Es war bereits die dritte Reise unseres Lokalbüros nach Filzmoos – und jedes Mal wächst einem dieses kleine Bergdorf im Salzburger Pongau ein Stück mehr ans Herz. Anlass war erneut die UNICEF Benefiz Musik Gala, die alljährlich im August internationale Künstler nach Filzmoos lockt und deren Reinerlös dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen zugutekommt. Am 19. August 2026 fand die Benefiz-Gala bereits zum 36. Mal statt. Doch wer nach Filzmoos reist, erlebt weit mehr als nur einen besonderen Konzertabend.
Eingebettet zwischen der markanten Bischofsmütze und dem mächtigen Dachstein-Tauern-Massiv liegt der Ort auf gut 1.000 Metern Höhe. Rund 1.500 Menschen leben hier. Was Filzmoos besonders macht, ist die Mischung aus imposanter Bergwelt, überschaubarem Dorfleben, gelebter Tradition und einer bemerkenswerten Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten.
Wer die Zeit findet, eine der zahlreichen Hütten rund um das Dorf zu besuchen, weiß schnell, warum viele Gäste immer wiederkommen. Auf den Almen warten nicht nur herrliche Ausblicke, sondern auch regionale Spezialitäten und hausgemachte Produkte. Besonders reizvoll ist das Gebiet rund um die Unterhof- und Oberhofalm. Von dort ist auch der Almsee in etwa 15 Minuten zu erreichen. Rund um den See befinden sich besondere Kraftplätze, darunter der „Hochzeitsplatz“ und der „Platz der Dankbarkeit“.
Mit der Gondel hoch hinaus
Ein besonderes Erlebnis ist die Fahrt mit der Papageno-Gondelbahn, die direkt vom Ortszentrum hinauf auf den Rossbrand führt. In rund zehn Minuten geht es bequem in die Höhe. Schon während der Fahrt öffnen sich immer wieder beeindruckende Blicke auf Filzmoos, die Bischofsmütze und den Dachstein. Oben angekommen, wartet auf rund 1.600 Metern eines der schönsten Panoramen der Region: Bei guter Sicht reicht der Blick über mehr als 150 Alpengipfel.
Der Rossbrand ist dabei weit mehr als ein Aussichtspunkt. Rund um die Bergstation beginnen zahlreiche Wanderwege, die zu Almen und Hütten führen. Wer es gemütlicher angehen möchte, kann beispielsweise zur Radstädter Hütte wandern oder auf einer der umliegenden Almen einkehren. Der Rossbrand ist damit ein ideales Ziel für Wanderer, Familien und alle, die die Bergwelt genießen möchten, ohne gleich eine anspruchsvolle Gipfeltour unternehmen zu müssen.
Auch im Winter ist der Rossbrand ein besonderes Erlebnis. Auf einer Höhe zwischen 1.600 und 1.800 Metern gibt es eine Höhenloipe mit klassischen und Skating-Spuren, Winterwanderwege und Möglichkeiten zum Schneeschuhwandern. Die Höhenloipe bietet dabei ein beeindruckendes 360-Grad-Panorama.
Wanderdorf mit vielen Möglichkeiten
Filzmoos ist als österreichisches Wanderdorf zertifiziert und bietet ein weitverzweigtes Netz markierter Wanderwege. Dabei reicht das Angebot von gemütlichen Spaziergängen und Familienwanderungen bis zu anspruchsvollen Bergtouren. Wer nicht die komplette Strecke zu Fuß zurücklegen möchte, kann auf verschiedene Angebote wie den Fidibus-Wanderbus, den Alm-Shuttle oder die Papageno-Gondelbahn zurückgreifen. Auch Pferdekutschen gehören zum Mobilitätsangebot rund um die Almen.
Für Familien gibt es spezielle Kinderwanderwege und Erlebnisrouten. Dazu gehören beispielsweise der UNICEF-Herzerlweg, Bärtl’s Familienwanderweg, der Holzfigurenweg und der Naturerlebnisweg an der Bachlalm. Damit zeigt sich Filzmoos auch abseits der großen Gipfel ausgesprochen familienfreundlich.
Ein Paradies für Kletterer
Was viele Besucher zunächst vielleicht nicht erwarten: Filzmoos gehört zu den bedeutenden Kletterregionen im Salzburger Land. Rund 300 Kletterrouten gibt es in der Region. Besonders bekannt ist der Gosaukamm mit seinen alpinen Anstiegen und Sportkletterrouten verschiedener Schwierigkeitsgrade.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Hofpürglhütte auf 1.705 Metern Höhe am Fuß der Bischofsmütze. In ihrer Umgebung befindet sich Salzburgs größter Klettergarten. Selbst ein Indoor-Boulderraum und Kletterwände gehören zum Angebot der Hütte. Für Einsteiger werden zudem Schnupperkurse und geführte Klettertouren angeboten.
