür ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen. Gemeinsam mit den Schulen wurden Konzepte erarbeitet, mit denen bereits jetzt allen Grundschulkindern ein Ganztagsangebot gemacht werden kann. Während an vielen Standorten die räumlichen Voraussetzungen bereits vorhanden sind, müssen andere Schulen in den kommenden Jahren noch nachrüsten. Besonders deutlich wird der Umbau an den Grundschulen Krahnenburgstraße, Gumbertstraße und Rheindorfer Weg: Sie werden komplett abgerissen und neu gebaut, um Platz für rund 1.000 Schülerinnen und Schüler zu schaffen.
Bei der Betreuungszeit haben Familien künftig die Wahl zwischen drei Modellen bis 14, 15 oder 16 Uhr. Die Nachfrage zeigt: Rund 54 Prozent der Familien entschieden sich für das 16-Uhr-Modell, etwa 28 Prozent für das 15-Uhr-Modell und acht Prozent für das 14-Uhr-Modell. Insgesamt nutzen damit rund 90 Prozent der Düsseldorfer Familien eines der Ganztagsangebote. „Das Wahlverhalten der Eltern ist eine deutliche Bestätigung der Neukonzeption der Ganztagsbetreuung“, sagte Hintzsche.
Mit dem neuen, modularen Betreuungssystem geht auch eine Reform der Elternbeiträge einher, die bereits im vergangenen Sommer beschlossen wurde. Ab dem Schuljahr 2027/28 wird zusätzlich zum 14-Uhr-Modell auch das 15-Uhr-Modell kostenfrei. Zum 1. August 2027 sollen zudem einkommensschwächere Familien finanziell entlastet werden – Kinder von 0 bis 10 Jahren sollen dann unabhängig vom Einkommen der Eltern kostenlos betreut werden.
Neue Mensa für zwei Schulen
Schauplatz des Pressegesprächs war die neue Mensa am Geschwister-Scholl-Gymnasium, die erst kürzlich fertiggestellt wurde. Der Neubau versorgt im Schichtbetrieb mehrere hundert Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und verfügt zusätzlich über ein Bistro für die benachbarte Hulda-Pankok-Gesamtschule. Auch ein Gymnastikraum ist im neuen Gebäude untergebracht. Ökologische Aspekte spielten beim Bau eine Rolle: Die Flachdächer werden begrünt, der Küchentrakt erhält eine Fassadenbegrünung, hinzu kommen LED-Beleuchtung mit Präsenzmeldern und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Die Baukosten lagen bei rund 14 Millionen Euro.
Zwei Milliarden Euro für Schulbau bis 2030
Die Investitionen in die Düsseldorfer Schullandschaft gehen weiter: Bis 2030 will die Stadt insgesamt rund zwei Milliarden Euro in den Schulbau stecken. Mehr als 10.000 zusätzliche Schulplätze sollen dadurch entstehen, über 9.000 davon stehen bereits zum laufenden Schuljahr zur Verfügung. Umgesetzt werden die Bauprojekte vom Amt für Schule und Bildung sowie von den städtischen Tochterunternehmen Immobilien Projekt Management Düsseldorf (IPM) und Industrie-Terrains-Reisholz GmbH (IDR). Auf der Liste stehen unter anderem noch Bauvorhaben für die Dieter-Forte-Gesamtschule, die Lore-Lorentz-Schule, das Gymnasium Heinzelmännchenweg sowie das Förderschulzentrum an der Herdecker Straße mit der Franz-Marc-Schule und einem Teilstandort der Jan-Wellem-Schule.