Die Bischofsmütze selbst ist mit 2.454 Metern das markante Wahrzeichen von Filzmoos. Der schroffe Gipfel prägt das Landschaftsbild und ist für erfahrene Bergsteiger ein besonderes Ziel. Eine Besteigung sollte allerdings nur mit einem Bergführer erfolgen.
Sommer, Winter – und dazwischen
Filzmoos hat sich längst zu einem Ganzjahresziel entwickelt. Im Sommer stehen Wandern, Mountainbiken, E‑Biken, Klettern und das Erlebnis der Almen im Mittelpunkt. Dazu kommen zahlreiche Veranstaltungen und Angebote, die den Aufenthalt abwechslungsreich machen. Mit der Filzmoos Sommer Card können Gäste zudem zahlreiche Freizeitangebote kostenlos nutzen oder erhalten Ermäßigungen.
Im Winter verwandelt sich das Bergdorf in ein Wintersportparadies. Das Skigebiet Filzmoos gehört zu Ski amadé und bietet bestens präparierte Pisten für Anfänger und Fortgeschrittene. Hinzu kommen rund 42 Kilometer Langlaufloipen, Winterwanderwege, Schneeschuhwanderungen, Skitouren, Rodelmöglichkeiten und Eislaufen.
Eine ganz besondere Tradition sind die Pferdeschlittenfahrten zu den Hofalmen. Eingehüllt in warme Decken geht es durch die verschneite Landschaft zur Unterhof- oder Oberhofalm. Im Winter sind die Hofalmen sogar für den Autoverkehr gesperrt und können zu Fuß, mit dem Pferdeschlitten oder einem Taxi erreicht werden.
Und Filzmoos kann sogar mit einer ungewöhnlichen Wintersportart aufwarten: Beim japanischen Schneeballsport Yukigassen treten Mannschaften in einem regelrechten Schneeball-Wettkampf gegeneinander an. Eine kuriose, aber mittlerweile bekannte Besonderheit des Ortes.
Freizeit auch abseits der Berge
Wer nach einer Wanderung oder einem Ausflug etwas Ruhe sucht, findet auch mitten im Ort Möglichkeiten zur Entspannung. Der Freizeitpark Filzmoos bietet unter anderem Schwimmbecken, Saunalandschaft, Freibad im Sommer, Eislaufplatz im Winter und weitere Freizeitmöglichkeiten.
Auch kulturell und gesellschaftlich ist im kleinen Bergdorf einiges geboten. Platzkonzerte, traditionelle Veranstaltungen, Bauernherbst, Almabtriebe und verschiedene Kulturveranstaltungen gehören zum Jahreslauf. Gerade diese Verbindung aus Natur, Sport, Brauchtum und Gemeinschaft macht den besonderen Charakter von Filzmoos aus.
Ein Bergdorf mit Herz
Wesentlichen Anteil daran, dass sich Gäste in Filzmoos wohlfühlen, hat auch Tourismusdirektor Peter Donabauer. Er setzt sich mit seinem Team dafür ein, dass der Ort seinen ursprünglichen Charakter bewahrt und gleichzeitig neue Angebote entwickelt. Gästen begegnet er stets mit einem offenen Ohr für ihre Anliegen und Wünsche.
Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis von Filzmoos: Der Ort versucht nicht, größer zu wirken, als er ist. Stattdessen setzt man auf das, was die Region zu bieten hat – die Berge, die Almen, die Natur, die Gastfreundschaft und die Menschen.
Für uns ist Filzmoos deshalb längst mehr als ein Reiseziel. Nach drei Besuchen fühlt sich das Bergdorf beinahe wie eine zweite Heimat an. Man kennt inzwischen einige Gesichter, freut sich auf bekannte Wege und Hütten und entdeckt trotzdem bei jedem Besuch etwas Neues.
Und genau das dürfte einer der Gründe sein, warum man nach Filzmoos nicht nur einmal fährt.
Weitere Informationen zu Filzmoos und den zahlreichen Angeboten gibt es beim Tourismusverband Filzmoos.

Blick auf die wunderschöne im Ort gelegene Kirche © Lokalbüro



